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„I want Vladimir Putin to get to know me“ x Blake Skjerllerup x Sotschi, I’m gay and I’m coming! x George Clooney

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Blake Skjellerup by James Demitri für GT (Gay Times)

Vitali Klitschko kämpft in der Ukraine nur mit der Kraft des Geistes und der Worte dafür, das große und Europa nahe Land nicht Janukowitsch, Putin und seinen korrupten Vasallen zu überlassen … und Frau Dr. Merkels feines Gespür für global medienrelevante Themen hat sie mal wieder geradewegs dort hin geführt, wo die schönsten Bilder der mächtigen Kanzlerin entstehen, die sich so gerne als Humanistin reinsten Wasser geriert, mit Medaillen dekorieren und feiern lässt.
Derweilen erledigen kommunale Ausländerbehörden und das Bundesamt für Migration die Drecksarbeit an politisch Verfolgten aus der Russischen Föderartion, die ihnen Regierung, Dublin II und der jeweilige Innenminister als Vorgaben auf den Tisch knallen … Und Vladimir Putin hat von Deutschland ohnehin wenig zu befürchten. Man ist ja gegenseitig gut im Geschäft und der Exportladen Deutschland muss schließlich weiter brummen.

Lediglich der Bundespräsident, ein sehr weiser Mann und einsamer Rufer in der Wüste, hat sich positioniert und wird sicher klare Kante zeigen … und das tun, was nützt: Russland medial den Spiegel vorhalten, während der PR-Event Nummer 1., die Olympischen Spiele in Sotschi weltweit von mehr als einer Millarde Menschen im TV gesehen werden. Ich hoffe, viele Regierungschefs und Präsidenten folgen diesem Beispiel und sprechen offen aus, was ohnehin jeder weiß: das große Russland und die Teilrepubliken der Föderation sind von normalen Zuständen in Demokratien weiter entfernt, als meine Geburtsstadt Wien von Novosibirsk.
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Blake Skjellerup

Aber zum Glück gibt es da Aktivisten, die alleine mehr Mumm in den Knochen haben, als so manche Regierung: Blake Skjellerup, ein Neuseeländer mit dänischen Vorfahren, hat jede Menge Botschaften für Vladimir Putin und kommt mit ganz konkreten Zielen nach Sotschi … wo er vermutlich nicht zu den besten Short-Trackern gehört … aber den Laden ordentlich aufmischen wird. Blake ist bekennend schwul und will nach Jahren der Diskriminierung, die er im schönen und an sich liberalen Neuseeland als Jugendlicher und junger Mann erfuhr, nun nicht mehr schweigend ertragen, was Spießer allerorten ihm und seinesgleichen zumuten. „Bei den Winterspielen in Sotschi will der Provokateur für die Rechte Homosexueller kämpfen“, so die Subline des Artikels „Der Coverboy“ von Lukas Eberle über Blake Skjellerup im Spiegel von vergangener Woche, den ihr lesen solltet … Die weltweite Medienaufmerksamkeit ist ihm und seiner guten Sache sicher, CNN drehte eine Dokumentation über Blake und sein Anliegen (noch nicht verfügbar).

Olympians jeer Russia’s anti-gay law

Blake hat kapiert, dass es nicht geht, in Sotschi als Sportler dabei zu sein, aber Russlands Agitationsweise gegenüber Homosexuellen mit Indifferenz zu begegnen; sondern, dass es wichtig ist, solidarisch zu sein, auf die Menschenrechte hinzuweisen und die Spiele dafür zu nutzen, wofür sie eigentlich auch da sind: die Menschen und Völker der Erde im Sport friedlich zu vereinen … ein Fest zu feiern, das allen Menschen rund um den Erdball zeigt, dass es reicht, sich im Sport zu messen, und nicht in Kriegen … dass der Beste gewinnen möge, unabhängig seiner Herkunft, Hautfarbe, politischen und sexuellen Orientierung. Go For It, Blake, wir sind dabei! … weil wir verlogen-bigotte Spießer ganz schlimm finden, und das unabhängig davon, welche Klamotten sie tragen 😉
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Blake Skjellerup by James Demitri für GT (Gay Times)

Dass auch George Clooney mal wieder passend Flagge zeigt, wird niemand hier wundern. Ich finde es richtig gut, wie er mit seiner kurzen Botschaft den Menschen in der Ukraine, die mit Recht die Nase voll haben von all den korrupten Zuständen, mehr als 22 Jahre nach Erhalt der Unabhängigkeit, den Rücken stärkt. Clooney ist einfach cool. Und ich gucke ja keine Boxkämpfe, aber ich vertraue den Klitschkos, die Demokratie aus Deutschland kennen … Und solche Tweets absenden: Klitschko Yanukovych, you are a SHAME for our Ukrainian history since you sent the police to #Maidan, trying to BEAT UP peaceful demonstrators! Schade, dass ich Pazifist bin, wie Klitschko Janukovitsch und Putin in die Seile befördert, das würde ich zu gerne sehen.

George Clooney’s video message of support to Ukrainian protesters

Mögen die Proteste der Demonstranten zu demokratischen Wahlen … und die von Dr. Joachim Gauck, dem großartigen Bundespräsident, und Blake Skjellerup dazu führen, dass Putin und seine Mannen endlich kapieren, dass ihnen das größte Land der Erde nicht gehört … dass auch dort die Menschen und deren Wohlergehen der Maßstab allen Handelns sein muss.

Und, werte Frau Bundeskanzlerin, die Kraft der Bilder an der Seite von Vitali Klitschko ist nicht der eigentliche Job … räumen Sie bitte endlich auf in ihrem Asylland-Laden, es ist eine Schande für Deutschland, wie hier zum Teil mit politisch Verfolgten aus den Teilrepubliken der Russischen Föderation umgegangen wird.

Derweilen gucken wir Blake Skjellerup beim Eisschnelllaufen und dem Vertreten der guten Sache zu… oder etwa nicht, liebe LeserInnen?

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  • Mia
    16. Dezember 2013 at 10:58

    „Clooney ist einfach cool.“

    Solange er von einem Unternehmen namens Nestlé zig Millionen kassiert – Nein.
    Damit hat er jede Glaubwürdigkeit angesichts seiner politischen Proteste für mich verloren.

  • Daisydora
    16. Dezember 2013 at 11:05

    @Mia

    Ich muss jetzt mal ganz dumm fragen, was ist an Nespresso nicht OK? Ich verwende solche Kapseln oder Pads ja nicht, weil ich das für überflüssigen Müll halte … und ich halte mich von den Produkten multinationaler Nahrungsmittelkonzerne weitestgehend fern, weil mir die sowieso nicht schmecken, aber ich glaube ich verstehe Deine Kritik nicht wirklich ganz richtig?

    Bitte um erhellende Aufklärung, Mia 🙂

  • Anmerkung
    16. Dezember 2013 at 11:25

    Er hat sich nicht für Sotschi qualifiziert, womit dieser Beitrag recht hinfällig ist. Sein Geschrei diente auch der Spendengewinnung in eigener Sache.

  • søren
    16. Dezember 2013 at 12:02

    @Anmerkung:
    Man braucht keine Legitimation, um gegen Machtmissbrauch und Diskrminierung zu protestieren. Daher ist der Beitrag keinesfalls hinfällig.

    Ich freu mich über jeden, der in Sotschi oder in Zusammenhang damit mutig genug ist, den Mund aufzumachen und das Unrecht zu benennen.
    Und ich hoffe, dass Putin die olympischen Spiele um die Ohren fliegen werden, falls es zu kreativem und überraschendem Protest kommen wird.

  • Wolfram
    16. Dezember 2013 at 12:06

    George Clooney ist sehr prominent und viele Leute, die sich sonst nicht mit den Zuständen in der Ukraine auseinander setzen, werden auf dieses Thema aufmerksam, anstatt sich zu freuen, dass er Stellung bezieht, wird wieder, sehr deutsch, erstmal er abgehandelt, als sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Ich kaufe auch keine Nestle-Produkte, ich kaufe aber auch nicht bei Alnatura oder Tegut mit ihren Mondpreisen, ich kaufe beim Metzger oder Bäcker in meinem Stadtteil, die schon Jahrzehnte ihre Läden betreiben. Ich sehe das Positive in diesen Aktionen, dass sich Menschen (prominent oder weniger) für Demokratie einsetzen, wo auch immer Menschenrechte mit Füßen getreten werden und ihren Mund aufmachen.

  • Siegmar
    16. Dezember 2013 at 13:00

    Mia

    Clooney engagiert weltweit für humane Projekte und macht sich zum Gesicht von notleidenden Menschen und hilft und ist vor Ort. Ich kenne die Summe nicht die er von Nestlé bekommt, ist mir auch egal, da er mit seiner Bekanntheit viel Aufmerksamkeit schafft und das zählt und sich für demokratische Verhälntisse in der Ukraine enzusetzen od. gegen Sotschi zu sein, kann ich nur unterstützen.
    @ Soren ich stimme dir in jedem Punkt zu.
    @ Anmerkung
    eine persönliche Bemerkung, ich mag es schon nicht, wenn Leute keine Namen haben, weil dann auch in der Regel ein negativer Beitrag gepostet wird, siehe in deinem Fall. Welche Legitimation sollte er den haben, er ist schwul ist das 1. nicht Legitimation genug und 2. Jeder aber auch jeder hat das Recht sich zu diesen unsäglichen die zur Zeit in Russland und der Ukraine passieren zu äussern, ob er ich Sotschi teil nimmt od. nicht.
    @ Daisydora
    ein sehr guter Beitrag zu richtigen Zeit, danke !

  • Daisydora
    16. Dezember 2013 at 13:08

    @Anmerkung

    Warum soll er nicht in eigener Sache, die ja gleichzeitig die gute Sache ist, Spenden sammeln? Und man kann auch durch bloße Anwesenheit in Sotschi viel bewirken, um so mehr, als Blake Skjellerup (und anderen Akteuren, die qualifiziert sind) das Interesse der internationalen Medien gewiss sein dürfte …

    @søren

    Merci für die Mitarbeit, braucht man definitiv nicht … Leute, die nie was bemerkt oder gesehen haben wollen, gibt es ohnehin genug.

    Ich werde auch gespannt darauf warten, wie diese Spiele (hoffentlich, aber ich rechne damit) auch dafür genutzt werden, solchen verlogenen Spiessern, die selbst privat nichts auslassen, zu erschweren, so menschenverachtend weiterzumachen.

    @Wolfram

    Ein schöner und richtiger Beitrag, dankeschön. Für mich ist es auch gar keine Frage, dass Clooney garantiert nicht nach Beachtung und PR-Effekten heischt …. und es ist mir so was von egal, ob er für Nespresso wirbt. Wenn wir von diesem Verantwortungsprinzip bei Presentern ausgingen, hätten wir auf Modeblogs zu allererst ganz viel damit zu tun, uns darüber aufzuregen, wer da als Model für wen wirbt, obwohl die Kassen mehr als voll sind … und so einen Bericht kann man auf allen deutschen Modeblogs, selbst auf Horstson, lange suchen ….

    Ich sehe das Positive an solchen Aktionen auch genau so, wie Du … um so mehr, als die Kanzlerin auch noch pikiert ist, weil sich der (von ihr ungeliebte) Bundespräsident nicht pflichtschuldigst mir ihr darüber abgestimmt hat, dass er nicht nach Sotschi fährt.

  • Daisydora
    16. Dezember 2013 at 13:12

    @Siegmar

    Danke, aber da hatte ich diesmal zuerst eine lange Leitung und zu lange gewartet, nachdem ich den Artikel schon Sonntag, 08.12. gelesen hatte ….

    Die Glaubwürdigkeit von Clooney als politischer Aktivist, als Mahner und Störer, selbst in den USA, steht auch für mich außer frage … und zum Glück kann er das so, dass er eher Wohlwollen erntet, als Abwehr erzeugt …

  • Mia
    17. Dezember 2013 at 16:51

    Ich glaube nicht, dass man einen Konzern für gut befinden muss, der die Privatisierung und Plastikflaschenabfüllung von Wasser für sein „persönliches“ Millenium Goal hält. Ich tue es jedenfalls nicht.

  • Daisydora
    18. Dezember 2013 at 09:58

    @Mia

    Muss man sicher nicht. Ich kann Nestlé auch nicht gerade gut leiden und kaufe null Produkte des Konzerns, allerdings nicht aus Embargogründen, sondern weil mir der Kram ohnehin nicht schmeckt und ich das Zeug nicht vermisse. Aber Menschen weltweit kaufen Nespresso und ich maße mir nicht an, sie dafür zu schelten, so wie „wir“ Modeblogger ja mehrheitlich kein Problem damit haben, H&M noch größer zu machen, gal wie viel Blut, Schweiss und Tränen wir bei Menschen in Schwellenländern und der Dritten Welt wir damit produzieren. A pro pos: Muss gleich mal nachgucken, wie und wo die Kapseln gefertigt und befüllt werden, die Clooney bewirbt 😉

  • Siegmar
    18. Dezember 2013 at 11:04

    Mia

    Menschen im wahrsten Sinne des Wortes “ Das Wasser abzugraben “ um es in Plastikflaschen umzufüllen und zu verkaufen ist krank und widerlich, da gebe ich dir absolut Recht. Nestlé ist eben auch ein rießiger Konzern der grundsätzlich auf Gewinnmaximierung aus ist und das passiert oft in Zusammenarbeit mit Regierungen und nicht nur in den bekannten, korrupten Länder. Ich mache aber die Person Clooney nicht daran fest.Ich versuche fair einzukaufen und regionale Bio-Produkte werden von mir bevorzugt. Dann siehst du die Bilder im Fernsehen wie selbst die Bio-Landwirtschaft versucht zu bescheißen und es auch tut. Du bekommst in den Bio-Supermärkten Mango aus Costa Rica eingeflogen weil die günstiger verkauft werden können als heimische, saisonale Produkte. Wo sollen wir anfangen?

  • Mia
    18. Dezember 2013 at 14:22

    @Siegmar
    Da gebe ich dir absolut Recht!
    Wir nehmen uns selbst als Modeblogger im Moment stark in die Mangel. Allerdings ist man dann auf anderen Wirtschaftsbereichen wieder blind. Wo, wie und mit welchen chemischen Mitteln wird der ganze Dekorationsplunder für Weihnachten hergestellt? Oder: Wie werden billige Möbel produziert? Die Liste ist leider, wie schon gemeint hast, endlos.

  • Siegmar
    18. Dezember 2013 at 14:45

    Mia

    ich denke wir müssen uns alle bemühen und leider geht es oft nur ganz mühsam “ step by step“

    Meine Weihnachtsdekoration besteht aus Tanne und Kerzen und schönen Tannenzapfen, sieht klasse aus, kostet wenig und hat der Umwelt nicht geschadet.

  • Daisydora
    18. Dezember 2013 at 14:53

    @Mia

    Ich find’s ja super, wenn Du da klar Flagge zeigt, denn ich sehe das leider noch nicht so, dass sich die Branche derzeit stark in die Mangel nimmt … einzelne tun das und als österreichische Bloggerin bist Du da sicher ganz anders sensibilisiert … aber ich meine das positiv, ich hätte ja auch an die unsägliche Wasseraktion von Nestlé denken können …. wie Siegmar schon sagt: wir müssen alle mehr tun und das geht nur Schritt für Schritt und da hilft es manchmal auch, wenn Presenter solcher Marken sich für andere sehr wichtige Anliegen einsetzen …

    Die ganze Weihnachtsdeko, D’Accord, das ist schlichtweg ein Graus, wie viel von dem Plunder verkauft und dann wieder entsortgt wird.