Ich will hier gar keine Zeit verlieren und Euch mit überflüssigen Plattitüden nerven. Hier kommt er, der sonntägliche Wochenrückblick!
1) Danke Peter! Denn Dank Deines Berichts vom Freitag liegt mir Horst nun in den Ohren. Er will unbedingt die Marc Jacobs Puppe im Southpark Stil.
2) Unser Schreiber Peter hat für das neue Fairy Tale Magazine ein grandioses Interview gegeben.
Schwerpunkt: der Designer Patrick Kelly. Hier könnt ihr es lesen.
3) Memo an mich selbst: unbedingt ins neue Album von No Doubt reinhören. Denn Jan Who, der eindeutig einen guten Musikgeschmack hat, hat am Dienstag behauptet das sich das lohnt. Ich bin gespannt.
4) Die beliebte Rubrik „Meine Designerfreunde“ ist um einen beantworteten Fragebogen reicher. Hier gehts lang, und ihr erfahrt privates über Markus Brunner vom Label Baldessarini.
5) Über die Manufaktur von Louis Vuitton im Pariser Stadtteil Asnieres, in der die Sonderanfertigungen von Kunden entstehen, berichtete Peter am Donnerstag.
6) Es wird Zeit das sich Jeremy Scott anderen Aufgaben zuwendet. Denn die Kollektionen für Adidas Originals werden immer schlimmer. Ein Blick ins Winter-Lookbook gibt es hier.
Juli 2012
Da sitz ich im zitronengelben Jogging-Anzug irgendwann Ende der 80er in der Aula einer Realschule einer mittelgroßen Kleinstadt zwischen Hamburg und Hannover. Was springt uns beim Betrachten des Bildes sofort ins Auge? Der Schulfotograf hatte sich ausgerechnet den Tag in der Woche ausgesucht, an dem der Sport-Unterricht stattfand – Erkennbar am hohen Trainingsanzug-Aufkommen. Das war praktisch und man mußte sich nicht großartig in der Sammelumkleide bei diesem ganz typischen Geruch, einem Mix aus Schweiss, Füßen und Pickelcreme vergangener Schulsportstunden umziehen und der Look war damals eh‘ egal: Keiner von uns hatte einen Blog, in dem er sich täglich in H&M Klamotten ablichtete. Wir hatten noch nicht einmal einen H&M. Wir hatten BOSS, Marc O’Polo und, wie auf dem Bild zu sehen, adidas – damals noch Original Originals. Aber eigentlich war es uns egal, denn wir hatten uns und manchmal auch nur sich selbst, schließlich steckten wir alle in der Pupertät.
Zum Wochenende jetzt mal ein Tipp aus Hamburg. Dort habt ihr noch bis zum 31.7.2012 die Möglichkeit ein T-Shirt Unikat des Labels „Frisur Clothing“ zu erwerben. Diese haben in ihrem temporären „15×7 Pigment Store“ eine eigens entwickelte Dip-Dye Maschine entwickelt die mit täglich ausgewechselten Farben in 15 Tagen in 15 Farben sieben Shirts pro Farbe färbt. Heißt also insgesamt 105 Shirt-Unikate für euch. Noch bis zum 31.7.2012 kann man die Maschine sowie die Shirts in der Schanzenstraße 43 bewundern und natürlich kaufen.
Mehr Infos gibt auf der Facebookseite: frisurclothingofficial
“I was interested to bring these clothes back to the street somehow, and seeing how they look on different ages, different sizes,” so Alber Elbaz gegenüber der WWD. “It felt like a crazy family, and I like that.”
Dank Stella Rose, einer weiblichen Drag Queen, wissen wir nun auch, dass sie quasi von der Straße weggecastet wurde: „Yes, I was street cast for this. If anyone is trying to make you feel bad for looking different I am telling you now that this is where being yourself will get you,“ verriet sie auf ihrem Blog.
Insgesamt wurden 13 ‚Real People‘ von Steven Meisel für die Herbst/Winter Kampagne abgelichtet, von denen wir hier noch eine kleine Auswahl rausgesucht haben…
Wem es nicht reicht seinen Kleiderschrank zu füllen, die Designer lieber leibhaftig in der Wohnung hat oder mit ihnen verreisen möchte, hatte bis jetzt ja nur die Möglichkeit, Karl Lagerfeld als Hampelmann in verschiedenen Größen zu drapieren. Nachdem Chanel, Anna Wintour, Grace Coddington und Alber Elbaz mitsamt Marc Jacobs simpsonized wurden, stand nun noch ins Haus, dass auch in Southpark die Mode einzog.
Und Schwupps – nicht nur das Marc Jacobs einen Gastauftritt in der U.S. Serie hatte, nein – nun gibt’s ihn auch in limitierter Auflage für Zuhause – zum Knuddeln, Liebhaben und als Reisekissen verwendbar. Wer also nicht nur T-Shirts, Herzen-Spiegel oder Tote-Bags von dem Designer spazieren führen möchte, hat jetzt die Möglichkeit, ihn online zu bestellen bzw. die Marc Jacobs Boutiquen aufzusuchen: dort gibt es für 113 Euro die Muscle Man Marc Puppe.
Nachdem bei Euch letzte Woche das „Meine Designerfreunde“-Buch von mir auf äußerst positive Resonanz gestoßen ist, habe ich einen weiteren Designer gefragt, ob er nicht mir und uns ein paar Fragen beantworten möchte: Markus Brunner.
Markus Brunner ist Head of Design bei Baldessarini, ist ehemaliger Joop!-Designer und meldete sich übrigens schon vor einem Jahr in unserem Beirendonck-Special zu Wort.
Was Markus nun zu einer Kooperation mit H&M sagen würde, was bzw. wer sein wertvollster Besitz ist und wie er die anderen Fragen beantwortete, lest ihr hier:
‚Heimliche Zwillinge‘ mausern sich zu meiner Lieblingsserie auf Horstson – gleich hinter den Photoshop-Missgeschicken…
Gerade habe ich beim New York Fashion Magazine auch mehr oder minder heimliche Kampagnen-Zwillinge entdeckt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: Kati Nescher für Alexander Wang (links) und Aymeline Valade für McQ (rechts) – beide fotografiert von David Sims.
Manchmal muss man eine Lupe nehmen, ähnlich wie die Lupe, mit der das gallische Dorf von Asterix betrachtet wird, um das Herz einer Marke zu finden, die global agiert und rund um den Erdball vertreten ist. Viele Geschäfte mal groß, mal noch größer, stets umringt von den Kunden aus vielen Nationen, die alle die Objekte ihrer Begierde erwerben wollen.
Louis Vuitton trägt den Namen eines Mannes, der viele Träume hatte und ein Kofferpacker war; der bei seiner Arbeit feststellte, dass die Zeiten sich veränderten und das sich durch aufkommende moderner Verkehrsmittel, wie der Eisenbahn, sich die Bedürfnisse der Reisenden total veränderten.
Er war ein Erfinder, Tüftler und Avantgardist, hatte eine Vision, die heute klein wie ein Sandkorn erscheint, wenn man die Aktivitäten der Firma, die seinen Namen trägt, beobachtet. Aber für ihn war dieses Sandkorn so groß wie ein Findling, als er ins Bon Marché ging, um sich eine neue Hose zu kaufen, in der er um die Hand seiner Frau bei seinem zukünftigem Schwiegervater anhalten wollte.
„Alte Geschichten“ wird mancher denken, aber genau um diese Vision geht es, das Sandkorn existiert auch heute noch und sitzt genau in der Seele eines jeden Handwerkers, der in den Spezial-Anfertigungs Ateliers von Vuitton in der Rue du Congrès in Asnieres arbeitet.
Man weiß ja nie – vielleicht findet sich ja im letzten Schwung der Lookbook-Bilder der Jeremy Scott Fall/Winter Kollektion (hier ist der erste Teil) noch ein Lieblingsstück? Ich glaube es eher nicht und entgegen der landläufigen Meinung, dass einen schönen Menschen nichts entstellen kann, wird hier eindrucksvoll gezeigt, dass selbst ein Model mit der Teddybär-Trainingshose einfach dämlich aussieht… Oder?
Highlight ist auf jeden Fall obiger Anzug in Kombi mit der transparenten Jacke. Allerdings bleibe ich dabei: der Blümchen-Trainingsanzug aus der Preview ist super!
Schöne Kampagne! Für die Lanvin Fall/Winter 2013 Kampagne verpflichtete Alber Elbaz jede Menge Real People – unter ihnen auch die 81jährige Jacquie Tajah Murdock (feiert nächste Woche ihren 82. Geburtstag) und erfüllte dem ehemaligen Showgirl einen Herzenswunsch:
„This campaign is a dream come true. I grew up in Harlem always wanting to be a model, but in my day there were very little opportunities for women of color to work in fashion.“ äußerte sich Jacquie gegenüber The Advanced Style, und weiter „At 18 I went from agent to agent looking for jobs, even as a hand model. I have finally made it and I will never give up. Hopefully some day I will get to Paris!“
Wie schön… 🙂








