Gesellschaft

Behindert

B. Wright; Bewohner in John Langdon Downs Fördereinrichtung Normansfield ca. 1899/1900; © Surrey History Centre

Mongos, Spastis, Krüppel … Es gibt viele Begriffe, mit denen sich Menschen mit Behinderung auch heute noch auseinandersetzen müssen. Manchmal hat man sogar den Eindruck, dass das Wort „behindert“ mittlerweile als Allzweckbegriff für alles Schlechte benutzen wird. Spricht man denjenigen an, der sie als Schimpfwörter im Munde führt, ist es auf gar keinen Fall böse gemeint, man habe es nur falsch verstanden. Ich verstehe. Nicht.
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Florence Thornton (geb. 1879) und B. Wright (nicht bekannt); Bewohner in John Langdon Downs Fördereinrichtung Normansfield ca. 1899/1900; © Surrey History Centre

Jeder kennt das: Ging man früher durch die Stadt, kam es relativ häufig vor, dass einem Menschen mit Behinderung begegneten. Weil es aber immer einfacher wird, Behinderungen und Fehlbildungen schon im Mutterleib festzustellen, werden die Menschen mit angeborenen Behinderungen weniger – genetische Optimierung könnte man es nennen. Sie fallen schon früh durchs Raster der Pränataldiagnostik – man geht davon aus, dass sich 90 % der werdenden Eltern gegen ein Kind mit Trisomie und für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Einige halten das für Selektion – andere verweisen auf das Selbstbestimmungsrecht …

Da heute der Welt-Down-Syndrom-Tag ist, möchte ich schon jetzt auf eine Ausstellung hinweisen, die vom 29. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017 in der Bundeskunsthalle in Bonn läuft: „Touchdown“.
„Touchdown“ will Fragen über Unterschiede (derer es jede Menge gibt) und Gemeinsamkeiten (derer es noch viel mehr gibt) von Menschen mit und ohne Down-Syndrom stellen.
Die Ausstellung wurde zusammen von Menschen mit und ohne Down-Syndrom erarbeitet und umfasst wissenschaftliche und künstlerische Exponate aus Archäologie, Zeitgeschichte, Genetik, Medizin, Soziologie, Literatur und bildender Kunst; stellt dar, woher der Begriff „Mongolismus“ kam und wieso die World Health Organization ihn 1964 verboten hat.

Vielleicht trägt die Ausstellung auch zur Akzeptanz von Menschen mit Behinderung bei.

Touchdown
29. Oktober 2016 bis 12. Februar 2017
Bundeskunsthalle
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn

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  • thomash
    21. März 2016 at 18:20

    tolle bilder, die allein machen schon auf die ausstellung neugierig.

  • Horst
    21. März 2016 at 20:14

    Auf jeden Fall! Freut mich, wenn es Interesse geweckt hat!

  • Siegmar
    22. März 2016 at 15:12

    wird mit Sicherheit eine sehr interessante Ausstellung.