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Daisydora

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Maestro Rennio Maifredi

Es ist viele Jahre her, als mir der Fotograf Rennio Maifredi zum ersten Mal aufgefallen war, nachdem er zwei von der Farbigkeit und der für Modemagazine ernsten Bildsprache her sehr ungewöhnliche und gute Editorials in US Hochglanzmagazinen veröffentlichen konnte. Der in ein rötliches Bronze gehende Hautton der Models Kim Iglinsky und May Andersen erinnerte mich ein wenig an das großartige Editorial Hip Parade, das Richard Burbridge von Angela Lindvall in Pin Up Posen geschossen hatte. Aber das, was Rennio Maifredi da machte, war etwas, das wie Kirchenfresken gemalt aussah, aber rau und sehr ausdrucksstark. So eine Art Michelangelo für Modemagazine. Man bliebe an seinen Editorial Bildern auch dann hängen, wenn noch hundert Anzeigenseiten mehr in der Vogue von den Fotostrecken ablenkten.
Irgendwann habe ich ihn dann bei Michelefilomeo in Paris angetroffen und bekam beim Betrachten der Portraits von ganz normalen Menschen regelrecht eine Gänsehaut und sowas wie einen Kunstschock. Es war das Erhabene, dieser madonnenhafte Ausdruck und eine alles überstrahlende Würde der abgebildeten Akteure, die mich so berührten. Man ist in meiner Branche schließlich nicht daran gewöhnt, dass Role Models auf Portrait-Fotos mit dem Gesichtsausdruck des Dalai Lama überzeugen können.
Seither hüte ich diesen Schatz für Kunden, die diese Qualität verstehen und verdienen. Wundere mich aber auch von Zeit zu Zeit, wie hartnäckig sich die Tomaten auf den Augen deutscher Editors in Chief zu halten scheinen. Aber das mit der Fotografenauswahl deutscher Fashionmagazine im Vergleich mit der in Italien, in Frankreich oder den USA ist ein ganz anderes, eher abendfüllendes Thema.
Portraits von Maestro Maifredi sollte man mal im Leben in Großformaten gesehen haben, wenn man an exzellenter Fotografie Interesse hat. Da bekommt der Begriff ehrfurchteinflößend eine neue Dimension.
Sollte hier Fachpersonal aus Werbeagenturen oder von Magazinen mitlesen, aufwachen, liebe Kollegen!

Bilder: www.renniomaifredi.com
Repräsentant www.framemilano.com
Bildrechteverkauf www.trunkarchive.com

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Ich bin verrückt nach Modesünden!

Soll doch ganz Fashiondeutschland mit von Aufregung geröteten Bäckchen – gerne auch in Verzweifelte-Hausfrauen-Magazinen und in deren Pendants im TV über Do’s und Dont’s philosophieren und sich über No Go‘s erregen, ich bleibe mir treu. Von mir hat niemand einen schiefen Blick zu befürchten. Naturgemäß auch nicht mein Freund, der es liebt, eines seiner ungefähr 95 Ralph Lauren Polos in so schmeichelnden Farben wie Magenta, Flieder oder Lachs überzustreifen, während ich mich für einen langen tintenblauen Seidentüllrock und ein preussischblaues Band-T-Shirt entschieden habe. Man ist schließlich auch glücklich, wenn das mit dem Partnerlook partout nicht klappt.
Seit es Modeblogs gibt, kennt meine Leidenschaft für kleine Modesünden überhaupt kein Halten mehr. Natürlich erfreut es mein Herz, Geschmackvolles bei Horstson und Kollegen zu entdecken. Und ich bin ein großer Fan der Streetstyles bei Thesartorialist, Facehunter und Garance Doré. Aber so richtig wild bin ich darauf, das aufzuspüren und in mich aufzusaugen, was Bloggerinnen an Zeitdokumenten von sich und ihrem Modegeschmack der staunenden Welt und auch mir offenbaren. Da wird Beige zur flirrenden Modefarbe für Menschen des Pigmenttyps zwei. Nur Ungebügeltes mit dem Charme der Altkleidersammlung ist Wahres. Proportionen sind Schall und Rauch. Schuhe gibt es mit papierblattflachen Nullmillimeterabsätzen, als Gouvernanten- Stiefelchen und Schnürschuhe, bekannt aus Film und Fernsehen so um 1900 herum. Oder bei den rassigeren unter den Bloggerinnen auch gerne mal mit Rossschweif an den Fersen, mit 15 cm Heels…. Von den Bloggermädels habe ich gelernt, dass die nicht mehr neuwertigen Klamotten, die ich früher für Secondhand hielt, eigentlich Vintage sind. Ach Gott, ich Dummchen auch…
Horst, ich muss dir noch was beichten: An den Füßen trage ich zu dem Seidentüllrock gerne diese hohen schwarzen Nirwana Chucks mit dem Gekrickel, das angeblich von Kurt Cobain stammt…und ich bin kein Fan von Nirvana. Schlechter Geschmack ist ideologiefrei!
Was das mit der albernen Erdbeere und dem Autogramm soll?
Ich mache es kurz: Vor hundert Jahren, wir waren so jung und unbeschwert, weil es die Begriffe Fashion Fauxpas und No Go nicht gab, da hatten meine Freunde und ich Spaß daran, uns in gegenseitigen Erzählungen unserer schlimmsten Modesünden zu überbieten. Von mir kam das Hawaiihemd, das ich später mit Chris Isaak gegen ein Autogramm tauschen konnte. Chris liebt Vintage! Und Helmut Lang hatte mit seinem weißen Seidenblouson mit Erdbeerapplikation auf dem Rücken, den er in die Waagschale warf, schon damals sein Talent für minimalistische Mode erahnen lassen.

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Nachmieter dringend gesucht!

Das ist ja ein ganz lieber! Die Rede ist von Ryan Reynolds, dem brandneuen Männerduftwerbebotschafter für Boss Bottled. Einem Duftwässerchen, das früher unter Anderen von Alex Lundqvist und Gabriel Aubry benutzt wurde. Nun ist Lucky Man, Ryan dran, der sein Realleben an der Seite von Scarlett Johansson verbringen darf.

So weit ist alles herrlich bis wundervoll bei den Männern von Boss. Nur ein paar kleine Fragen hätte ich da noch übrig. Warum haust der typische Boss Bottled Mann seit Menschengedenken in dieser düsteren Rundumblick-Wohnung, während alle Besserverdiener ihre hellen und luftigen Hideaways im Grünen oder mit Garten auf dem Dach beziehen durften? Was ist das für ein Mann, der euren Duftkreateuren und Marketinggurus vor gefühlten zwölf Jahren vor dem geistigen Auge erschien? Hand aufs Herz, der zieht sich in eurem Spot doch für das Jahrestreffen der Selbsthilfegruppe an, oder?
Der überaus attraktive und süße Ryan, ein Naturbursche schlechthin gibt sich solche Mühe, cool und glatt zu gucken, damit er in das Neuneinhalbwochen-Ambiente passt. Aber jeder, der schon mal Lie To Me gesehen hat, erkennt an den Micro Expressions – dem Gesichtsausdruck mit dem kleinen schelmischen Lächeln – dass euch da wohl ein klitzekleiner Besetzungsfehler unterlaufen sein dürfte…oder, ihr die Kampagne rund um Ryan – den modernen Boss Bottled Mann – eigentlich ganz anders machen wolltet, aber der Mietvertrag für die Luxuswohnung läuft leider erst 2015 aus….
Wir starten die Aktion: Der Boss Bottled Mann zieht um! Nachmieter Interessenten bitte bei Horst melden.
Damit da keine Missverständnisse aufkommen: Ryan ist für die massenkompatible Duftmarke Boss eine sehr gute Wahl. Der Mann ist sehr sexy, wirkt nett bis zum Abwinken. Aber wenn ihr schon viel Geld für so eine tolle Besetzung ausgebt, dann lasst euch bitte die richtige Kampagne dazu einfallen oder stricken. Und stellt es Ryan völlig frei, in welchen Klamotten er in dem Spot zu sehen ist. Ryan kann das besser oder lässt sich von Scarlett was Schönes von euren Kleiderständern raussuchen.

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Esst doch was Kinners!

Es ist Sommer!
Jeder Blick trifft auf frisches, süßes und zum Platzen saftiges Obst aber auch auf sündigere Leckereien…. und das letzte, worüber ich an der besten Eisdiele der Stadt angestellt jetzt nachdenken will, sind auf 300 plus oder minus genaue Kalorienzahlen und eine daraus resultierende Gewichtszunahme.

Deshalb habe ich beschlossen, ganz konsequent alle Modemagazine zu meiden, aus denen mir einige der dünnsten Vielverdiener der Welt aus hungrigen Augen entgegen blicken könnten. Wer zum Kuckuck hat sich ausgedacht, dass Mädchen mit 1,80 Gardemaß und mehr gerade mal knapp 50 Kilo wiegen dürfen und damit in Größe 34 locker vom Zehnmeterturm (bitte immer in Richtung Wasser) rein springen könnten. Und die Jungs, die heute mehrheitlich über die Runways schweben, waren anscheinend noch kurz davor die vom Turnunterricht befreiten, weil kränklichen Sensibelchen so mancher Schulklasse. Obwohl Mutti dachte, wenn Sohnemann so in die Höhe schießt, dann wächst sich der Rest später sicher noch aus. Nun ist Sohnemann 1,88 oder 1,90, läuft dreißig Schauen pro Saison und bringt immerhin schon stattliche 65 Kilo Lebendgewicht auf die Briefwage.

Das Perfide daran: Moppelige Kollegen und Kolleginnen, wir nennen an dieser Stelle mal Gabriel Aubry und Adriana Lima, die haben neben dem Vergnügen der großen Portionen Eis auch den Dreh mit dem Geldverdienen besser raus. Gabriel wiegt immer so zwischen 86 und 90 Kilo und an Adrianas Hüften darf ohnehin kein Kunde ein Maßband anlegen. Den feinen Unterschied arbeitet models.com in der Art heraus, dass dort die Bestverdienerinnen nicht (unbedingt) unter den Top50 Models zu finden sind. Wer es unter die Top Icons, die Top Icons Men, The Money Girls oder die Top20 Sexiest geschafft hat, lebt garantiert ohne Kalorienzählterror aber mit prall gefülltem Konto…

Der Geheimtipp unter den Eisdielen der Horstson Stadt Hamburg kommt von Horst höchstpersönlich: Eiszeit, Mühlenkamp, Hamburg.
…ich nehme bitte zwei Kugeln Himbeer und Zitrone oder Orange und Wassermelone.

Bilder:
Freya Beha Erichsen by Inez van Lamsweerde / Vinoodh Matadin
Christian Brylle by Inez van Lamsweerde / Vinoodh Matadin