Allgemein

Peta against Ugly People…

Dass Alfredo Pauli mitten am helllichten Tage, in Bad Neuenahr, der heimlichen Eleganz-Metropole Deutschlands, überfallen wurde und nun laut im Fernsehen darüber nachdenkt, aufzuhören, dürfte die Leute von Peta insgeheim freuen. Jeder Pelzhändler beziehungsweise Kürschner weniger rettete nicht nur unzähligen Wildtieren das Leben – sondern ersparte rein zum Zwecke der Pelzgewinnung gezüchteten Tieren unendliches Leid. Ich fände es durchaus passend, wenn er sich seinen Lebensunterhalt künftig zum Beispiel mit einer Beautyfarm verdienen würde, da könnte er sich getrost bei seinen Stammkundinnen austoben, die immer mehr Pelze im Schrank leider noch nicht so richtig schön gemacht haben. Nur so als Vorschlag von Daisy.
Aber noch ist es leider nicht so weit. Ganz im Gegenteil: In den letzten Jahren ist es bis hin zu den großen Kollektionen zu einer wahren Renaissance des Pelze Tragens gekommen. Und im Sog der frostbedingten Begehrlichkeiten der russischen Klientel wollen nun auch Deutsche Industriellengattinnen und andere Felljägerinnen wieder im dichten Fell durch die schattigen Wintermonate gehen.
Wie reagiert Peta darauf?
Zwar irgendwie reißerisch, aber nicht gerade schlagkräftig, wie ich finde. Die Kampagne hat, so wie sie ist, schon so gut wie alle Deklinationen durchgemacht und zieht nicht mehr so richtig. Da nützt es auch nichts, dass man nun mit dem Motiv: Fallenfang – Keine Chance auf Heilung! auf dem das Model Mario Galla mit seiner Beinprothese nur in Shorts zu sehen ist, gegen die Herz- und Gewissenlosigkeit der Branche und ihrer Kunden mit Informationen und dieser visuellen Metapher vorgehen will. Naturgemäß würde Mario Gallo nie in Pelzen modeln. Er meint: „Pelztiere in Fallen können nicht auf Prothesen zurück greifen, sie sterben entweder direkt oder überleben mit schwer verletzten Gliedmaßen“, „Auch auf Pelzfarmen erleiden die Tiere nur Leid! Ich lehne Pelz grundsätzlich ab und hoffe, dass sich dies auch in der gesamten Modebranche durchsetzt!“

So glaubwürdig der Presenter dieser Botschaft ist, so sehr ist das Werbung für die, die ohnehin dagegen sind. Man müsste über die Peta Kampagnen einfach grundsätzlich mal wieder neu nachdenken und zumindest wesentlich stärker im redaktionellen Bereich mit Anti-Pelz Botschaften vertreten sein und am besten ständig all die als Tiere verkleideten Schrapnellen in ihren lächerlichen Pelzen zeigen…
Ob die Blutlache unter der Prothese des Models nicht eher bei anderen Menschen mit Prothesen und Behinderungen Verstörung auslöst, als sie luxussüchtige Egoistinnen dazu bringt, endlich Vernunft anzunehmen und / oder mal wieder mit kritischem Blick in einen Spiegel zu gucken, bleibt abzuwarten.
Was sagt ihr dazu, liebe Leser?
Kommen die Peta Botschaften von heute noch genau bei denen an, die damit gemeint sind… oder kratzt so was Alfredo Pauli und seine Freundinnen weiterhin wenig?
Hier noch ein deutlicher Film zum Thema:

Herr Pauli, Wie kann man noch Pelze tragen, nachdem man das gesehen hat?
Anmerkung: Wir sind natürlich nicht nur gegen Gewalt gegen Tiere, sondern lehnen auch jedwede Gewalt gegen Menschen ab, das schließt auch Pelzhändler mit ein.

  • Chris
    3. August 2011 at 10:14

    Auch wenn er Pelz ablehnt, zu Hamburgerfleisch sagt er nicht nein!

  • Jane
    3. August 2011 at 10:54

    Pelz ist nicht gleich Pelz .. nicht jedes Tier kommt aus einer Farm und nicht jedes wird mit einer Falle gefangen.

    Leute die Pelz tragen, aus welchen Gründen auch immer als „hässlich“ zu bezeichnen ist meiner Meinung nach einfach nur erbärmlich, zumal viele nichtmal mehr den Unterschied zu Kunstpelz erkennen, aber einfach mal wettern.

    Natürlich sind Pelzfabriken & die Haltungen furchtbar – genauso schlimm ist aber Massentierhaltung und die ach so tolle Bodenhaltung bei Hühnern. Dinge die näher sind, als Fabriken in Russland, in denen Tierschutz nicht groß geschrieben wird, Dinge in unsrem Land, dasunnötiges Tierleid verbietet – aber wer will schon das 10-fache für sein Ring bezahlen oder das 100-fache, indem er es selbst hält, wenn er die Möglichkeit hat? wer verzichtet auf seine Banane oder Ananas statt alles mit: „ich kauf ja Bio“ zu rechtfertigen und wer muss nicht mitten in der Nacht durch Feld und Flur rennen und Wildtiere beunruhigen, bzw. Paintball im Wald spielen oder sein tollen Knatterroller, sein Mountainbike oder sein Quad ausführen, an Stellen, wo man’s lieber lassen sollte. Bio und Naturschutz ist das nicht – aber man will ja seine Freizeit, sein Schnitzel und seine Lederschuhe/Ledergürtel und das möglichst günstig (oder teuer, wenn noch ein Markenschildchen dranpappt).

    Meine Meinung: differenzieren. Man kann alles nutzen, was die Natur einem schenkt, die Frage ist aber WIE.

  • Therese
    3. August 2011 at 11:23

    Pelze sind so oder so schlimm, egal ob Zuchttiere oder freie Wildbahn. Daher find ich auch die Kampagne von Peta gut!

  • siegmarberlin
    3. August 2011 at 11:39

    Die Kampagne kommt nicht an, dazu müsste sie mehr provozieren und Leute eines Schlages HG. Pauly und sein Klientel interessiert das sowieso nicht. Die Idee mit der Beautyfarm ist gut, da könnte er reichlich Personal einstellen um seine Kundinen schönen zu können, das sind Lebensaufgaben.

    @ Jana
    ich gebe Dir mit deinem Kommentar recht.

  • Daisydora
    3. August 2011 at 11:49

    @Chris

    Klar kann und sollte man auch den Auswirkungen der Abholzung von Wald zur Gewinnung von Land für die massenweise Rinderzucht sehr kritisch gegenüber stehen. Direkt vergleichen kann man den Verzehr des Fleisch von Nutztieren mit dem Tragen von Pelzen nicht.

    Und über Mario Gallos selektive Wahrnehmung denke ich, er ist ein junger Mann, hat manchmal Kohldampf auf das Hamburger-Zeugs und gibt dem wie die meisten nach.

    @Jane

    Für mich ist wie für dich alles vernetzt und man kommt nicht weit mit seinem Gewissen, wenn man sich das herauspickt, auf das zu verzichten nicht schwer fällt.

    Nur, wenn du hier schreibst, Pelz ist nicht gleich Pelz, dann ist mir das nicht klar genug. Ich denke, jedem vernunftbegabten Mensch ist klar, dass Inuit Robbenfellmäntel tragen können, da das Fleisch der Tiere zu ihren originären Nahrungsmitteln zählt .. und von mir aus können sich Pelzfanatiker auch aus jedem Känguruhfell eines Känguruhs, das im Zuge einer Plage leider über den Jordan gehen musste, Jacken kürschnern lassen… aber so viele Tiere gibt es meines Wissens nicht, die freiwillig aus dem Leben scheiden oder eines würdigen Alterstodes sterben und dann von Alfredo Pauly’s Kürschnern zu den Pelzen verabeitet werden, die ich wie Peta rundweg ablehne.

    Auch wenn das nur meine persönliche Meinung ist: Ich kann erstens echten von Kunstpelz unterscheiden, ohne Wenn un d Aber, und finde echte Pelze außer in Sibirien und an den Polen nicht nur verzichtbar sondern auch tendenziell protzig, vordergründig, alt machend und einfach nicht schön.

    @Therese

    D’Accord … danke.

  • Daisydora
    3. August 2011 at 11:55

    @siegmarberlin

    Das müsste sie in der Tat sein, provozierender, da gebe ich dir recht. Man muss ja den Leuten den Spiegel vor das Gesicht halten, die sich schwer damit tun, etwas als Ersatz für diese von Tieren geliehene Naturschönheit zu finden. Auch in diesem Sinne freut es mich, dass mein unverbindlicher Vorschlag einer Alfredo Beauty Farm bei dir ankommt… über die Lebensaufgaben konnte ich herzlich lachen …

  • siegmarberlin
    3. August 2011 at 17:29

    @ daisydora

    ich habe mich doch überwunden, mir das Video anzusehen, da ich ahnte was ich sehen werde. Es hat mir den Magen umgedreht und mich mehr als wütend gemacht, auf solch ein Pack wie Pauly und sein Klientel.

  • Esther
    3. August 2011 at 18:56

    ich musste mir wirklich das bittere lachen verkneifen, als ich sein gejammer gehört habe. allerdings gebe ich dir recht, die kampagne wirkt bei pelzträgern nicht wirklich. mir schwebt da ein mantel aus chihuahuas vor…

    @jane: freiwillig? ich wusste gar nicht, dass sich die tiere ihr fell freiwillig abziehen. und nur weil jeder sein schnitzel billig will, rechtfertigt das noch lange nicht die persönliche entscheidung.

  • Daisydora
    4. August 2011 at 08:33

    @siegmarberlin

    Ich verstehe auch absolut nicht, wie man drauf sein muss, um sich danach diese fürchterlichen Bilder abschütteln zu können und in seinen Pelz zu schlüpfen.

    @Esther

    Ich habe das selbst nicht gesehen, aber mir davon berichten lassen und bei google kommt ja auch genügend Selbstmitleid hoch …

    Das mit dem Mantel aus Chihuahuas geht schon in die richtige Richtung. Diese Damen tragen ja auch keine Felle von Golden Retrievern, obwohl die auch sehr schön wären…. Man muss den Leuten das so drastisch vor Augen führen, wie man das in Kampagnen gegen Alkohol am Steuer, etc. schon gemacht hat und sie buchstäblich mit schrecklichen Bildern fertig machen.

  • Jane
    4. August 2011 at 13:45

    ich glaube ihr habt meinen Beitrag nicht verstanden.

    Dieser sollte darauf abstellen, wie geheuchelt Naturschutz vieler doch ist – eine Alibifunktion kein Fleisch zu konsumieren oder Pelz abzulehnen, zu nutzen um sich als Gutmensch darzustellen, sonst aber eben nicht sehr tier- oder naturfreundlich zu leben – eben sich die Rosinen rauszupicken.

    Man sieht nur was man sehen will. Die einen sagen nunmal, das – was auch stimmt – Pelzfabriken inkl. Tierquälerein schrecklich sind, sehen aber nicht, dass sie Tiere genauso quälen, wenn sie zu Setz- und Brutzeiten der Jungtiere durch Wald und Feld rennen, verhindern, dass eine Ricke ihr Kitz füttern kann, Tiere die eigentlich tagaktiv sind zu nachtaktiven machen, verhindern, dass sie das Futter aufnehmen können, das sie benötigen und sie permanent unter Panik und Stress setzen.

    Man will nicht sehn, dass ein Feuerwerk zur WM am Mainufer 100te Jungenten von ihren Elterntieren trennt und diese damit zum Tode verurteilt. Warum sollte es denn auch jucken? Man möchte ja Spaß.

    Man möchte nicht sehn, dass die Landwirtschaft, die einem sein tolles vegetarisches Futter immer und überall bietet dafür gesorgt hat, dass es kaum noch Hecken und Einstände für Wildtiere gibt, dass Bodenbrüter und Co. kaum noch eine Chance haben – auf den Feldschneißen pendelt abends der Fuchs & Katzen durch und sammeln fleißig ein. Rund um die Uhr ist Freizeitbelastung – jedes Jahr ziehe ich ca. 10-15 Rehkitze aus dem Feld, gerissen von Fifis, die sich nur für Blumen interessieren und sowas nie tun würden, warum sollte man sie denn 2-3 Monate im Jahr auch anleihnen? Das wäre ja nicht artgerecht und die scheiß Wildtiere sollen doch wo anders leben.

    Aber hey, es kaufen ja alle Bio oder verzichten auf Fleisch, oder beides.

    Zum Fakepelz wollte ich sagen: dass VIELE es eben nicht erkennen.

    Persönlich wollte ich hier niemanden angreifen.

    Der Unterschied zwischen Ledergürteln / Lederschuhen & Pelz ist übrigens lediglich, dass der Pelz noch Haare hat – D&C hat ihre Rinder 100%ig auch nicht alle in den Schlaf gestreichelt, genauso wenig wie ihre Produkte vor ihrem Tod wohl die Sonne gesehen haben.

    Konsequent ist das also alles nicht.

  • Jane
    4. August 2011 at 13:49

    edit: statt Dolce ist auch wahlweise Prada, Gucci oder was weiß ich einsetzbar.

  • Daisydora
    4. August 2011 at 14:20

    @Jane

    Ich kann nur für mich sprechen und dir ansonsten die Info geben, dass Horstson Leser unseres Wissens schlau genug sind Zusammenhä#nge zu erkennen …. aber selbstverständlich können selbst die konsequentesten Veremeider unter uns nur einen Teilerfolg bei ihrer persönlichen Ethik-Bilanz vermelden.

    Ich persönlich lehne alles Überflüssige ab und kaufe nirgends ein, wo Tier oder Mensch gequält und / oder schlecht behandelt werden.

    Klar werden Rinder nicht in den Schlaf gestreichelt, aber die Richtlinien für den Umgang mit Nutztieren sind sehr wohl vertretbar, erst recht, wenn man kein Fleisch aus Massentierhaltung kauft und sich insgesamt beim Konsum mäßigt, was man von der Pelztierzucht nicht eben sagen kann.

    Wir werden uns hier sicher nicht in einen ökotrophologischen Diskurs begeben, aber essen muss man und da gehört tierisches Eiweiss in Maßen nun mal dazu, seit der Mensch Jäger und Sammler war. Und Pelze sind reiner Luxus in unseren Breiten.

    Aber klar kann ich deinen Ansatz sehr gut verstehen. Unser Konsumverhalten in Gänze und die Unübersichtlichkeit der Auswirkungen machen es schwer, sich langsam wirklich an den Gutmensch oder beser gesagt, an den Schadensvermeider, ranzutasten.

    Leder ist übrigens ein Wertstoff, der ohnehin anfällt, weil wir heute so viel Fleisch essen.

  • Jane
    4. August 2011 at 14:31

    @Esther

    mein Beitrag stellte eine Gesellschaftskritik dar – ich wollte damit nichts rechtfertigen noch sprach ich von freiwillig. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, wie rücksichtslos fast jeder Mensch wird, wenn es darum geht den leichteren oder billigeren Weg zu wählen, selbst wenn man nicht nur sein Schnitzel will, wie du es sagst.

    Auch Veggies wollen ihre Produkte oft günstig und selbst Bio sagt nichts über die Nebenerscheinungen der Produktion aus. Man will Masse und alles immer verfügbar. Man möchte Produkte, die es zu einer Zeit hier normalerweise nicht gibt. Man beutet die Natur aus, stellt künstlich her, schafft’s auf dem Ausland bei – produziert, holzt ab ..

    Man tackert Ablaufdaten auf Nahrungsmittel, schmeißt weg was gut ist, weil es das Datum sagt – streckt alles mit künstlichen Haltbarmachern, unterbricht Kühlketten, stellt Hyginestandards auf, die dazu führen, dass man eingeschweißtes gutes Lebensmittel wegschmeißen muss (siehe Airlines), während dessen Menschen verhungern, die unsre Lebensmittel produzieren .. und entfernt sich damit immer weiter von der Natur und einem natürlichen, sorgendem Umgang mit ihr.

    DAS ist meiner Meinung nach genauso besorgniserregend, aber darum wird sich nicht geschwert.

    Aus Bequemlichkeit bauen viele nicht mehr selbst an oder verzichten auf Obst, das nicht saisonal produziert werden kann. Sie lagern keine Äpfel ein oder wollen sie nicht mehr essen, wenn sie eine braune Stelle haben oder oh Schreck! ein Wurmloch, das für weniger Spritzmittel steht.

    Spritzmittel die unsre Umwelt und ihre Bewohner belasten.

    Bauern & Förster beschweren sich gleichzeitig, dass es zu viel Wildschaden gibt – dass es ein Reh wagt, ein Bäumchen abzuknabbern, weil es aufgrund des Freizeitsports nicht tagsüber raus ins Feld kann um dort Klee und Co, das es viel lieber fressen würde, zu sich nehmen kann oder es Wildschweine wagen, den tollen Biomais zu futtern.

    Tiere werden plötzlich als Schaden gesehn, werden verdrängt in Biotope, die nicht ihrem natürlichen Lebensraum entsprechen UM die Produktion für Land- und Forstwirtschaft zu steigern.

    Statt zB in einem Jäger zu sehn, dass dieser das Bindeglied zwischen dem eigenen Konsumverhalten und dem naturschutz darstellt, indem er statt die Tiere zu schießen, Ablenkungsfütterungen & Wildäcker anlegt, um das Wild von land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen fernzuhalten, wettern die Naturschützer gegen diese, während der Staat konsumorientiert Berufsjäger einsetzt, die mit Naturschutz nichts, am Hut haben und lediglich eliminieren sollen.

    Hier sollte man aber ansetzen! Weg vom konsumsteigerndem Denken und mit kleinen Schritten sich der Natur wieder annähern.

    Statt gegen Gruppen wie Jäger zu wettern, sollte man durchsetzen, dass Gebiete für Wild erhalten bleiben muss und gemeinsam Äcker, Schneißen, Hecken & Co. wie es früher nun mal war, wieder angelegt werden auch wenn dadurch die Äcker wieder kleiner werden, die Produktion geringer wird, alles schwerer zu bewirtschaften ist mit kleineren Maschinen und man eben nicht 365 Tage im Jahr seinen grünen Salat hat, sondern eben nur dann, wenn es ihn gibt.

    Aber wer will darauf schon verzichten?

    Und ja, ich lebe so ohne großartigen Aufwand mehr.

    Alles was ich konsumiere produziere ich selbst oder in ausgewählten Lokalen. Ich verzichte auf meinen Salat im Winter, ich sammele Müll ein, indem sich Tiere verheddern und Gliedmaßen abschnüren können, ich lege Wildäcker an und pflanze regelmäßig Bäumchen, ich halte meine Hühner via Freilandhaltung, ich esse nichts, was den Weg aus Argentinien oder sonst woher über Umwege auf meinen Teller gemacht hat, ich leine meinen Hund zwischen März und August im Feld an, weil ich weiß, dass er nur ein Tier ist und damit unberechenbar sein kann, ich verbringe freie Tage damit Hecken anzulegen und stehe im Winter auch am Wochenende nach dem Feiern früh auf, um Futter in Feld un Wald zu bringen, damit die Tiere Futter haben, wenn alles gefroren oder zugeschneit ist, ich suche Wiesen vor der Maht ab, damit kein Tier mit durchgehäckselt wird, ich setze mich aktiv & politisch für Gesetzänderungen zugunsten des Tier- und Naturschutzes ein (zB gegen staatliche gestütztes Ausrotten von Wild), gegen Bodenhaltung & Legenbatterien bei Hühnern, sowie Massentierhaltung, Treibjagden auf Rehwild (das vor allem durch Förster gefordert wird (–> und nein, das sind oft eben keine Jäger, sondern Wirte, die sich um ihre Bäumchen kümmern bzw. um Holzproduktion und Masse!) usw. und ich habe mich ausführlich mit unsrer Ökologie, den Zusammenhängen, Tier- und Naturschutz, Land- und Waldbau, Politik, Recht & Co. befasst – ich studiere Jura, eben aus solchen Gründen & bin Jägerin, ganz bewusst.

    So, nun könnt ihr mich beleidigen, zerfleischen und als hässlich bezeichnen, mein Gewissen verkraftet das.

    btw. D&G statt C -_- warum gibt’s hier keinen Editor?

  • Jane
    4. August 2011 at 14:33

    @daisydora

    genau das meinte ich – ich würde mir wirklich wünschen, dass es mehr Menschen gibt, die das ähnlich handhaben wie du & ich. 🙂

  • Jane
    4. August 2011 at 14:45

    achso, hab ganz vergessen zu schreiben, was ich mit Pelz meinte, der „sauber“ ist.

    Aufgrund unsres Konsumverhaltens was Landwirtschaft betrifft, aber auch Siedlungen und Co. kommt es vor, dass wir Wildtiere vertreiben bzw. wir ihnen zu wenig Platz geben – die Population reguliert sich leider nicht mehr selbst, weil der Lebensraum der dazu nötig wäre, nicht mehr geboten werden kann. Es gibt Kulturfolger wie zB Füchse und Kulturflüchter zu denen auch die Nahrung dieser Füchse gehört.

    Diverse Vogelarten die am Boden brüten, haben es durch den Landbau schon wirklich schwer, genauso wie Feldhasen & Co. die in vielen Teilen Deutschlands absolut bedroht sind. Zudem schmeißen immer mehr Leute ihre Abfälle ins Feld, wovon Füchse sich ernähren – logisch, dass die Population dann nicht abnimmt und wir immer öfter Füchse in den Ortschaften sehen.

    Klar auch, dass man dann nicht wild rumballern sondern gezielt regulieren muss & das das nicht qualvoll mit Gift & Co. geschehen soll (auch im Hinblick darauf, dass wir unsre Haustiere auch weiter laufen lassen wollen und andere Tiere nicht vergiften sollen.

    Schießt man nun so einen Fuchs, was eben auch mit einer Kugel und nicht mit Schrot gehen kann hat er ein schnelles Ende. Klar, ist das nicht für jeden rechtzufertigen, aber für ein ökologisches Gleichgewicht und zum Schutz von anderen bedrohten Arten nunmal von Nöten.

    Ich persönlich finde es dann aber schlimm, wenn man den Fuchs zusammen mit seinem Pelz in die Tierkörperbeseitungsanlage stecken muss. Genauso wie es schade ist, wenn man das Fett eines überfahrenen Dachses nicht nutzt.

    Das reicht zwar alles nicht für einen Mantel bzw. man müsste wohl, würde man als Jäger seine Füchse (1-5 im Jahr etwa je nach Größe des Revieres und Population) sammeln, etwa 10 Jahre sammeln, bevor man daraus einen Mantel machen könnte. Aber so lief’s früher auch (deshalb auch der enorme Wert) und nur das wären eben „saubere“ Pelze.

  • Daisydora
    4. August 2011 at 18:17

    @Jane

    Wir finden es gut, dass du so ausführlich berichtest, was genau du meinst und hier wird dich weder jemand angreifen noch schlimmeres mit dir tun. Das ist ein Männerblog, glaube mir, da herrschen deutlich sanftere Sitten und gute Manieren…

    Ich hatte schon vermutet, dass dein Apell in diese Richtung geht. Dagegen kann man natürlich nichts sagen, den Pelz zu verwerten, wenn ein Tier zu Tode gekommen ist… und sei es, dass der Jäger dafür sorgen muss, dass die Populationen ausgewogen bleiben… so naiv kann man ja heute nicht mehr sein, alles blindwütig zu verteufeln. Aber Herrn Pauly und seine Kundinnen kann man sich auch damit leider nicht schön denken.

    Das Problem ist, wie du ja erkannt hast, dass unsere Gesellschaft sehr stark auf Massenkonsum abstellt und es natürlich auch viele Leute gibt, die mit wenig Geld eine ganze Meute durchzufüttern haben. Dass diesen Menschen ihr Hemd näher ist, als die Jacke, verstehe ich…

    Das mit den strengen Regeln und der Tierkörperverwertung hat ja hygienerechtliche Gründe, man kann es den Leuten leider nicht überlassen, tote Tiere zu verwerten, denn da würden wir uns vor laute Ratten und ähnlichem nicht mehr erwehren können…

    Im Ergebnis denken wir sehr ähnlich.

    Vielen Dank für deine interessanten Kommentare.

  • Horstson » Blog Archiv » Die Woche auf Horstson
    7. August 2011 at 10:03

    […] Binnenalster und sorgt dank Daisydora auch auf Horstson für Zündstoff 6) Nieten: ganz klare Worte findet Daisydora über die Abarten der Pelzindustrie. Tags » Autor: Blomquist Datum: Sonntag, 7. August 2011 10:01 Trackback: Trackback-URL […]

  • Jane
    9. August 2011 at 11:55

    @Daisy

    das ist mir auch schon aufgefallen (bzgl Sitten) 😉

    Ich finde es schade, dass man heutzutage kaum noch normal über ein derartig problematisches Thema diskutieren kann und gemeinsam nach Lösungen sucht .. so weitergehn kann’s ja nicht.

    Btw. was ich sehr interessant fand und zwar nicht explizit auf Pelz aber den Umgang mit unsrer Tier- und Umwelt abstellt, war die Doku über WWF „Der Pakt mit dem Panda“ .. vll auch mal einen Eintrag wert 😉

  • Franziska
    19. Februar 2012 at 02:58

    Herr Pauli ist der Inbegriff für Pelze. wer diesen Namen hört, denkt an Pelze und die Oberschicht. Herr Pauli würde keine Sekunde zögern, an den Tieren selbst hand anzulegen, sie erlegen und auszuziehen, um ausreichend Material für seine Pelze zu haben. Diesen Menschen sind beneidenswert. Solange wir gerne Pelze tragen und der Bedarf an Pelzen vorhanden ist, dürfen Tiere dafür gezüchtet werden und sie haben nur einem Zweck zu dienen, den Bedarf an Pelzen zu decken. So ist es, heute und morgen.