Lookbook Männermode

Jeremy Hackett – Lookbook Winter 2015

Bild: Courtesy of Hackett

Jeremy Hackett gilt als Synonym für einen Gentleman. Der Brite vertritt die Meinung, dass man sich nicht nur wie ein Gentleman kleiden muss, um einer zu sein. Es kommt insbesondere darauf an, sich wie ein Gentleman zu benehmen. Das Verhalten anderen Menschen gegenüber gehört da genau so dazu, wie Rücksichtnahme und die passende Attitude.
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Bilder: Courtesy of Hackett

Wir berichteten schon häufiger über Hacketts Mode, die eigentlich gar nicht ‚Fashion‘ sein will. Sie richtet sich an Männer, die eine zeitgemäße Garderobe mit britischer Klassik bevorzugen und die den Anspruch haben, gut angezogen zu sein. Mittlerweile ist das Label auch in jeder deutschen Großstadt, wie München, Hamburg oder Düsseldorf, vertreten und bietet mit einem Augenzwinkern Anzüge, Sportswear und Accessoires an, die man perfekt viele Saisons tragen kann, mit denen man immer gut angezogen ist und die, zwar gehoben in ihrer Ausführung, bezahlbar sind. Viele meiner Stücke von Hackett trage ich, wie den Samtsmoking mit schottischer Tartan Hose oder die wunderbaren Flanell-Daunenwesten, die er als Erstes im Programm hatte, mit Leidenschaft.
Die Läden von Hackett haben häufig einen Regenschirm als Türknauf und den klassischen britischen Bowler, die sogenannte Melone, als Lampen und auch sonst weht das Image der regnerischen Insel immer noch durch die Kollektion – allerdings in zeitgemäßer Form.
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Bilder: Courtesy of Hackett

Dass auch die Entwürfe von Jeremy Hackett immer noch ‚anders‘ sind – auch wenn es sich um Konfektion handelt – verdankt er seiner profunden Kenntnis um die Herrengarderobe. Hackett arbeitete lange Zeit in der Saville Row, was schließlich dazu führte, dass er 1983 „Hackett London“ gründete. Berühmt wurde er mit seinem ersten Store, in dem ich ihn auch kennenlernte. Hackett verkaufte dort Vintage-Anzüge von den Dachböden englischer Herrensitze und antikes englisches Gepäck. Die Schnitte und Details nahm er von den teilweise durch Generationen von englischen Pairs getragenen Kleidungsstücken ab und übersetze sie auf die Proportionen der heutigen Männer.
So entstanden die ersten britischen Kleidungsstücke aus Harris oder Haringbone Tweed. Materialien, die auch in diesem Winter wieder im Lookbook zu finden sind. Später erweiterte Hackett seine Sortimente um Rugby Hemden und Polohemden in Richtung Classic Sportswear, allerdings alles mit dem Spirit, als wäre man direkt nach Oxford oder Cambridge unterwegs. Überhaupt hat man auch in dieser Kollektion das Gefühl, dass man zwar im Jahr 2015 lebt, aber eigentlich auch immer gut gewappnet wäre, wenn plötzlich eine Einladung nach „Downton Abbey“ kommen würde.
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Bilder: Courtesy of Hackett

Hackett bleibt immer Hackett. Die Kleidung ist eng mit London und den unbeschreiblich englischen Wochenenden auf Landsitzen verbunden. Und sie vertritt einen Lebensstil, der ein Zitat von Jeremy Hackett ins Gedächtnis ruft:

„Es heißt, ein Mann soll sich so kleiden, dass es nicht auffällt, natürlich ist das nicht ganz wahr, denn er fällt gerne auf, aber eben erst auf den dritten oder vierten Blick.“

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Bilder: Courtesy of Hackett
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Das Konzept von Hackett ist eine Vereinigung von Gegensätzen, die immer auch ein bisschen von Jeremys Exzentrik in den Alltag tragen …

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  • Monsieur_Didier
    3. November 2015 at 12:14

    …sehr schöne Mäntel und Outdoor-Jacken…
    auch das Styling ist gelungen…
    Die Sakkos haben dann den Look, den ich eher nicht mag: sie sehen aus, als seien sie zu klein geschneidert oder beim Reinigen irgendwie eingelaufen…
    ansonsten sehr sehr schön, eben sehr britisch…!!!

  • PeterKempe
    3. November 2015 at 17:41

    @Monsieur Der Karoanzug mit der hoch geschnittenen „Cary Grant“-Hose steht schon auf meiner Wunschliste 😉

  • Monsieur_Didier
    3. November 2015 at 18:03

    Peter: …auch, wenn Du großer Chanel-Fan bist: …ich persönlich finde, dass Du soooooooooo britisch rüber kommst…
    und das finde ich ganz großartig 🙂