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Greta Thunberg auf dem Cover der britischen GQ

(Greta Thunberg auf dem Cover der britischen GQ; Bild: British GQ/Christopher Hunt)

Von den „Schulstreiks für das Klima“ zu den „Fridays for Future“ bis hin zum Cover der britischen GQ liegt im Grunde genommen ein Jahr: Im August 2018 gingen Bilder durch die Medien, wie Greta Thunberg vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm hockte – inklusive „Schulstreik für das Klima“-Pappschild. Aus diesem Protest entwickelte sich die globale Bewegung „Fridays for Future“, die gleichermaßen für Furore und leere Klassenzimmer sorgt: Am weltweit ersten organisierten Klimastreik im März 2019 nahmen geschätzt 1,8 Millionen Menschen an den Demonstrationen teil.

Ich mag Greta Thunberg, finde ihren Einsatz und insbesondere ihren unermüdlichen Ehrgeiz, der sicherlich auch dem Asperger-Syndrom geschuldet ist, bemerkenswert. Sie legt die Finger in die Wunde der Gesellschaft und lässt sich von Kritikern nicht von ihrer Idee, sich für möglichst umfassende und effiziente Klimaschutz-Maßnahmen einzusetzen, abbringen. Zweifelhaft finde ich hingegen, wie sich einige Menschen an einer 16-Jährigen abarbeiten, wobei bis zu 50 % der Hass-Kommentare, die Greta Thunberg entgegen schwappen, von Fake-Accounts stammen sollen, wie Der Volksverpetzer berichtet.
Wenn ca. 50 % der Hass-Kommentare Fakes sind, bleiben aber 50 %, die real sind – das finde ich befremdend, insbesondere weil der Großteil der Kommentare nur darauf zu zielen scheint, die Aktivistin herabzuwürdigen, statt sich ihre Argumentation anzuhören: „Ich habe das Asperger-Syndrom und für mich ist fast alles schwarz oder weiß. Ich denke in vielerlei Hinsicht, dass wir Autisten die ’normalen‘ Leute sind und der Rest ist ziemlich seltsam“, wie Thunberg im Herbst vergangenen Jahres am Parliament Square in London erklärt. „Sie sagen immer wieder, dass der Klimawandel eine existenzielle Bedrohung und das wichtigste Thema überhaupt ist. Und doch machen sie einfach weiter wie bisher.“

Die britische GQ holte Greta Thunberg nun auf’s Cover der Oktoberausgabe des Männermagazins. Außerdem wird Thunberg zum „Gamechanger of the Year“ gekürt – eine Kategorie, die die Zeitschrift extra für die Aktivistin ins Leben gerufen hat.
„CAN YOU HEAR ME?“ steht auf dem Anzug, den die Schwedin auf dem Cover angezogen bekommen hat – hoffen wir, dass sie oft gehört wird.

11 Comments

  • fred
    13. August 2019 at 23:16

    Ich finde sie furchtbar. Von der ersten Minute an fand ich sie furchtbar. Ich kann sie einfach nicht leiden und finde sie penetrant und moralisierend. Und ich denke, dass ihre Eltern sie dazu drängen. Dieser ganze Klimakram interessiert mich nicht. Null. Ich brauche dazu keine 16 jährige. Sie ist ein Modephänomen. Und ich finde sie schlimm. Sie ist das bildgewordene schlechte Gewissen und man muss sie gut finden. Ich finde sie furchtbar.

    Ich verstehe allerdings nicht, warum sie so fertig gemacht wird und warum man sie persönlich angreift. Ich würde sie nicht persönlich angreifen. Ich habe Respekt vor ihr und finde es auch gut, dass sie ihr Anliegen vertritt. Ich finde es auch mutig und gut, wie sie es macht. Ich finde es auch unmöglich, dass sie wegen ihrer „Störung“ (die ich persönlich gar keine Störung finde) angegriffen wird. So etwas tut man nicht. Ich finde sie halt furchtbar. Ich finde es furchtbar, was mit ihr gemacht wird. Ich finde es furchtbar, dass sich jede Nase an ihren Hintern klebt, um auch dabei zu sein. Ich mein, wir brauchen keine 16 jährige, um zu erkennen, wie es steht. Aber sie ist einfach das neue Postergirl und jeder hängt sich an sie dran., um auch dabei zu sein. Ich hoffe auch, dass sie bald wieder von der Bildfläche verschwindet und uns nicht mehr alle unterdrückt. Was ich allerdings auch hoffe, ist, dass sie ihr Anliegen nicht aus den Augen verliert und weiter daran arbeitet, auch wenn sie endlich aus dem Fokus verschwunden ist.
    Sie ist ein armes Mädchen, das von allen eingenommen wird und das in ein Spiel reingezogen wird, das im Moment nicht zu überschauen ist. Ich finde es auch abscheulich, wie ihr Asperberger-Syndrom schamlos von allen ausgeschlachtet wird. Man macht eine Art „ET“ aus ihr. Ein armes Kind. Vielleicht finde ich sie als Person nicht furchtbar, sondern das „Übermonster“, das im Moment aus einen Mädchen mit einer Botschaft gemacht wird.

  • Vk
    13. August 2019 at 23:21

    Katherine Hammett? Vivienne Westwood? – Irgendwie komisch. Oder? – Pop culture is at an end. Verfängt nicht mehr. Da funktioniert etwas nicht. – Das Echte laeuft irgendwie anders. – Ich war dieser Tage in nem Gucci outlet mit den wunderbarsten Schuhen und Klamotten der letzten Saison. Mega. Alles das geilste Zeug, was ich je irgendwo gesehen hatte. Für nen Schleuderpreis. Gekauft hab ich nichts. Obwohl ein großer Fan von Micheles Gucci. It is over. – pop culture and irony is over. (Vielleicht)

  • Vk
    13. August 2019 at 23:27

    @fred parallel posting. Gleiches Thema . Komplett anderer Angang. Sympathies as always!

  • fred
    13. August 2019 at 23:31

    Der Artikel ist nicht schlecht, obwohl ich generell GMX-Artikeln misstraue:
    https://www.gmx.net/magazine/panorama/dubiose-geschaefte-greta-thunberg-33928184

    Aber irgendwie stimmt es, ein Mädchen, dass als Goldesel aufgebaut wird. Es wird sich wenig am Klima ändern, aber es wird warme Geldströme in bestimmte Richtungen geben. Man kann auch mit schlechtem Klima gutes Geld machen.
    Und die GQ, wäre nicht das beste, was sie für das Klima tun könnte, ein Jahr zu pausieren? Denken wir an die Unmengen Papier. Die Farben, die Lösungsmittel, der Wasserverbrauch beim Bleichen des Papiers, die Reisen zu den Shootingplätzen, Das Einfliegen von Fotografen und Models etc.
    Die Greta hat (te) ein gutes, richtiges Anliegen, aber jetzt? Eine Gewissenshow, um Geld zu mobilisieren.

  • Sören
    14. August 2019 at 08:38

    Freds Laberkommentare erinnern immer mehr an „Post von Wagner“ in der Bild.

  • Sören
    14. August 2019 at 08:41

    Zum Artikel / Greta Thunberg:
    Wenn doch nur alle sich so einsetzen würden wie sie, wäre der Klimawandel sicher aufzuhalten.
    Wie kann man etwas anderes als Bewunderung gegenüber einer Aktivistin für eine gute Sache empfinden?

  • Hannes
    14. August 2019 at 15:59

    Ich habe schon seit Ewigkeiten keine GQ mehr gelesen (aus gutem Grund), aber ich erinnere mich, dass dort in fast jeder Ausgabe mindestens in einem Artikel ein sogenanntes „Traumauto“ schwärmerisch präsentiert wurde. Große, schnelle, teure Benzinschleudern. Was wohl Fräulein Thunberg davon halten mag?

  • Stephanberlin
    14. August 2019 at 19:31

    Ich finde sie gut, auch auf GQ, die sonst Traumautos und Luxusmode zeigt Die Leser von Schrot&Korn müssen sicher nicht mehr bekehrt werden. Wenn ein Leser dann nur noch eine Kroko-Reisetasche pro Jahr anstatt zwei Taschen kauft, wär das schon ein ziemlicher Erfolg. Mitleid mit ihr muß man wohl nicht haben, auch wenn Mist-Medien wie Focus Online so tun, als würden böse Hintermänner an ihr verdienen wollen. Es gibt sogar böse Leute, die wollen was mit Bio-Kartoffeln verdienen: unvorstellbar!

  • Horst
    15. August 2019 at 10:28

    Was mich immer etwas irritiert, ist, wie erwachsene Menschen einerseits versuchen, Greta Thunberg herabzuwürdigen, sich auf der anderen Seite aber Sorgen machen, dass sie als Goldesel instrumentalisiert wird. Was denn nun? 😉
    Ich glaube, dass Greta Thunberg aufgrund ihres in vielerlei Hinsicht radikalen Auftretens stark verunsichert. Es ist eben nicht so, dass sie reagiert, wie man es von Jugendlichen erwartet und das scheint einige Zeitgenossen wütend zu machen. Wenn sie sich aber so inszenieren würde, wie viele ihrer Altersgenossen, würde man sie nicht Ernst nehmen.

    Zum GMX-Beitrag: Wie sich der Autor an Greta Thunberg auf verschiedensten Kanälen abarbeitet, finde ich besorgniserregend.

  • Stephanberlin
    15. August 2019 at 14:36

    Ich finde den GMX Artikel ziemlich schlimm, mir wird übel! Man hat das Gefühl, es kommt auch noch Neid auf, weil sie als junge Frau so viel Aufmerksamkeit erregt Natürlich kann sie als Frau nur das Opfer von dunklen Hintermännern sein, sie ist ja eben nur eine Frau, die nichts für sich selbst entscheiden kann, sozusagen nicht ganz zurechnungsfähig…

  • Vk
    15. August 2019 at 22:53

    @horst
    Sauber beobachtet und beschrieben.
    Die Polarisierung und ihre Eigenartigkeiten sind ihre groesste Kraft.

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