Als Schreiber in der Mannschaft eures Lieblingsbloggers Horst muss man praktisch immer darauf gefasst sein, danach gefragt zu werden, wie man die Kollektion, den Designer an sich und so weiter findet. Da kennt Horst auch keine Sonn- und Feiertage. Drum trete ich heute gleich noch mal die Flucht nach vorne an und stelle mir selbst die Frage, was ich an den Anzügen der kommenden Saison so toll finde: Da ist zuerst die Gewichtsklasse, in der Walter von Beirendonck als Designer längst angekommen ist – in der Königsklasse, unter den besten Avantgardisten.
Und das auf jeden Fall so, dass er es versteht, bestes Schnitthandwerk mit neuen Silhouetten und ungesehenen Looks zu verbinden.
Ich mag diese Fake-Avantgarde, bei der schlecht sitzende Schnitte, die krumm und schief am Körper hängen und nichts mit dessen Form gemeinsam haben, absolut nicht. Auch mein gestörtes Verhältnis zu qualvoll originellen Details, diesen asymmetrischen Läppchen, die man hoch im Norden gerne mal an Kleidungsstücke dran näht ist Legende. Als könnte man Ideenmangel und das Ergebnis schlechter Schnitt-Directricen unter dran genähten Stoffteilchen verstecken.
Daisydora
Mein erster Gedanke, als ich die bisher unveröffentlichten Fotos sah: Das sind ja so eine Art Kostüme für ein Theaterstück, ein modernes Ballett oder eine avantgardistische Revue, oder? Man kennt das ja von Designerkollegen, die schon mehrmals Aufträge für Bühnen-Kostüme oder die Ausstattung eines Ballettensembles bekamen.
Und mir fallen auch auf der Stelle mehrere Kompanien und Ensembles ein, deren neuestes Modern-Dance-Werk oder Theaterstück man mit solchen Fabelwesen-Kostümen perfekt ausstatten könnte. So wie das in den späten Achtzigerjahren Bill T. Jones und Arnie Zane zusammen mit Keith Haring für deren fabelhafte Modern Dance Aufführungen erarbeitet hatten…
Walter van Beirendonck Tag: Erwin Wurm x Walter Van Beirendonck – Wear Me Out
Posted on 6. Juni 2011Rege Diskussionen darüber, ob Mode irgendwie doch eine Form von Kunst ist, hat jeder von euch schon mal verfolgt. Da könnte man ja auch stundenlang drüber philosophieren, ohne am Ende auf einen gemeinsamen Grünen Zweig zu kommen. Denn Mode kann Kunst sein, aber in der Regel ist sie das natürlich nicht…auch
wenn ich jetzt etwas sehr grob vereinfache, was man in epischer Breite dazu sagen könnte.
Die Kuratorin Sara Weyns hat sich für das Middelheim Museum in Antwerpen daran gemacht, diese Frage dem österreichischen Bildhauer und Performance-Künstler Erwin Wurm von offizieller Kunstbetrieb-Seite zu stellen, nachdem ihr die Idee des renommierten Künstlers vorgestellt wurde, die durch eine schon begonnene, spielerische Zusammenarbeit mit dem von Wurm sehr verehrten Designer Walter van Beirendonck zustande kam. Am Anfang war wirklich nicht mehr, als diese kleinen Ideen des Künstlers auf Modelle van Beirendoncks gekritzelt, die er in Magazinen entdeckte…. das Ergebnis hat er an van Beirendonck geschickt, der seine Idee dazu beisteuerte und so ging das einige Male hin und her.
Es war einmal, vor sehr, sehr langer Zeit, da wussten Frauen und Männer nicht, dass sie Colorblockings tragen, wenn sie Klamotten in mehreren kräftigen Farben gleichzeitig anhatten. Es gab zum Glück noch kein Wort für dieses paradiesvogelbunte Styling, nur Inspirations- oder Bezugsquellen wie den Meisterdesigner Yves Saint Laurent und ein paar Kollegen. Davon hat uns Peter ja schon viel Interessantes berichtet. Wenn ich mich heute in einem meiner Aufzüge von damals vor meinem geistigen Auge aufmarschieren lasse, dann muss ich schmunzeln. Bei Fuchsia, Tomatenrot und Orange in einem Outfit – dazu immer diese affenartig sündteuren blickdichten Strümpfe in Rot… so würde ich heute auch dann nicht mehr rumlaufen, wenn Tom Ford der Designer der knalligen Klamotten wäre.
Ich brauche jetzt bitte mal eure Hilfe: Soll man den weißen Panamahut mit dieser farbigen Malstelle, die auf mich schon etwas provisorisch wirkt, so tragen oder besser noch in ein paar Stoffmalstifte investieren und künstlerisch loslegen… bis der Hut dann wirklich nach was aussieht?
Es ist schon eine Zeit her, dass ich einen Bericht zu weißen Klamotten geschrieben habe. Nun sind mir vor einigen Tagen weiße Espadrilles von John
Galliano über den Weg gelaufen, die ich irgendwie schön fand. Es musste also ein Grund her, die auf horstson herzuzeigen. Beim Nachdenken darüber, was man dazu tragen könnte, sind mir automatisch die für mich nicht ganz unumstrittenen Outfits von Ann Demeulemeester in den Sinn gekommen, die ich mir ehrlich gesagt nur an elegant dahinschwebenden Balletttänzern vorstellen kann, die so ähnlich aussehen und laufen, wie Vladimir Malakhov…. Ihr seht, wie einfach das manchmal mit meinen Deja-vus läuft – schuld waren wohl die Ballettschuhbänder an den Espadrilles.
Was würdet ihr anziehen, wenn man euch nach dem traditionellen Pferderennen in der Mongolei abends zum Essen in die Jurte des Siegers einlädt? Kann ja sein, dass euren Gastgebern das gar nicht so wichtig ist, wie ihr euch rausputzt, aber wenn man schon mal so eine exotische Einladung hat, mag man doch glänzen, oder? Ihr seht schon, den vorletzten Ferienkoffer meiner kleinen Reihe packe ich für diejenigen unter euch, die Lust auf Abenteuerurlaub haben und sich zuerst ein paar Tausend Kilometer in der Transsibirischen Eisenbahn durch Sibirien und die Mongolei um die Ohren hauen, um dann auf dem Rücken mongolischer Pferde den Spuren alter Reitervölker zu folgen…. Bin ziemlich gespannt, ob sich irgendjemand von euch darin wieder findet…
Nach den weißen Tennissocken von Michael Jackson sind es Männerfüße in Sandalen, denen von Frauen und kritischen Männern das größte Unrecht angetan wird. Dabei hat der schlechte Ruf dieser luftigen Schuhe doch nur mit einer klitzekleinen Unsicherheit bei der Auswahl des richtigen Modells zu tun, oder? Also gebt Männerfüßen in Sandalen bitte noch eine zweite Chance, liebe Frauen und Sandalenhasser-Männer.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Auch ich mag es, wenn es schön gepflegte Füße ohne orthopädische Auffälligkeiten sind, die da im Sommer ans Sonnenlicht drängen. Aber ansonsten hängt die große Freiheit für die Zehen nur noch daran, dass wir euch hier ein paar nette Sandalen der Saison vorschlagen.
Mit Rücksicht auf Horsts schlimme Flipflop- und Zehensteg-Sandalen-Allergie, kommt dieser Typus Schlappen oder Sandalen nur in Spurenelementen vor… die tun ja ohnehin zwischen den Zehen weh, wenn man mal ein paar Meter mehr darin rumlaufen will, finde ich… oder nicht?
So in etwa ist das mit inspirierenden Looks auf Modeblogs: Die Kombination meiner Kleiderlieblingsfarbe Blau und dem Kleidungsstück Cardigan, das ich in allen Variationen liebe, hatten es mir neben Peters fabelhafter Brosche von Chanel sofort angetan. Das bedeutet zwar leider nicht, dass mir sowas auch so gut stehen könnte, wie dem geschätzten Herrn Schreiberkollegen, aber ich wollte einfach mal ausprobieren, ob man es schafft, die Teile für den Look zusammen zu bekommen.
Was sind das für Farben? X Meike Winnemuth im Magazin der Süddeutsche Zeitung
Posted on 30. Mai 2011Diesen Lesetipp kann ich mir einfach nicht verkneifen: Die spätestens seit ihrer ein Jahr lang dokumentierten Aktion mit dem einen blauen Kleid www.daskleineblaue.de größeren Kreisen bekannte Hamburger Journalistin Meike Winnemuth hat sich des fatalen Trends zu Trend-Nagellackfarben in humoriger Form angenommen und spricht mir damit aus der Seele. Es gibt in Sachen Schönheit und Hipness so viele Missverständnisse; Fangoschlammfarbener oder Mimosengelber Nagellack zählen definitiv zu den größten. Ich grusle mich jedes Mal, wenn ich wieder mal auf einem Modeblog Bilder von Wurstfingern mit nicht 1A manikürten Nägeln entdecke, auf die dann so ein ganz schwer erhältlicher Trendnagellack semiprofessionell aufgetragen wurde.










