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Stilfragen: Kann man auch in der Großstadt mit diesen Michelin-Männchen-Jacken rumlaufen?

Wenn man den heftigen Schneefall an der Ostküste der USA als Zeichen deutet, dann könnte der Winter auch in Deutschlands Städten für Schneemengen wie in Aspen und den Alpen sorgen. Aber auch bei etwas weniger Schnee und Eis stellt sich den Männern diese Frage: Kann man wirklich überall in diese wattierten Jacken rumlaufen, die selbst schlanke Männer zu mittleren Michelin Männchen werden lassen?
Als serviceorientierter Männerblog wollen wir dieser winterbewegenden Frage mit eurer Hilfe und einem Daisy-typischen Schwung an Modellen dieser Kategoerie nachgehen. Das modische Michelin Männchen für unternull Grad gibt es ja in sportlich-lässiger Version und mittlerweile in sehr modisch-eleganten Versionen bis hin zu Luxusmodellen. Ich habe von allem etwas für euch rausgesucht.

Los geht es mit italienischen Modellen, weil mir immer gleich die eleganten Italiener einfallen, die an Silvester durch das vergleichsweise sibirisch kalte Wien in solchen Jacken flanieren. Die ersten beiden Modelle sind bis minus 30° erprobt und bewährt und geben auch modisch was her. Das lackschwarze Dionisio-Erre Black Camouflage Reversible Zip Jacket von Duvetica (oben links) hat eine Kapuze und lässt weder Wind noch Wasser durch. Die Dunkelroten Zipper sorgen für den modischen Twist und die Jacke kann auch auf der anderen Seite, die das Camouflage-Futter zeigt, getragen werden. Etwas mehr Farbakzente, zumindest an den Ärmeln, hat das Black Fantaso Down Jacket von Duvetica (oben rechts), das man auch als Anorak zum Skifahren tragen könnte. Alle Jacken von Duvetica sind schneefest, winddicht und regensicher.

Einen ganz jungen Look hat das Grau-Grüne Padded Down Filled Jacket mit Orangefarbenem Futter von Junya Watanabe (oben links), das laut Herstellerangaben nach dem Duvetica System mit Daunen wattiert wurde. Das Chocolate Down Jacket von Balmain (oben Mitte) ist die erste Luxusversion in meiner Auswahl. So eine Jacke kann nicht mehr als die vernünftigen Daunenjacken, hat aber aufwändigere Schnittdetails bis hin zu Schulterriegeln und wirkt insgesamt etwas eleganter. Das trifft auch auf das Padded Down Filled Jacket von Gucci (oben rechts) zu, dem die Designer einen Leder-Patch an einem Ärmel zugedacht haben … ihr seht schon, wir müssen nicht alles verstehen, was sich Winterjacken-Designer so bei der Arbeit denken.

Wie eine elegant gehaltene Blousonjacke hat Raf Simons das Schwarze 1995 Padded Bomber Jacket (oben links) gestaltet, das schon eher ein Mittelding aus Designer-Streetwear und einer wattierten Jacke ist. Schlicht, schmal und gerade geschnitten ist das Black Hooded Down Jacket von Blauer USA (oben rechts); dieser Hersteller ist sowas wie das amerikanische Pendant zu Duvetica und Moncler …

Das Navyblaue Down Filled Padded Jacket von Aspesi (oben links) ist eine ganz leger-entspannte Version einer Allzweck-Winterjacke mit Kapuze, ein Modell, das nie aus der Mode kommt. Für das ultraschicke Down Quilted Water Repellent Jacket in Navyblau von Jil Sander (oben rechts) würde ich nur bis minus 10° garantieren wollen, aber wer hätte gedacht, dass der Meister der Hotpants für Männer überhaupt an sowas verwegenes wie Schnee und Eis denkt. Die Winterjacke ist jedenfalls sehr gelungen und zählte zu meinen Favoriten, wenn ich ein Mann wäre, der wattierte Jacken trägt …

Sehr großstadtkompatibel wirkt das Blau-Schwarze Padded Jacket aus der Marni Kollektion von Armani (oben links). Wegen der Lederdetails dürfte das aber keine typische Schneeblizzard-Jacke sein … aber an mäßig verschneiten Tagen sieht man darin zumindest sehr gut aus.
Der Maybach unter den Schneejacken dürfte das Graue Storm System Down Filled Jacket von Loro Piana (oben rechts) sein, das aus Wolle und Kaschmir besteht und laut Hersteller dennoch absolut wasser- und windfest sein soll. Die Jacke ist geknöpft und ist zum Preis eines netten Mantels von Burberry zu haben.

Mit dem Navyblauen Quilted Jacket von Maison Martin Margiela (oben), das im vorderen Bereich mit schwarzem Leder abgesetzt ist, kann man jeden Schönheitspreis gewinnen. Sehr schick ist der geknöpfte Stehkragen, die senkrecht gesetzte Zippertasche neben dem Reißverschluss und die nur in Längsrichtung gesteppten Ärmel.

Was fehlt in so einer Winterjacken-Parade noch?

Klar – Schneejacken von Ralph Lauren Black Label, die ich euch jetzt zeigen will. Das federleichten Quilted Down Filled Jacket in Schwarz (oben links) ist wie ein wattiertes Sakko geschnitten und vor allem etwas länger als die Blousons, so dass auch ein richtiges Sakko ganz darunter verschwindet. Und unser Schlusslicht, das ebenfalls Schwarze Padded Hooded Jacket (oben rechts) mit all seinen aufwändigen Details, verdient diese Position nicht wirklich. Da ist ordentlich was dran, das echten Schneejacken-Liebhabern gefallen könnte … vor allem ist es warm und trotzdem schmal geschnitten, so dass man nicht wie das echte Michelin Männchen durch den Schnee gehen muss.

Aber wir haben da ja ohnehin noch die Frage zu klären, ob Mann sowas in der Großstadt trägt oder doch nur in der Freizeit und im Winterurlaub. Was sagt ihr dazu, liebe Leser, ihr müsst es ja wissen … und ich bin wie immer ganz schön neugierig.

  • siegmarberlin
    31. Oktober 2011 at 11:57

    Martin Margiela find ich ganz toll.

  • Renate
    31. Oktober 2011 at 12:01

    Für den Winterurlaub ja, in der Stadt nein

  • Jana Goldberg
    31. Oktober 2011 at 12:36

    Es gibt nichts besseres als bei nasskaltem Wetter schnell in seine Daunenjacke zu schlüpfen, während er duscht, um frische Brötchen oder Wein zu holen und ihn damit zu überraschen. Es ist nichts dabei, dass die Jacke aufträgt, wenn man einen schönen Winterspaziergang macht und beide wie Michelin-Männchen aussehen.
    Ich weiß, es ist nicht sonderlich originell, aber ich mag für beide Geschlechter gerne Belstaff.

  • Daisydora
    31. Oktober 2011 at 15:11

    @siegmarberlin

    Freut mich, die finde ich auch sehr schön …..

    @Renate

    Du schließt dich der Mehrheit an, das ging ja ziemlich eindeutig gegen die Schneejacken in der Stadt aus …

    @Jana Golberg

    Belstaff mag ich als Marke insgesamt sehr … und glücklicherweise kann ja jeder diese Entscheidung für sich selbst treffen und auch den Winter in der Stadt in wattierten Jacken gebießen.

  • Horst
    31. Oktober 2011 at 20:08

    Ich mag die Margiela und ich vermisse Moncler auf der Liste… Die find ich auch gut! 😀

  • Philipp
    1. November 2011 at 11:42

    Ich finde die von Gucci und Loro Piana am besten 🙂

  • Daisydora
    3. November 2011 at 10:21

    @Horst und Philipp

    Du hast recht, Moncler wäre wichtig gewesen, aber da hatte ich nirgends passende Bilder gefunden, das alte Daisy Problem …. 😉 die Margiela ist schon für siegmar reserviert …

    Freut mich, Philipp 🙂

  • Horstson » Blog Archiv » Die Woche auf Horstson
    6. November 2011 at 10:04

    […] dazu gab es am Dienstag von Jan Who. 5) Am Montag fragte Daisydora ob Männer im Winter in unförmigen aber wärmenden Daunenjacken rumlaufen wollen. Mein Tipp: die extrem leichten und dünnen Daunenjacken von Uniqlo… 6) […]

  • Horstson » Blog Archiv » Moncler’s Michelin Männchen
    8. November 2011 at 23:06

    […] hatte Daisydora einen Artikel über Michelin-Männchen-Jacken und fragte, ob man derlei Jacken auch in der Stadt tragen kann. Man kann nicht – da waren sich die Leser ziemlich schnell einig – außer man kauft […]