Ihr habt doch hoffentlich den Livestream der Show geguckt?
Wer schon auf Abgesänge an eine elegant-langweilige und vorhersehbare Kollektion wartet, wenn es um die Ideen geht, die Giorgio Armani für seine Bella Signora des Sommers 2012 vorbereitet hatte, der kann zumindest bei mir lange warten.
Was auch immer der Altmeister der Alta Moda über den Laufsteg schickte, war perfekt geschnitten und folgte der weiblichen Silhouette in der Idealform der Sanduhr. Beim Betrachten der Bilder der Show konnte ich Schönheiten wie Monica Bellucci und die junge Sophia Loren vor meinem geistigen Auge sehen. Schöne Frauen, deren Vorzüge durch die Mode von Giorgio Armani ins beste Licht gesetzt werden. Alles ist weit weg von den verschobenen Proportionen und den Trafalgars*, die Kolleginnen wie Miucca Prada für ihre Kollektionen der selben Saison genutzt hatten, um Aufsehen zu erregen und entsprechende Presse zu bekommen.
September 2011
Ich bin ja relativ einfach gestrickt: Setz ein putziges Tierchen in ein Bild und ich bin dabei. Das funktioniert auch bei Kampagnen von Marken, die bei mir sonst eher mit Bushidos und Kay Ones dezent prolligem Geschmack konnotiert sind. In diesem Fall wäre das Moncler. Bruce Weber hat ja schon die letzten Kampagnen für das italienisch-französische Label mit diversen Hunden und Kamelen inszeniert und für die aktuelle Herbst-/Winter-Kollektion hat er sogar einen 24-minütigen Film gedreht (die Anzeigen selbst sind praktisch Werbeplakate für den Film). In den Hauptrollen: ein niedliches kleines Mädchen und flauschiger kleiner Zwergspitz. Es geht darum, dass das Mädchen, Gabby, den Hund auf der Straße findet, ihn auf den naheliegenden Namen Sugar tauft und ihn als Zeichen des Himmels ansieht, weil sie sich schon immer einen Hund gewünscht hat. Das Schwarz-Weiß-Werk heißt „Don’t steal the Jacket“ und wurde auf der Mailänder Fashion Week präsentiert.
„Als ich ein Kind war, bin ich mit italienischen Filmen aufgewachsen, und ich bin diesen Geschichten wirklich dankbar, weil sie mich aus der Kleinstadt holten, in der ich nahe von New York lebte. ‚Don’t steal the Jacket’ ist als Ode an diese erste, fundamentale Reise gedacht“, erklärt der amerikanische Modefotograf die Inspiration für das Projekt. Hier gibt’s einen knapp vierminütigen Ausschnitt, den gesamten Film könnt ihr in Kürze auf der Firmenwebsite sehen.
Heute ist Balenciaga eine Modemarke in Paris, die von Nicolas Ghesquiere entworfen wird und einen seit 2000 avantgardistischen und sehr chicen Ruf hat. Die Wurzeln dieses Hauses, das 1968 offiziell von seinem Schöpfer Cristóbal
Balenciaga mit dem Ausspruch „Ich ziehe mich zurück weil die Eleganz der Frauen in der heutigen Welt keine Bedeutung mehr hat“ geschlossen wurde, war einmal eines der eigenwilligsten und einflussreichsten Couture Häuser der Welt.
Balenciaga machte keine Kollektionen die immer etwas neues boten, sondern er war sozusagen wie ein Architekt in der Mode: Er hatte seinen Stil, der auf die Einflüsse seiner baskischen Heimat fußte und den großen spanischen Malern wie Goya und Velasquez verhaftet war. Er perfektionierte von Saison zu Saison seinen Stil und seine Schnitte sind bis heute unnachahmlich.
Wie damals in den 80ern kommt ihr nicht so einfach weg: Es gibt einen zweiten (und letzten) Teil des Lanzarote Dia-Abends – diesmal gibts die Bilder der Fundación César Manrique und des Restaurants El Diablo zu sehen – beides wieder gestaltet vom spanischen Vorzeigekünstler César Manrique.
Die Fundación César Manrique hätte auch gut in unsere Serie „Wie wohnt eigentlich…“ reingepasst, denn eigentlich war es Manriques Privathaus – das Problem war nur, dass zu viele Leute an seiner Tür klingelten und einen Blick riskieren wollten – daher wandelte es der Künstler zum Hauptsitz seiner Stiftung und somit der Öffentlichkeit zugänglich. Es umweht den Räumen immer noch ein unglaublicher 70er Flair…
Zu den Bildern gehts nach dem Klick
Der Herbst ist da – Jan Who trägt Senf und das Drunter Obendrüber
Posted on 26. September 2011Ich dachte schon, ich finde mir niemand, der sich virtuell gefallen lassen muss, diese faszinierende Stylingidee aus der Paul Smith Show, die übergroße Strickjacke über dem Anzug-Jackett zu tragen, zu probieren. Dann kam mir mein überaus modeaffiner Schreiberkollege Jan Who in den Sinn, dem Senf & Co. gut zu Gesicht stehen und schon war alles gut.
GIORGIO ARMANI Women Spring/Summer 2012 Livestream 11:30Uhr auf Horstson
Posted on 26. September 2011Wie schon am Samstag angekündigt, streamen wir solange Modenschauen von Armani, bis sie uns gefallen. Leider hat zumindest meiner Meinung nach die Emporio Women Show einen noch nicht vom Hocker gehauen, also schicken wir heute die etwas gediegeneren Giorgio Armani Linie ins Rennen.
Der Live Stream beginnt um 11:30Uhr und wir wünschen viel Spaß.
Zum Stream gehts nach dem Klick.
Ein bis heute unerreichter, stilprägender Interieur Ausstatter des internationalen Jet Sets der sechziger und siebziger Jahre ist der britische Kultdesigner David Hicks. Niemand konnte so stylish psychodelische Muster und Harlekinaden mit englischen Stilmöbeln und traditionellen iberischen Wohnaccessoires mischen. Seine Wurzeln hatte der Sohn von Lady Pamela Hicks, die aus dem
Hause Mountbatten stammte, in der Stilistik der britischen Landsitze und den königlichen Schlössern der Windsors.
Als sogenanntes Enfant Terrible der Familie, bewegte er sich früh in Künstlerkreisen und war einer der Begründer Anfang der sechziger Jahre des ‚Roaring London Style‘.
Mit dem exzentrischen Baron Albrizzi entwickelte er damals die mega-avantgardistischen bunten Plexiglas-Möbel und Accessoires, die in Schockfarben die Appartements sämtlicher Hollywoodstars und der Wohnungen von Warhol, Saint Laurent und Co. zierten.
SKIR und Horstson haben ein neues Format für Bloggergespräche – SirDorian hatte da eine erste Frage ….
Posted on 25. September 2011Jedes Medium hat so seine Formate, die zumindest eine Zeit lang funktionieren. Im Fernsehen gibt es Talkshows, Castingshows, die große Samstagabend-Show, Dokutainment, Magazine, Politgespräche, Filme, Dokumentationen und einiges mehr.
Zwischen Blogs und deren Akteuren laufen bisher eigentlich nur Interviews und Interview ähnliche Formate, in denen nach Vorlieben und modischen Wünschen gefragt wird. Meinem Eindruck nach tendieren diese Blog übergreifenden Gespräche aber sehr dazu, den anderen Blog vorzustellen, dem Gesprächspartner Raum für die Selbstdarstellung zu geben und oder / damit einen Gefallen zu tun. Diskurse und kritische Auseinandersetzungen kommen da wenn, nur in Spurenelementen vor.
Ich bin mir ganz sicher. Ihr habt letzten Sonntag den Wochenrücklich auf Horstson vermisst. Aber ganz ruhig, keine Panik oder Massendemonstrationen – ich bin zurück aus dem Urlaub.
Und auch wenn ihr mich nicht vermisst habt gibt es hier den allsonntäglichen Rückblick auf die tollsten Themen der vergangenen Tage.
1) Ende Oktober werde ich Kuball & Kempe stürmen und mir einige Gläser aus der „Small Worlds“ Serie von Christian Haas für Theresienthal besorgen. Peter berichtete am Donnerstag von dem Designer und seines Schaffens.
2) Am Dienstag schalteten wir Live nach London zur Frauen-Modenschau von Burberry Prorsum. Das wir hier auf Horstson ein Faible für Christopher Bailey’s Männer-Kollektionen haben, ist ja kein Geheimnis. Und diesmal kamen dann auch unsere Schreiberkolleginnen und Leserinnen auf ihre Kosten.
3) Daisydora liebt Kunst. Am Dienstag erzählte Sie vom Schweizer Künstlers Ugo Rondinone, der seine riesige Regenbogen-Installation „We are Poems“ an einer Hausfassade öffentlich in München ausstellt. Initiator dieser Ausstellung ist das Label Louis Vuitton.
4) Das A-Z der weiblichen Stilsünden von Daisydora kam bei euch so gut an das Sie gleich am Montag Teil 1 und am Dienstag Teil 2 der männlichen Stilsünden, die natürlich größtenteils mit einem Augenzwinkern zu betrachten sind, veröffentlichte.
5) Frau Willis zeigte uns am Mittwoch was dabei heraus kommt wenn Frau Prada sich von den Grafikdesignern Alexander Reichert und Fausto Fantinuoli Unterstützung für eine ungewöhnliche Präsentation eines Lookbooks holt. Die 70er Jahre lassen grüßen. Wir finden es gelungen.
6) Wir sind gespannt auf das HORST Magazin – ein Schwulenmagazin von Armin Morbach. Das Cover und die Preview haben unser Herz auf jeden Fall erobert
Zwar steht der Herbst vor der Tür und alle sind eher mit der Beschaffung von wärmeren Jacken oder der Auswahl aus der Horstson Mantelparade beschäftigt, aber die Herrenmodenschauen für das nächste Frühjahr liegen nun auch schon ein paar Monate zurück und ich habe mir mal vorgestellt, was denn eigentlich für mich so die „Must Haves“ sind, wenn ich ein Wochenende mit möglichst wenig Gepäck und meinen absoluten Traumkombinationen im nächsten Frühling in Villefranche-sur-Mer an der Côte d’Azur verbringen würde.
Sicherlich gibt es viele beeindruckende Teile und absolute „Trafalgars“, wie es in der Modesprache heißt, die Aufsehen erregend und fulminat sind. Meine Wahl fiel aber auf zwei Outfits von Hermès, die alles andere machen, als sich dominant in den Vordergrund schieben.










