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Hater, bleibt weg – hier immer nur lieb kommentieren!

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Das ist pure Magie: Wie kam es dazu, dass ein Morgenmantel-Fehlkauf meiner Oma Helene, der in den späten Achtzigern in den Altkleidersack wanderte, 2014 für so viel Ärger und Gehässigkeit auf einem Modeblog sorgte?
Von Zeit zu Zeit überkommt es mich, dass ich dazu beitragen möchte, aus unserer H&Mädelsbranche ein vernünftiges und seriöses Business zu machen. Doch schon an dieser Stelle höre ich Horsts Nervenkostüm flattern, ihn und meine drei Mode- und PR-Brancheninsider-Kollegen sagen: Lass das mal lieber, du trittst zwar auf die richtigen Füße, triffst den Nerv, sprichst ohnehin nur aus, was hinter vorgehaltener Hand viele sagen, aber diese Daisy-Artikel bergen immer das Risiko, dass die in ihrer Eitelkeit gekränkte Bloggerin, deren Geschäftsmodell damit gestört wird, nebst einer Horde selbst gezüchteter Trolle in Horstsons Kommentarbereich einfallen. Das hatten wir schon …
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Thomas Sidney Cooper – Die ausruhende Schafherde

Die Bedenken kann ich verstehen – für mich aber kein Grund, wie ein Schaf inmitten der friedlich vor sich hin äsenden Herde dabei zuzuschauen, wie jede Meinung zum Mobbing erklärt werden kann und kritische Kommentatoren zu Hatern gebrandmarkt werden. Mein Unwort des noch jungen Jahres steht seit Mitte des ersten Quartals fest: „HATER“.

Man ist Teil der schreibenden Zunft, besteht darauf, als High-Speed-Modeberichterstatter ernst genommen zu werden, will aber kritische Leser damit klein machen, sie mit einem abgenudelten Begriff aus dem globalen Social Media Biotop ab zu stempeln. Im Grunde sagt es alles über das Blog-Unternehmen, wenn derlei Begriffe vom Unternehmer bemüht werden.

Du gute Güte – welche gestandene Geschäftsfrau, die sich in einem unsäglichen, jedenfalls schwer verständlichen Outfit (Omas bügelfreier, rhombenförmig gesteppter Morgenmantel) auf der Website des Unternehmens zeigte, würde heulend zu ihren Freundinnen rennen und den Verfasser des Kommentars – einen Leser-Kunden – Hater nennen? Von Männern wollen wir in diesem Zusammenhang gar nicht reden. Undenkbar, im Dialog mit Kunden unsouverän zu reagieren. Aber bitte, in einem freien Land kann sich jeder als was auch immer outen. Und es ist nicht verboten, Kritikern freiwillig die ungeschützte Flanke zu bieten. Ist dieser Gaul aber erst mal los galoppiert, können ihn krude Erklärungen auch nicht mehr stoppen.
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Oliver Wetterauer – Beleidigte Leberwurst; Oel auf Holz, 2003

Eigentlich ein Grund, sich fremd zu schämen, aber mich unterhält es gut, wenn derlei beleidigte-Leberwurst-Artikel in eigener Sache auf kommerziell geführten Blogs erscheinen. Zum Glück (für die Barschaft der Blogger) sind die Akteure der PR-Agenturen, die unsere Branche mit Material, Goodies und Geld füttern, schon Kummer gewohnt. Obwohl, ich sitze da ja weniger drinnen, höre nur ab und zu Schnurren und amüsiere mich über die Anekdoten.

Was ist da zu tun? Blogger sollten aus Respekt vor den Lesern und zur längst überfälligen Schaffung von Qualitätsstandards in der Branche klare kante bekennen. Einerseits haben wir alle genug damit zu tun, vor unserer eigenen Tür zu kehren, aber auf der anderen Seite schadet es der Gesamtbranche, wenn Leser erst damit aufhören zu kommentieren – wer will schon Hasser genannt werden? … und in der Folge ganz auf das Lesen von Blogberichten verzichten. Auch der Gesamteindruck der Branche nützt oder stört den einzelnen: niemand wird anzweifeln, dass Deutschlands Printmedienlandschaft zu einer von Lesern unbesiedelten Wüste degenerierte, gäbe es nur noch BILD; BamS, SuperIllu und diese Postillen, in denen verzweifelte Hausfrauen zum elften Mal in Folge die Lüge der noch streng geheimen Schwangerschaft von Prinzessin Victoria aufgetischt bekommen.
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Bild: Terry Richardson

Leser sind Kunden! Wer das nicht kapiert, ist hoffnungslos unprofessionell. Wo kommen wir hin, wenn rhetorische Fragen dazu nötigen, dass Leser jeden Unsinn und Schmarr’n kollektiv akklamieren? Bloggen bedeutet – mit geschriebenem Meinung machen. Und als Modemeinungsmacher brauchen wir Leser. Am besten die Sorte, die sich nicht gängeln lässt. Dazu gehört zwingend der Austausch von Meinungen. Uns hilft er, bessere Themen zu finden und mit Spaß bei der Sache zu bleiben. Man will ja wissen, was das so für Menschen sind, die den Blog gerne lesen. Ist neugierig darauf, was denen gefällt und missfällt.

Und wenn Diskussionen mal aus dem Ruder laufen, kann man immer noch bitten, den Dialog via Mail weiter zu führen. Mit einem Quäntchen Humor, dem Wille zur Selbsterkenntnis und -kritik, bekommt man das hin, auch sehr kritischen Kommentaren angemessen zu begegnen. Dabei lernt man auch viel, in zweifacher Hinsicht. Es hat dem Respekt der Leser vor einem Schreiber noch nie geschadet, wenn dieser den Fehler zugibt. Gut für die Reputation, erst recht wenn man sonst nichts macht. Kunde und Auftraggeber lesen immer mit, auch in den Kommentaren. In denen sich nur wahrhaft mutige Kamikaze-Unternehmerinnen die Blöße geben, den Offenbarungseid einer Unfähigkeit im Umgang mit Kritik zu leisten. Bräsig und pampig verkauft nicht. Es ist wie Tom Ford immer sagt: „The power of nice and sex sells!“ … especially with a hint of charme and esprit, sage ich.

Meine Oma Helene kann selbst nicht kommen, lässt aber ausrichten, dass ihr das mit den Fashion-Fauxpas im Altkleidersack wirklich leid tut ….

Sooo, das war’s von mir … Was sagt ihr zum Modeblog-Modethema der gemeine Hater, liebe LeserInnen? Muss man das elegant durchstehen als Unternehmer, der an der Begeisterungsfähigkeit seiner Leser verdient? Oder hat man auf „seinem“ Blog auch das verdammte Recht auf jede beleidigte-Leberwurst-Nummer? Am besten gleich mit der ausgefahrenen Faust im Comicstil-POW drohen – BE AWARE, YOUR COMPUTER IS ALIVE! Ich bin mehr als gespannt …
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  • peter
    2. April 2014 at 10:10

    Die Leberwurst ist natürlich Grossartig!!und der Artikel auch!!

  • Mici
    2. April 2014 at 10:29

    Es heißt ja nicht umsonst, dass die ersten Berufserfahrungen oder zumindest der erste feste Arbeitgeber maßgeblich zu der Erziehung eines jungen Menschen beitragen. Dazu gehören dann seöbstverständlich Konfliktsituationen und vor allem Kritik, die nicht beschönt wird und wo man lernen (sollte), dass jemand das Ergebnis/die Leistung kritisiert und nicht die Person an sich.

    Da viele BloggerInnen, die sich selbst Redakteure nennen es aber nur gewohnt sind für ihre tollen Outfits gelobt zu werden und noch nie einen richtigen Job hatten, wo sie auf die Mütze bekommen haben, wenn sie mal scheiße gebaut haben… braucht man sich gar nicht merh darüber wundern, wenn laufend Leberwurst-Rechtfertigungsblogposts online kommen und nur argumentiert wird „na – dann geh doch weg und klick meinen Blog nicht mehr an, wenn es dir nicht gefällt“…

    Ich find es ziemlich widersprüchlich, wie manche nach Professionalität schreien und „Blogger“ als ihren Hauptberuf nennen, aber andererseits öffentliche Schlammschlachten durchführen 😡

  • J
    2. April 2014 at 10:38

    Schwieriges Thema, gut zusammengefasst

  • René
    2. April 2014 at 10:51

    Bezieht sich der Post auf Lieblingsbloggerin XY oder ist es nur Zufall, dass es mit einer dort geführten Hater-Neid-Diskussion zusammenfällt? Es ist halt immer schwierig, wenn selbstgezimmerte Podeste doch auf recht wackeligen Beinen stehen.

  • monsieur_didier
    2. April 2014 at 10:57

    …sehr guter Artikel…
    aber: …um mit geschriebenem Meinung zu machen muss man erst mal eine EIGENE haben…
    wenn ich die ganzen Blog-Beiträge lese und sehe, wo völlig undifferenziert billige Klamotten vor die Kamera gehalten werden, wo man mit der Banalität und Belanglosigkeit so vieler des Alltage konfrontiert wird, dann denke ich, dass sich da Ruck-Zuck die Spreu vom Weizen trennt…
    da scheiden sich genau solche Welten wie die zwischen einem wirklichen Roman und einem Hannelore-Heimat-Heftchen…
    sicherlich ist es irritierend und vielleicht sogar auch frustrierend, wenn bei der anfänglichen Hysterie sich alle auf die neuen Medien und die vermeintlichen Macher stürzen, weil das neue ja irgendwie immer „gut“ sein soll und das erste Interesse erregt, aber ich denke, dass sich auch in diesem Bereich wirkliche Qualität durchsetzt…
    die ganzen Füllsel und Überflüssigkeiten werden sich nach und nach von selber reduzieren bzw. der Markt reinigt sich da…
    irgendwie ist ja auch mehr gefragt, als 5 Minuten auf dem roten Teppich, ein paar Bilder vor einer chicen Labelwand, sowie das Abgreifen von Goodie Bags…
    sich mit der Geschichte des ganzen sowie einem gewissen Sachverstand mit der Materie zu beschäftigen ist einfach mehr…

    auch wenn man einfach anerkennen muss, das mit dem Aufkommen des ganzen Bloggertums ein frischer Wind aufkam und das ganze Business gehörig durchgewirbelt wurde…
    das tat (und tut) dem ganzen im großen und ganzen einfach gut…

  • monsieur_didier
    2. April 2014 at 11:03

    …mir fällt noch ergänzend der gute, alte und von mir gern zitierte Spruch ein: …was stört’s die stolze Eiche, wenn sich das Wildschwein an ihr reibt…?!?! 😉

    P.S.: …die beleidigte Leberwurst ist ganz ganz grossartig…!!!

  • Daisydora
    2. April 2014 at 12:06

    @peter

    Ich danke Dir, das freut mich … ich liebe ja diese typisch deutschen Metaphern wie die beleidigte Leberwurst und – da beisst die Maus kein‘ Faden ab 😉

    @Mici

    Deine Erklärung zu den Ursachen kann ich von a bis z unterschreiben, das hatte ich gar nicht angesprochen … natürlich wird man als Arbeitskraft auch sozialisiert und sowas kommt eben von so was. Dabei gab es für mich als Verantwortliche nie etwas beruhigenderes, als das Wissen, dass die Dinge immer der im Team macht, der das am besten kann und das ist nicht immer der Chef, dem kein Zacken aus der Krone bricht, von seinen Mitarbeitern und Kunden zu lernen … 🙂

    @j

    Vielen Dank, ja schwierig, aber auch wieder sehr einfach, weil man das Rad der Kommunikation ja nicht unbedingt neu zu erfinden hat, wenn man einen Modeblog führt 🙂

    @Rene

    Deine Vermutung trifft zu, obwohl das Thema ja rauf und runter auf Blogs thematisiert wird, aber selten so unprofessionell und nur noch mit dieser Sorte „aggressivem Anstand“, den selbst der Dümmste erkennt … ab und zu brauche ich das, sonst ist diese Branche für mich nicht zu ertragen und ich sehe mit Bedauern, dass es gute Blogger gibt, die vom Glauben abfallen, weil die Branche von derlei Leuten dominiert wird. 🙂

    @Monsieur_Didier

    An sich sehe ich den Lauf der Geschichte auch so wie Du … aber wenn eine Branche mal so verdorben ist, wie die der Modeblogger, dann ähnelt das der wahnwitzigen Vorstellung, es gäbe nur noch Revolver- und Käseblättchen und die SuperIllu und die Verantwortlichen dieser Medien bestimmen dann, was gut zu sein hat.

    Vermutlich wird es sehr lange brauchen, bis hier Qualitätsstandards erlebbar werden … im Moment habe ich eher den eindruck, dass gute Leute langsam das Handtuch werfen. Für uns spielt das als Hobbyschreiber mit so guten Lesern einerseits keine Rolle, aber wir sind auch Teil der Branche, die insgesamt keine gute Performance vorzuweisen hat …. Merci, Monsieur! 🙂

  • Wolfram
    2. April 2014 at 13:20

    Leider werden ja viele dieser Blogs von großen Verlagen gesponsert und sie geben in den meisten Fällen die Meinung des Verlages wieder, man beißt ja nicht in den Hand, die einen füttert. Ich bin durch Zufall auf solch einem Blog gelandet, nennt sich „Stylebook“ und ich war wirklich erschüttert, was ich da zu lesen bekam, unter dem Titel “ geh nicht zu Primark einkaufen“ , deshalb bin ich auf die Seite gegangen, habe ich folgendes gelesen, Originalzitat: Manche schoben einen Schwangerschaftsbauch vor sich her, andere einen Kinderwagen. Dicke, muslimisch verschleierte Frauen, warfen die Teile, die sie nicht wollten, auf den Boden und Schulmädchen in schlechtgenähten Uniformen hinterließen dort die abgenagten Knochen aus ihren KFC-Tüten. Schlimmere Klischees kann man nicht bedienen, rassistisch in höchstem Maße und völlig an der Wahrheit vorbei, das ganze „powered by Bild.de“. Die protzen mit 6 Redakteur/innen, wird da auch noch mal gegengelesen?
    Es geht ums shoppen und nicht anderes, der Stylebook-Shop hat, ich konnte es nicht glauben, 74863 Seiten, vom Otto-Versand bis Zalando, das ganze aufgemacht wie eine Mischung aus Gala, Bravo und Bildzeitung, Themen wie “ Deutsche Urlauberinnen berichten aus Indien“, die jungen Mädels kaufen sich eben keine Printmedien mehr und über einige Blogs versuchen diese Verlage verlorenes Terrain zurückzugewinnen. Ich bin einfach angewidert .

  • Wolfram
    2. April 2014 at 13:32

    noch ein Nachsatz, der Artikel bezog sich auf einem Besuch in einer Londoner Filiale der „freien Journalistin,“ die diesen Artikel geschrieben hat, einfach mal unter „geh nicht zu Primark“ nachgoogeln

  • Daisydora
    2. April 2014 at 13:46

    @Wolfram

    Stylebook ist ein Abbild … des Gesamtverlages .. trotzdem bin ich erschüttert, über das was Du hier beschreibst. Primitiver und durchschaubarer geht es gar nicht. Die verwursten ohnehin nur ihre Schnipselwirtschaft, da blickt man vor lauter D, C und b-Promis nicht mehr durch und dann auch noch derlei billiges Bashing. Unmöglich!

    Die ganze Branche ist hoch unprofessionell, am allerschlimmsten sind die in der „ersten Reihe“. da muss man froh sein, dass sie nicht auch noch ihre Hochzeitsnacht für denm Traffic auf dem Blog auswalzen und so was wie Manieren und angemessene Umgangsformen fehlen. Vom Fachlichen wollen wir gar nicht reden.

    Aber es gibt auch Blogs, die ihre Kommunikation zum Positiven verändern. LesMads war zu Zeiten der Gründerinnen für mich die Pest, da gab es nur bräsig, hochnäsig und pampig. Kommentare wurden gelöscht und man machte sich über Leser lustig. Seit dem Mannschaftswechsel gibt es dort angemessene Kommunkation, die auf mich angenehm, professionell und an den Lesern interessiert wirkt. Der Fisch … und so weiter 🙂 …

  • Siegmar
    2. April 2014 at 14:58

    wie ich schon des öfteren schrieb, ich lese 3-4 Blogs, am liebsten selbstverständlich “ Horstson“, genug Honig geschmiert, weil informativ und interessant für mich. Der demokratische Gedanke des “ blogen “ ist auf der Strecke geblieben, weil man auch da „richtig Geld verdienen will“ und das auch schnell erkannt hat. Die bloger wurden überall hin eingeladen und saßen in der front wow neben einer Anna Wintour und spazierten in die Haute Couture Shows von Chanel, siehe Brian Boy. Seine Seite kann man kaum noch anklicken, weil sich dermaßen viel Werbung aufpoppt, der Junge hofiert wurde und jeder dachte wenn er sich in einem Fummel von Kick mit Second Hand aufgepeppt ablichtet und das ins Netz stellt wird er erfolgreich. Neureiche Gören die ihre LV-Taschen zerschneiden und das toll finden, aber sollte man dies negativ kommentieren wird man von den Fans/Trollen auf das schlimmste beschimpft. Es trennt sich auch hier die Spreu vom Weizen. Zum „blogen“ gehört auch fundiertes Wissen od. man läßt es und stellt ein paar Bildchen ein und läßt sich „liken“

  • Wolfram
    2. April 2014 at 15:14

    @ das mit dem Fisch… bewahrheitet sich immer wieder, ich lese selten Modeblogs, eher Interior Design-Blogs, weil es mich interessiert, aber auch dort sind die Veränderungen, durch kommerziellen Druck oder auch Verlangen, schon deutlich sichtbar , siehe Freunde von Freunden“ vormals ein wirklich unterhaltsamer Blog, dessen Bilder mich öfters inspiriert haben, Veränderungen in meiner Wohnung vorzunehmen, jetzt lauschen sie auch einen Shop, der „natürlich von den Stories und Porträts inspiriert ist“ die bei ihnen erscheinen. Das glaube ich keine Sekunde

  • Wolfram
    2. April 2014 at 15:15

    sollte heißen launchen sie, verdammte Autovervollständigung

  • Daisydora
    2. April 2014 at 15:32

    @Siegmar

    Genau, wir haben uns ja schon öfter zu den Branchenbefindlichkeiten und den Akteuren ausgetauscht … und die werden nicht besser. Natürlich kann man all dem entgehen, in dem man solche Blogs einfach nicht liest (ich bin sowieso der schlechteste Modeblogleser unter den Branchenleuten), aber ich sehe uns auch als Mitgestalter des Branchenumfelds und mir tut das unglaublich leid, wenn ich sehe, dass eher bessere Leute das Bloggen einschränken oder aufhören …

    @Wolfram

    Oh ja! Und ganz ehrlich, in meinen schlimmsten Fantasien hätte ich das bestritten, dass es auch „Minisniveaus“ wie das unserer Branche geben könnte …

    Klar gibt es nettere Bloggerbranchen, das kann ich verstehen (Freunde von Freunden finde ich auch schön und natürlich The Selby), aber ich bin so gestrickt, den Creaps die Branche nicht kampflos zu überlassen. das Politische ist bei mir in der Wolle gefärbt …

    … es gibt ja auch bildblog, etc. nicht von ungefähr ….

  • Wolfram
    2. April 2014 at 15:38

    noch eins zum Abschluss für alle Tom Ford-Fans, er bittet am 07.04 in den Apple-Store in der Londoner Regent Street zur Diskussion über sein Leben und seine Karriere mit Kinvara Balfour, die Interviews unter dem Motto „fashion in conversation for apple“ macht und dafür schon Größen wie Anna Wintour, Manolo Blank u.a. in die Apple-Stores geholt hat, die Interviews kann man sich dann über itunes runterladen. Ich weiß das ist polemisch, entwirrt TF jetzt ein Cover für das zu erwartende neue iphone?

  • Daisydora
    2. April 2014 at 17:11

    @Wolfram

    Erst mal dankeschön für den Tip bzw. die Info, das ist an mir vorübergerauscht … und dazu kann ich nur sagen, das ist möglich … Angela Ahrendts dürfte ja schon zu Apple gewechselt sein … die werden also bestimmt immer chicer … 🙂

  • Horst
    2. April 2014 at 18:00

    Ich seh das ein wenig wie Mici, denke dass das Selbstbewusstsein auch daher rührt, das junge BloggerInnen schon mit 16 um den halben Globus gejagt werden und in super Hotels gesteckt werden – klar das man dann irgendwann ne schräge Selbstwahrnehmung bekommt und denkt, man ist tatsächlich ne große Nummer. Schlussendlich sind viele dieser BloggerInnen für die Konzerne in der Realität lediglich billige Werbeplattformen.
    Dass man da fast in Ohnmacht fällt, wenn der Leser sagt, dass der Look doof aussieht, erklärt sich von selbst. Allerdings muss man auch mit negativen Reaktionen rechnen, da sich über Geschmack halt streiten lässt. In einer Online-Welt, die sich durch Likes definiert, ist so eine Reaktion vermutlich verwirrend.
    Ich sehe da aber auch die Konzerne/ Agenturen etc in einer gewissen Verantwortung.

  • Klaus
    4. April 2014 at 10:22

    Wenn Thema und Stil bestimmte Leute ansprechen, reagieren die auch in ihrer Sprache. Wenn ich mich also über bestimmte Deppen lustig machen würde, werden diese Deppen natürlich deppenhaft (wie sonst?) zurückkreischen.
    Schrieb ich gekonnt und interessant über Renaissancekunst aus Norditalien oder über die Qualität von teuren Rennrädern, werd‘ ich Kommentare von intelligenten Leuten erhalten, die sich für die Renaissance interessieren, oder die das Geld (und das technische Wissen) für teure Fahrräder haben. Ganz automatisch blieben gewissse Berliner Döner-aus-der-Hand-Fresser weg, ebenfalls diejenigen Typen, die mit der Bierflasche in der Hand & Smartphone vor der Nase durch die Öffentlichkeit laufen.

  • Daisydora
    4. April 2014 at 11:10

    @Horst

    Das mit dem Selbstbewusstsein stimmt sicher. fast möchte man diese jungen Menschen um ihr sebstzweifelfreies Selbstbewusstsein beineiden. Aber dann fällt mir sofort ein, dass es für die Mädels und Jungs besser wäre, ihren tatsächlichen „Arbeitsmarktwert“ mal damit zu überprüfen, zu versuchen, irgendwo einen richtig gut bezahlten Job oder Führungsjob zu bekommen. Das hatte ich vergessen zu erwähnen: Es ist wie Du schreibst: Da sind die Konzerne / Agenturen in einer gewissen Verantwortung.

    @Klaus

    Vielen Dank für die guten „Ergänzungen“. Natürlich kommt das Niveau im Kommentarbereich nicht von ungefähr. Aber auch auch Blogs, deren EignerInnen nicht die hellsten Lichter sind, gibt es immer wieder sehr gute Kommentare, denen sich die BloggerInnen dann selbstherrlich verweigern …

    @alle und @horst

    Vielen Dank für eure Kommentare und danke an euch alle und Horst, dass man solche Themen hier wie unter Erwachsenen besprechen kann.

  • Wie der Vater, so der Sohn … | Horstson
    4. April 2014 at 12:02

    […] drücke ihm die Daumen, keinen Höhenflug zu bekommen und sein Selbstwertgefühl eben nicht nur aus Likes und prominenten Elternhaus zu ziehen. Wer noch mehr Bilder aus der Strecke, fotografiert von […]

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