Gesellschaft

50 Mütter, 50 Kinder, ein Extrachromosom und der Welt-Down-Syndrom-Tag

(Bild: Screenshot „50 Mums | 50 Kids | 1 Extra Chromosome“)

Heute ist wieder Welt-Down-Syndrom-Tag, also der Tag, der das öffentliche Bewusstsein für die Thematik des Down-Syndroms steigern soll.
Jeder kennt das: Ging man früher spazieren, begegneten einem relativ häufig Menschen mit Behinderung. Weil es aber immer einfacher wird, Behinderungen und Fehlbildungen schon im Mutterleib festzustellen, werden Menschen mit angeborenen Behinderungen weniger. Man geht davon aus, dass sich 90 % der werdenden Eltern gegen ein Kind mit Trisomie und für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Es gibt keine zeitliche Begrenzung für diesen Schritt, d.h. „Spätabtreibungen“ sind legal. Einige halten das für Selektion – andere verweisen auf das Selbstbestimmungsrecht …
Am Ende des Tages muss jede Frau selbst entscheiden, ob eine Abtreibung vorgenommen wird oder nicht. Ein Schritt, der von niemanden zu bewerten ist. Was hingegen zu bewerten ist, ist die Wortwahl einiger Menschen …

Es gibt viele Begriffe, mit denen sich Menschen mit Behinderung auseinandersetzen müssen. Das Wort ‚behindert‘ wird – nicht nur auf Schulhöfen – als Allzweckbegriff für alles Schlechte benutzt. Das ist aber, so heißt es oft, „absolut nicht so gemeint wie es evtl rüber kam“, [es ist] „auf gar keinen Fall böse gemeint“, wie einmal Simon Unge seinen diskriminierenden Umgang mit dem Wort ‚behindert‘ versuchte, zu erklären. Ja, aber wie ist es denn dann gemeint, Simon Unge?
Ich verstehe die salomonische Sichtweise des Youtubers nicht, ihr vielleicht? Er vielleicht auch im Nachhinein nicht, wie man dem Video „BIST DU BEHINDERT?!“ entnehmen kann, das Simon Unge im Nachgang an die Kritik, die auf ihn aufgrund seiner Äußerungen einprasselte, veröffentlichte und in dem er seine Wortwahl resümierte. Immerhin.

Da heute der Welt-Down-Syndrom-Tag ist, möchte ich euch ein Fundstück zeigen: 50 Mütter ließen sich von Carpool-Karaoke inspirieren und drehten mit ihren Kindern ein sehenswertes Playback-Video zu „A Thousand Years“ der US-Sängerin Christina Perri. Zum Einsatz kam, neben jeder Menge Lebensfreude, der Kommunikations- und Sprachförderansatz „Makaton“:

50 Mums | 50 Kids | 1 Extra Chromosome

Vor wenigen Tagen näherten sich übrigens auch der Autor Micky Beisenherz und der Stand-up-Comedian Oliver Polak dem Down-Syndrom und widmeten dem Thema eine Folge von „Das Lachen der Anderen“.
Lachen, so denke ich, ist überhaupt der beste Umgang mit dem Down-Syndrom und allen anderen Behinderungen. Nicht übereinander, sondern miteinander.

  • Elke Kempe
    21. März 2018 at 11:58

    Ganz bezaubernd❤️❤️❤️