Damenmode

Ballerinas – woran erkennt man die guten und wem stehen die flachen Slipper überhaupt?

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Ballerinas von Roger Vivier

Männer mögen die flachen Dinger weniger gerne im Straßenbild sehen …. Aber Frauen im Alter zwischen süßen Sechzehn und erwachsenen dreiundsechzig Jahren in Ballerinas, die aus der Form waren, haben wir trotzdem alle schon mal gesehen, oder?
Das Fersenteil hat sich an der nicht fachgerecht verstärkten Ferse gesenkt, rechts und links vom Leisten beziehungsweise der papierdünnen Sohle hat sich das Leder durch die Zehenbreite gedehnt und hängt über … und das hat ungefähr vier Gründe: No. 1: Nicht alle Ballerinas haben gute Qualität. No. 2: Nicht alle Füße sind dafür gleichermaßen gut geeignet, Ballerinas zu tragen. No. 3: Man kann Ballerinas nicht so strapazieren, wie robuste Schuhe und es kommt auch sehr auf den Gang der Frau an … No. 4: Ballerinas sind eher „Schönwetterschuhe“ …
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Ballerinas von Balenciaga

Gegen No. 1 kann man was tun – ich zeige euch hier gute Ballerinas, die handwerklich halten was Marke und Preis versprechen. Aber lasst uns zuerst noch No. 2 bis No. 4 kurz erörtern. Wobei No. 4 nicht groß erklärt werden muss. Das Leder der meisten Ballerinas ist weich und relativ dünn … daher eignen sich diese Schuhe nicht, bei Regen oder stundenlang auf Asphalt getragen zu werden. Halbwegs robust sind wirklich nur die Modelle von Hogan, die mit Rubber Soles versehen sind und diese raffinierten Ballerinas von Lanvin, bei denen ein an der Ferse 2 cm hoher „Absatz“ innen versteckt wird; das gibt Halt an der Ferse und man latscht oder schlurft nicht so haltlos daher. Alle anderen Ballerinas besser in die Handtasche tun und die langen Fußwege auf Sneakers laufen … im Büro oder wo auch immer angekommen, schlüpft man dann flugs in die zierlichen Ballettschuhe rein und alles ist gut.

Damit ist No. 3 eigentlich auch schon so gut wie erledigt. Nur noch das: Wer keine zierliche Elfe und auch kein langer dünner Spargel ist und dann auch noch einen eher athletisch-dynamischen Gang hat, für den gibt es bessere Schuhe. Ballerinas und Masse oder Schwungmasse passen nicht zusammen. Obwohl sie auch an kompakteren Frauen mit diesen Patschefüßchen manchmal ganz niedlich aussehen … ich weiß 😉

Das führt uns dann direkt zu No. 2: Wirklich schön sind Ballerinas an schönen, schmalen Füßen – ganz besonders an solchen, die noch ganz gesund sind, also gerade Zehen haben … und das an eher schmalen Beinen und schlanken Fesseln.

Wer jetzt denkt, das kann Daisy doch vollkommen egal sein, wenn ich trotzdem Ballerinas trage, weil ich die Dinger liebe, hat recht! Aber weil gute Ballerinas – wie alle Schuhe in ordentlicher Qualität (handwerklich sauber gemacht, gutes Leder) – nun mal ihren Preis haben … ist es einfach schade drum. Da gibt es ja auch andere Schuhe für das gute Geld. Aber am Ende entscheidet das ohnehin jeder selbst. Mein „Auftrag“ ist der, euch die besten aus den aktuellen Kollektionen zu zeigen, wobei sicher einige fehlen. Darunter die solide gearbeiteten Ballerinas von Saint Laurent, Chanel und so weiter ….

Los geht es mit den beiden Paaren im Header: das sind die Belle Vivier Velvet Ballerinas von Roger Vivier (470 €) und die sehr formstabilen Lederballerinas mit Lochdekor in Puderblau von Balenciaga (435 €), die zeige ich euch gleich noch in schwarzem Rauleder.

Doch zuerst kommen die Dee Lederballerinas von Tod’s (305 €), die wie die Paare von Hogan strapaziert werden können. Die Gummisohle hält einiges aus und die Schuhe gehen nicht so leicht aus der Form. Gleich nebenan die schon angekündigten schwarzen von Balenciaga (365 €). Die Leather Cap Toe Flats von Hogan gibt es für relativ solide 250 €; die Embossed Leather Ballerinas, auch von Hogan und mit noppenfreier Gummisohle kann man für 285 € erwerben. Alle Hogan’s sind an der Ferse sehr hoch gearbeitet, da bleibt es aus, dass man nach einigen Malen keinen Halt mehr in den Schuhen hat.
Die Leather Ballerinas in Palude, das soll wohl dieser Taupefarbton des Rauleders sein, sind auch von Hogan und haben eine Kappe aus metallisch glänzendem Leder mit schmaler Lackstreifendeko dazu … das alles für 265 € …

Bei Salvatore Feragamo weiß man insgesamt, was handwerklich solides Schuhwerk auszeichnet … das merkt man auch den Ballerinas an. Ich habe welche aus schwarzem Lackleder rausgesucht, weil da zwei drei Regentropfen nicht gleich zum Makel auf dem Leder werden. Die Schuhe heißen demgemäß Patent Leather My Joyful Ballerinas und sind für 230 € zu haben. Weil zweifarbige Ballerinas mit kontrastierender Kappe oder solche aus verschiedenen Materialien besonders beliebt sind, kommen hier auch noch die schwarz-grünen My Parisio Leather Ballerinas (230 €) und das gleiche Modell in dunklem Rot, auch von Salvatore Ferragamo.

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Ballerinas jeweils von Lanvin
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Ballerinas jeweils von Lanvin

Alles, was das Herz der Ballerina-Liebhaberinnen begehrt, darüber könnte Lanvin’s und unser aller Monsieur Alber Elbaz vermutlich ein Buch schreiben … so ist zu verstehen, dass das Pariser Modehaus die flachen Schuhe in vielen klassischen Farben und Materialkombinationen im Programm hat … und immer mit dieser versteckten Erhöhung innen im Leisten …. Hier kommen die Ballerinas in Dunkelblau und Puderrosa, beide aus glattem Leder (320 €). Das Modell in Cognac mit schwarzer Ripsbandschleife (395 €), die Ballerinas aus Lackleder, hier in Puder (325 €) zu sehen … die gibt es aber auch in Schwarz, Blau und so weiter. Ein Zitat auf die Schuhe von Chanel sind die hellen Ballerinas aus Leder mit schwarzer Kappe (345 €), die es auch aus Rauleder in Taupe mit schwarzer Lacklederkappe gibt (345 €).
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Ballerinas jeweils von Roger Vivier

Bedingungslos empfehlen kann man alle Ballerinas von Roger Vivier. Die Machart ist absolut solide und das Leder oder Lackleder der Gomette-Linie ist auch nicht zu dünn. Aber schaut selbst, wie ihr die findet: der erste ist der Gomette in Schwarz (375 €), danach kommt ein Modell in Camouflage-Dessin, dass das einzige gemusterte Paar ist, das ich uneingeschränkt empfehle … von Animal Prints sollte man sowieso die Finger lassen, außer, man ist der Parade- oder Gegentyp und Leoparden-Ballerinas muss man nicht wirklich haben, meine Damen! … die wilden Dessins sehen an High Heels oder Bootines wesentlich spannender und erträglicher aus …
Nun gut, die Belle Vivier Jacquard Camouflage Ballerinas sind wunderschön, was sich Roger Vivier aber mit happigen 520 € bezahlen lässt. Die Lackleder-Variante der Gomette’s von Roger Vivier zeige ich euch in Tintenblau (375 €), die gibt es aber auch in ungefähr zehn weiteren Farben.
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Links: Ballerinas von Roger Vivier; rechts: Ballerinas von Tod’s

Die hellen Lederballerinas von Tod’s, sind noch einmal das Modell Dee (335 €), das auch als Car Shoe getragen werden kann … da ist sonst nicht viel dran, aber die Qualität ist bekannt solide und langlebig. Damit wären wir eigentlich schon durch … aber ohne diese flachen und sehr schmalen Prinzessinnen-Ballerinas mit Spitze ist so ein Bericht nicht komplett.
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Links: Ballerinas von Valentino; rechts: Ballerinas von D&G
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Links: Ballerinas von Gianvito Rossi; rechts: Ballerinas von Tabitha Simmons

In dieser Saison gibt es viele schöne Paare, und einige zeige ich euch hier: die Ballerinas aus schwarzem Samt mit Kristallverzierung erinnern mich etwas an Schuhe von Manolo Blahnik, sind aber von Valentino (540 €) … und die ebenfalls sehr eleganten, flachen Schuhe aus Boucle-Tweed mit Kristalldeko kommen von Dolce & Gabbana (475 €). Ganz schlicht und nur mit etwas Rauleder abgesetzt sind die flachen schwarzen Schuhe von Gianvito Rossi (470 €), die es auch in ganz hellem Leder gibt. Sehr schick und als Zitat auf Loafers sind die spitzen Alexa Ballerinas von Tabitha Simmons (450 €) in schwarz-weiß gearbeitet.
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Links: Ballerinas von Nina Ricci; rechts: Ballerinas von Chloé

Die Leather and Snakeskin Ballerinas von Valentino sind an der Spitze aus Seide und am Rist sehr schön mit Swarovski-Steinen dekoriert. Das muss man sich aber leider 600 € kosten lassen, wenn man wie Cinderella auf Ballerinas um Mitternacht entschweben will. Ein Paar habe ich noch: die ganz hellblauen Lederballerinas von Chloé, damit ihr nicht denkt, ich hätte auf diese Marke vergessen. Da gibt es viele Ballerinas, die mir aber zu chichi waren und nicht alle nach dauerhaftem Schuhmacherhandwerk wirkten … aber, wer weiß das schon.

Insgesamt verlangen diese schmalen und spitz zulaufenden Ballerinas nach den schönsten schmalen Füßen … sich da hinein zu quetschen, wäre ein Frevel … a pro pos: die Rockstuds von Valentino gibt es mit und ohne Riemchen schon so oft auf der Straße, leider auch als Kopie, so dass ich euch vom Kauf dieser auch noch relativ teuren Alexa-Chung-Treter herzlich abrate.
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Links: Ballerinas von Lanvin; rechts: Ballerinas von Repetto

Und zu den Ballerinas schlechthin, die bekanntermaßen von Repetto kommen, mache ich nur eine kleine Notiz: spart euch die zarten Schuhe bitte für daheim auf, auf der Straße gehen die Teile viel zu schnell kaputt, und dafür sind die 185 € einfach zu viel … das gilt leider auch für die tollen Satinteile von Lanvin … die sehen nach zweimal auf der Straße nicht mehr nach 395 € aus.

Bis sehr gespannt, was ihr zu den Ballerinas als Schuhoption im allgemeinen und zu diesen hier im speziellen sagt, liebe LeserInnen …

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  • peter
    19. Dezember 2013 at 15:07

    Die Rogier Vivier sind eindeutig meine Lieblinge!!!

  • monsieur_didier
    19. Dezember 2013 at 17:02

    …auch für mich sind die Klassiker von Roger Vivier meine Favoriten…
    aber man sieht sie so selten…
    was man aber leider sehr oft sieht sind die von Dir angesprochenen Varianten: …zu klein, zu ausgelatsch, zu billig, zu ramponiert, zu sehr nicht zum Stil passend…
    an Ballerinas scheiden sich ja die verschiedenen Geschmäcker…
    sie sind mir aber manchmal lieber als die oben angesprochenen Mankos (…zu klein, zu ausgelatsch, zu billig, zu ramponiert, zu sehr nicht zum Stil passend…) bei High Heels…
    ich habe durch meine Großmutter bzw. meine Mutter gelernt, dass man an den Schuhen und einem Haarschnitt sehr viel mehr über den dazugehörigen Menschen erfährt, als diesem lieb sein kann 😉

  • Siegmar
    20. Dezember 2013 at 12:26

    die einzige die Ballerinas stilvoll getragen hat war Audrey Hepburn. Sonst sind es die meist oben genannten Billigteile, zu schlimmsten Kik-Klamotten.

  • Daisydora
    20. Dezember 2013 at 14:09

    @peter

    Die Roger Vivier’s finde sogar ich als erklärter Skeptiker dieses Schuhtyps schön … an den richtigen „Christkindfüßen“ …

    @monsieur_didier

    Ja, die sieht man so selten. Das ist keine Schuhmarke, die ihren Durchbruch in Deutschland schon hatte …. 🙂

    Ein schönes Stück Stilkunde aus deiner Familie, an dem Du uns teilhaben lässt … da denke ich sofort an total verfärbte Haare, seltsame Selbsteinschätzungen und die Frisuren, dei daraus mitunter resultieren 😉

    @Siegmar

    An Audrey Hepburn war alles schön, inklusive dem Fakt, dass selbst Ballerinas hochelegant an ihr wirkten …. und ich sehe schon, Du bist auch kein allzugroßer Fan dieser Schuhe 😉

  • Daisydora
    20. Dezember 2013 at 14:10

    🙂 das geht doch gar nicht, dass peter kein Lächeln bekommt …

  • monsieur_didier
    21. Dezember 2013 at 14:28

    …Peter bekommt selbstverständlich IMMER ein Lächeln 🙂
    und das verdientermaßen…!