Sneakers

Da ist er wieder

(Bild: Northwave)

Denkt man an die 1990er-Jahre, kommt man um zwei Schuhmarken, die den damaligen Zeitgeist maßgeblich geprägt haben, nicht drumherum: Acupuncture und Northwave. Während Acupuncture – man erinnert sich sicher noch an das subversive „A“ auf dem Klettverschluss – aus dem Umfeld einiger Ex-Punks, die die fixe Idee hatten, im Sneakergeschäft reich zu werden, stammt, begann die Geschichte von Northwave schon in den 1970er-Jahren. Snowboard-Boots legten damals den Grundstein für die italienische Brand, die sich schnell zum Geheimtipp der Szene mauserte.
Da Snowboarder die Schuhe auch nach ihrem waghalsigen Sport trugen, beschloss Northwave Anfang der 1990er-Jahre, eine neue Art von Sneaker auf den Markt zu bringen, bei dem die Sohle eines Snowboardschuhs und das Obermaterial eines Turnschuhs verwendet wurden. Wie es zu dem Namen kam, ist nicht überliefert, vielleicht ist es die Reaktion, wenn man den „Northwave Espresso“ das erste Mal sieht: Man ist hellwach, was vor allem der Sohle geschuldet ist, die nicht ohne Grund als „Big Boy“ bezeichnet wird.

Die Sohle ist tatsächlich eine kleine Reminiszenz an den Snowboard-Sport: „Von Snowboard-Fahrern für Menschen designt“, so das kühne Motto der Marke. Durch das breite Fußbett sind die Schuhe bequem und sorgen – egal, ob im Schnee oder im Club – für Standfestigkeit.
Irgendwann gerieten Acupuncture und der Northwave Espresso in Vergessenheit. Während Acupuncture immer noch darauf wartet, aus dem Dornröschenschlaf wach geküsst zu werden, feierte der Northwave Espresso 2014 einen Relaunch – erst auf dem japanischen Markt, nach und nach in Europa und seit ca. einem Jahr sieht man ihn auch wieder hier an den Füßen urbaner Menschen. Die Reaktion ist aber immer noch geblieben: Man wird auf den ersten Blick hellwach.

Ich frage jetzt einfach mal in die Runde, welche Sneaker ihr in den 1990er-Jahren getragen? Acupuncture oder Northwave? Oder den Superstar, der zeitgleich auch ein kleines Revival gefeiert hat? Oder etwa Buffalos?