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Pinks pinke Popshow @ Waldbühne Berlin

(Bild: Ryan Aylsworth)

Die Waldbühne war an diesem Abend restlos gefüllt und von mitgealterten Pink-Fans bis hin zu offensichtlichen Konzertkartengewinnern war alles dabei. In wasserabweisende Stoffe oder Regenmäntel gehüllt, warteten alle auf Sie. Alecia Beth Moore oder besser gesagt: Pink. Diese oftmals fälschlicherweise als lesbisch geschätzte und von der Community gefeierte Rockröhre, die von Anfang der 2000er bis 2012 mit insgesamt 6 Alben und zahlreichen Auszeichnungen die Massen begeisterte. Dementsprechend hoch war an diesem Abend auch die Anzahl der eingesessenen Fans „von früher“. Und so gibt sie sich dann sehr volksnah und kommt vom oberen Rang zu Fuß die Treppe herunter. Selfie hier, Küsschen da, Umarmung dort. Schön, dass ich wieder hier sein darf.

Zu „Get This Party Started“ geht es dann auch stilecht los. Da kann es vor lauter Aufregung auch mal mit dem Einsatz bzw. Playback schieflaufen, egal. Die Geschwindigkeit wird mit „U+Ur Hand“, „Trouble“ und „Just Like A Pill“ dann auch gehalten. Gib den Leuten was sie wollen, nämlich die Gassenhauer oder wie meine Generation das nennt: die Hits. So ist das mit Acts, die ihre Hochzeit bereits etwas hinter sich gelassen haben. Man muss das Alte bringen und das Neue untermischen. Bei Pink geht das an diesem Abend auf. Hinzu kommt ihre recht hohen Affinität zu Covern. Da wird „Just A Girl“ von No Doubt geschmettert oder auch „River“ von der in Deutschland leider relativ unbekannten Bishop Briggs. Kennt man die Songs nicht, hätte man sie ohne weiteres ihr zuschreiben können. „Ich hoffe es ist ok, wenn ich so viele Coversongs performe, aber ich liebe sie einfach so“. Welchen Song sie nicht so liebt ist, und das ist überraschend: „Don’t Let Me Get Me“. Aber auch da hat Pink vorgesorgt und performt den Song zusammen mit James Gillespie, seines Zeichens auch Supporting Act. Zwischendurch zieht sie dann die von einem Fan auf die Bühne geworfene Einhornmütze auf und albert rum. Überhaupt sind Kuscheltiere der Shit an diesem Abend. Didlmäuse (ja, die gibt’s noch), selbstentworfene Puppen, Ratten (ihre Lieblingstiere) und sogar ein Cheesecake werden auf die Bühne geworfen. „Ich kann mich nicht konzentrieren, wenn ihr hier so viel auf die Bühne werft“, albert sie dann wieder kurz rum. Und auch die Wasserflasche macht ihr zu schaffen („Das ist die größte Wasserflasche der Welt“). Aber wer gibt einem Sänger auch eine VOSS-Wasserflasche zum Trinken auf die Bühne? Das aber macht Pink anscheinend aus. Dieses Normale im offensichtlich nicht Normalen, das Greifbare und das Rotzige. Nur das eine Mal an diesem Abend, als ihr neuer Song „What About Us?“ performt werden soll, hat sie ihren Adele-Moment. „This sounds like shit“ mäkelt sie am Pianointro zu ihrer neuen Single rum und fängt gleich nochmal an. Aber auch hier wird dann einfach unter Applaus wie bei Adele einfach neu angesetzt.

Pink „What About Us?“

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