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Marissa Mayer’s GOING PUBLICity …

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Bild: Mikael Jansson; Vogue

Die Frage ist rhetorisch: aber was würde die Öffentlichkeit wohl dazu sagen, hätte sich Rene Obermann, noch Chef der Deutschen Telekom, in knappen Shorts von Raf Simons auf derselben Liege geräkelt, die YAHOO CEO Marissa Mayer dazu benutzte, sich als eine der bekanntesten – und vielleicht auch besten – Wirtschaftslenkerinnen der Welt so richtig attraktiv, sexy und begehrenswert zu fühlen?
Der hätte das wie alle Kollegen, Vorstände, Geschäftsführer, Chief Executive Officers oder was auch immer von Bluechips und anderen Schwergewichten der Wirtschaft, niemals gemacht. Dazu muss man Männer, die Macht haben, gar nicht erst fragen. Man macht sich nicht zum Hanswurst, auch dann nicht, wenn ausgerechnet Anna Wintour ruft. Was sollte damit auch bewiesen werden?
Als Chef von YAHOO hat man ganz andere Baustellen, auch nach der glücklichen Übernahme von Tumblr. Außerdem, ähnlich narzisstische Motive kennt man von den leicht verzweifelten Frauen, die zwar keine Models sind, sich aber für den Playboy ausziehen, um ihren Enkelkindern später mal zeigen zu können, wie gut Omi damals in shape war … selbstredend legt man wert auf ästhetische Fotografie, sagen die Nackten. Weibliche Zeigefreudigkeit, „bis der Arzt kommt!“
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Braucht eine fähige Frau, die Stanford Absolventin ist, tatsächlich den Kick, mal für (mehr als 15 Minuten) als CEO PinUp durch die Medien zu geistern? Ich weiß, es gibt Marketingexperten, die Marissa Mayer dazu gratulieren. Grund, dieser unsägliche Käse, bei solchen Unternehmen müsse auch der Chef eine „Marke“ sein. Yahoo müsse sich verjüngen und in den Medien anders wahrgenommen werden, und so weiter. Schon richtig, aber die Marke gibt es schon, das ist YAHOO und Menschen sind keine Marken, das kann man nicht oft genug betonen. Es reicht, wenn sie fähig und die richtige Frau, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort sind. Was bei Marissa Mayer wahrscheinlich ist.

Im wirklichen Leben, das weiß glaube ich mittlerweile jeder, der Zeitung liest und sich informiert, sieht Marisas Mayer ganz normal aus und man würde sie nicht als wahnsinnig attraktive Frau wahrnehmen, was auch nicht weiter von Bedeutung wäre … wenn, sie da nicht der Teufel geritten hätte, sich mit der nötigen Körperspannung aber lasziv, vor dem Objektiv des Topfotograf Mikael Jansson auf dieser regenfesten Designerliege zu räkeln. Kein besonders tolles Foto, eigentlich auch kein echter Aufreger, aber völlig überflüssig … und es könnte sich zum Backdraft für Marissa Mayer entwickeln, wenn die Zahlen längere Zeit nicht stimmen …

Ein Schnipsel des Medienechos kommt hier.

Yahoo CEO Marissa Mayer’s Vogue spread starts debate

Mein Daisy-Fazit: CEOs sollten unternehmerische Visionen haben oder entwickeln, alles Nötige umsetzen, geistige Exzellenz, Kreativität und Innovationskraft im Unternehmen fördern, damit möglichst schnell die richtigen Weichenstellungen stattfinden und die Zahlen nachhaltig stimmen. Und dabei kann Anna Wintour garantiert nicht helfen.

Aber, was sagt ihr dazu, liebe LeserInnen? Sehen wir solche Bilder auch bald von Mark Zuckerberg, Dieter Zetsche oder Monsieur Arnault? Oder wünschen wir uns hier lieber, dass noch mehr Frauen in Führungspositionen auf formschönen Gartenmöbeln vor Topfotografen posieren? Bin echt gespannt …

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  • IsabelMunich
    25. August 2013 at 19:30

    Das könnten sich deutsche Businesswomen auch mal trauen. Understatement ist eben nicht alles.

  • Jana H.
    25. August 2013 at 20:01

    Men actually do the same, they use their „erotic“ potential and looks if they can, don’t tell me it’s not true. Poeple like a good business man, but if he is good looking, they love him.
    But ok, there is no need to do such a pose I guess, but reminding us that a CEO can also be a woman, an let her be just that for a few minutes… what’s wrong with that?
    Vogue is Vogue, and they try to brig „whatever it’s going on to the pages of Vogue“. And it’s a fashion magazine, so they are not going to show us this woman without make up, and in pijamas. Actually they could, but would they??

  • Siegmar
    26. August 2013 at 11:21

    @ Daisydora
    ich kann deinem Kommentar nur zustimmen, das Foto ist überflüssig, weil reduziert auf “ schaut her ich bin auch sehr lasziv und sexy “ einem CEO steht so was nicht, sollte sich um die Baustelle „yuhuu (yahoo) ;-)“ kümmern, da liegt einiges im argen.

  • Daisydora
    26. August 2013 at 12:45

    @Isabel Munich

    Klar ist Understatement nicht alles, aber jedes „Amt“ verlangt nach einem gewissen Maß an Würde und als CEO sollte man wenn, andere Bilder oder Editorials, gerne auch von Topfotografen und für die VOGUE, von sich machen lassen. Es geht mir auch um die objekthafte Pose … 🙂

    @Jana H.

    Interessant, dass Du das so siehst … welche Männer in der Gewichtsklasse von Marissa Mayer machen das?

    Und was die Pose anbelangt, scheinen wir ja nicht so weit auseinander zu liegen, aber ich fände diese überaus doofe Pose selbst bei einem Model für verzichtbar … und niemand spricht Marissa Mayer ab, eien Frau zu sein, die alles sein kann und ausleben kann, was sie will, aber bitte privat. Und in Editorials für Hochglanzmagazine sollte sie andere Geschichten für sich reklamieren und darauf achten, dass am Ende das Bild einer modernen und tollen Frau erlebbar wird und nicht eine „hingegossene Liegestuhl-Maus“ .. 🙂

    @Siegmar

    Genau … als CEO braucht man wenn überhaupt was in der VOGUE kommt, andere Fotos 🙂

  • Marissa Mayer ist die Angela Merkel von yahoo, oder so… | meiersworld.de
    26. August 2013 at 14:38

    […] eher der Mode-/Schauspielbranche zu zuordnen, also einem eher zeigefreudigen Geschäftszweigen. Bei horstson sehen sie das übrigens ganz ähnlich, eine CEO kann sich natürlich in hübschen Kleidern […]

  • Horst
    27. August 2013 at 10:02

    Vermutlich ists einfach nur ein „Mädchentraum“ mal in der Vogue als „richtiges Model“ zu sein …
    Abgesehen davon hätte ich sie auf dem oberen Bild nicht erkannt.

  • Daisydora
    27. August 2013 at 15:29

    @horst

    Das könnte ichs ogar verstehen, aber sie bekommt sicher auch noch die Chance, von Annie Leibovitz oder wem auch immer als moderne Frau fotografiert zu werden und dann ist sie halt in Vanity Fair oder Harpers Bazaar … 😉 ich hätte sie auch nicht erkannt …