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Achtland wird keine weiteren Kollektionen präsentieren …

achtland horstson
Bild: Kate Bellm; Courtesy of Prag PR

… zumindest vorerst. Nach vier Jahren kreativen Schaffens und sieben Saisons wird das deutsche Label eine Pause einlegen. Als Grund wird angegeben, gesteckte Ziele nicht erreicht zu haben: „Wir haben daher beschlossen, dass es nun an der Zeit ist, das Konzept von Achtland grundsätzlich zu überdenken“, erklärt Thomas Bentzer. „Wir wollen uns Zeit nehmen um zu beschließen, ob und in welcher Form wir an unsere Erfahrung und unsere Arbeit mit Achtland anknüpfen können.“
Oliver Lühr, zweite Hälfte des Designer-Duos ergänzt: „Wir blicken mit Stolz auf die letzten vier Jahre zurück und sind sehr dankbar für die Unterstützung, die wir in dieser Zeit von vielen Seiten erfahren haben!“

Zur Erinnerung: Achtland wurde 2011 von Oliver Lühr und Thomas Bentz in Berlin gegründet und galt als eine der größten deutschen Modehoffnungen: Die beiden Männer haben in nur fünf Saisons geschafft, wofür andere Jahrzehnte brauchen – eine Handschrift zu entwickeln, die nicht langweilt. Einen Wiedererkennungswert zu schaffen, der trotzdem immer wieder überraschen kann“, schrieb die Süddeutsche Zeitung noch Anfang letzten Jahres.

Die Frühling/Sommer 2016 Kollektion wird nicht mehr in Produktion gehen.

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  • Monsieur_Didier
    5. November 2015 at 16:35

    …für die Händler sicherlich nicht schön, aber für Oliver Lühr und Thomas Bentz sicherlich bedauerlicher, wenn man nicht direkt von einer Katastrophe reden möchte…
    dies sind schwarze Monate für die ganze Branche…!!!

  • Serven
    5. November 2015 at 22:21

    Schrieb die Süddeutsche im letzen Jahr. Das ist das Problem. Wie ich schon bei der Lanvin Sache geschrieben hatte und bei RS.
    Die kleinen sieht keiner. Die kriegen alle vier Jahre mal eine Notiz, das war es es dann?
    Die Medien hätten die Möglichkeit, ausgleichend zu den grossen Labels auch kleine zu fördern. daran besteht kein Interesse.
    Das Cover der italienschen Vogue vom September war ein Prada Cover. Es hatte inhaltlich keinen Bezug zum Heft. Null. Innen steht auch, dass es in Zusammenarbeit mit Prada entstanden ist.
    Wenn die Sache so läuft, dann können Achtland-Nasen natürlich einpacken. Produktion, Vertrieb, Retouren etc…
    Und einmal eine Erwähung in Vogue und einmal in der Süddeutschen. So kann sich keiner halten und das macht mich ärgerlich.
    Wir werden weichgespült und es gibt Highlabel-Einheitsdesign. Ich liebe die neue H&M kollektion. Aber niemand hätte ein T-shirt von Achtland gekauft, wenn es eines von H&M Balmain gibt. Und da liegt das Problem.
    In den letzten 10 Jahren habe ich viele kleine Labels untergehen sehen, die wirklich gut waren. Leider!

  • PeterKempe
    5. November 2015 at 23:08

    … und man darf nicht vergessen: Sie müssen finanziell eine Kollektion aufstellen, sie herstellen und liefern – das alles im Vorraus finanzieren und dann zahlen die Händler eventuell nach 60 Tagen, mit Pech gar nicht oder versuchen am Saisonende alles zurückzuschicken. Wer soll das bezahlen und woher soll da noch die Motivation kommen?

  • Serven
    5. November 2015 at 23:13

    Ich habe mal einige „deutschstämmige“ , -„sprachige“ Labels rausgesucht, die ich seit Jahren beobachte. Alles gute, solide Designer, die seit Jahren gute Kollektionen, zum Teil mit sehr geringem Budget machen. Teils einfach nur der Liebe zur Mode wegen. Kaum eines davon findet in den Medien Erwähnung. Auch das mit einem „Leider“ versehen und ich verstehe nicht, warum das so ist.
    Was meint Ihr? Schaut sie Euch mal an und entscheidet, woran
    es liegen könnte.

    http://www.realitystudio.de
    http://www.atelier-vier5.com
    http://www.annegorke.com
    http://www.petarpetrov.com
    http://www.renestorck.com/

  • PeterKempe
    6. November 2015 at 01:19

    @ Serven
    Vier5 ist seit Jahren mein persönlicher Liebling. Die beiden Jungs sind toll und ihre grafische Arbeit sowieso … Marco und Achim machen aber auch noch die Fairy Tale und entwickeln Konzepte für Ausstellungen und leben daher nicht allein von der Mode.

  • Serven
    6. November 2015 at 11:29

    @ Peter Kempe

    Ja, über das Magazin bin ich auf sie gekommen. Ich habe es bei Pro Qm gekauft.
    Und ich bin verrückt nach den goldenen Hosen! 🙂

  • Serven
    6. November 2015 at 11:40

    @ Peter Kempe (Nachtrag)

    Buy Local.
    Ich habe mir jetzt anstatt bei Ebay das Balmain-Hemd zum irrwitzigen Preis zu ersteigern die goldene Hose gekauft:
    http://www.atelier-vier5.com/ss16/lookbook_mart/lookbook_1.html
    Die schenke ich mir zu Weihnachten! 🙂

  • Siegmar
    6. November 2015 at 11:46

    @ Serven

    über die unverschämten Preise bei ebay für H&M/Balmain braucht man nicht zu diskutieren. Die goldene Hose find ich auch klasse, nur eine frage wohin zieht du die an?

  • Serven
    6. November 2015 at 12:48

    @ Siegmar

    Das ist eine gute Frage. Ich habe sie mir erstmal zur Freude gekauft und wegen meinem Balmain-Frust.
    Und ich dachte, im Sommer am Strand mit einem Military T-shirt und einem Jeanshemd. Ich hatte dieses Jahr eine Neonpinkfarbene von Stone Island. Ich denke, da ist dann
    Gold auch noch akzeptabel. 🙂

    Ich denke auch noch daran, mir eine der Jeanswesten zu bestellen. Die find ich super. Die kann ich dann auf jeden Fall tragen! 🙂

  • Siegmar
    6. November 2015 at 13:56

    @ Serven
    Strand ist gut und mit einem Military Shirt sieht das klasse aus. Ich bin nicht ganz so mutig,

  • Siegmar
    6. November 2015 at 13:59

    @ Serven
    ich mag noch sehr den Berliner Hien Le, macht tolle Sachen.

  • Serven
    6. November 2015 at 14:28

    @ Siegmar

    Ja, Hien Le kommt auch noch dazu. Und es gibt noch einen, dessen Namen ich nicht weiss.
    Es ist schön, diese Dinge zu entdecken und sich daran zu freuen und zu kaufen. Man hat das besondere im Schrank!

    Im Grunde finden wir bei den „Grossen“ viel, was über Jahre hinweg bei den „Kleinen“ mit viel Arbeit und auch viel Selbstaufgabe entwickelt wurde.

    Ich habe einen Freund, der wunderbare Kollektionen gemacht hat. Es hat sich keiner dafür interessiert. Er konnte sich nicht über Wasser halten mit seinen Entwürfen. Später ging er dann zu Margiela in die Frauenlinie. Er hat die gleichen Dinge wir vorher gemacht und sie verkauften sich wie geschnitten Brot.
    Nur eben mit dem weissen Label…

    Und so wie es gerade alles abläuft, liegt es doch an uns, die Leute zu fördern, die es mit Liebe und Leidenschaft machen und nicht noch mehr Geld in Aktionäre zu blasen. Wir sollten
    wieder das kaufen, was uns gefällt und nicht das, was uns gefallen „muss“.
    Ich glaube, im Moment mit seinen kritischen Entwicklungen zeigt sich auch wieder sehr stark der Ursprung der Mode. Es sind neue Richtungen zu sehen und die spielen sich jetzt vermehrt auch ausserhalb der grossen Schauen ab. Man muss nur die Augen offen halten!

  • SB
    11. November 2015 at 02:01

    Wieso ist das für die Händler schade, das Achtland vorerst keine Kollektion mehr zeigt? Sie sind doch diejenigen, die über Aufstieg oder Fall eines Labels entscheiden, indem sie Stücke für ihre Läden ordern oder eben nicht. Angesichts des familiären Hintergrundes von Herrn Bentz, muss man sich zumindest in finanzieller Hinsicht keine Sorgen um die Beiden machen. Und, was die Presseberichterstattung betrifft, so wurden die beiden stets stark – zurecht- gefeatured (Bunte, Elle, Vogue, FAZ, SZ und zudem noch mit dem Bunte New Faces Award ausgezeichnet). Dass das alles dennoch nichts genutzt hat, zeigt zum einen, dass die Modepresse doch nicht die Macht hat, die sie gerne hätte (Gott sei Dank), und zum anderen, dass mit einem eigenen Modelabel hierzulande einfach kein Geld zu verdienen ist. Wenn es den Achtland-Jungs trotz ihrer soliden Ausbildung (der Eine Business in London / der Andere Mode in London und Paris), ihrer persönlichen Souveränität und ihren hervorragenden Kontakten nicht gelingt, schwarze Zahlen zu generieren, kann man sich vorstellen wie „dreckig“ es abseits des Rampenlichts vielen anderen deutschen Designern gehen muss. (SB)