Hilfe, lieber Peter, Karl Lagerfeld ist auf dem besten Weg zur deutschen Werbeikone! Weißt du, was mit ihm los ist? Das kann doch nicht der Ernst des Mannes sein, der Daisy früher unter anderem mit seinen extravaganten Begriffen von Noblesse und Understatement damit beeindruckte, dass er Mobile Phones ablehnte, weil er sich nicht wie das Personal herbei klingeln lassen wollte …. Ist der geschätzte Meisterdesigner Karl Lagerfeld etwa auf dem Weg in die Liga der Werbeikonen – auch wenn ich Lagerfeld naturgemäß wegen seiner echten Talente, Leistungen und Erfolge nicht in die Reihe zu Verona, Vroni und so weiter stellen will. Aber, warum macht er das denn? Doch nicht aus Überzeugung für den Pay-TV-Sender sky (ich weiß, dazu sagt man seit Premiere lieber Bezahlfernsehen in Deutschland).
Was, sky dazu bewegt hat, Kaiser Karl zu engagieren, um den Premium-Anspruch des Pay-TV-Senders besonders plakativ zu visualisieren, das kann Daisy noch nachvollziehen, obwohl die Idee nicht gut ist. Macht ja nichts, teuer ist sie garantiert und wahrscheinlich sorgt sie auch für sehr gute PR der Werbeagentur von sky und damit für Neugeschäft bei dieser.
Ihr merkt schon, Mons. Lagerfeld ist Daisy neuerdings etwas zu nahbar. Ich fand es schon nicht gut, dass er sich mit den Burdas zu Beckmann gesetzt hatte, die seit ein paar Jahren zu seinen Freunden zählen. Interessant dabei, so richtig konnte man das erst mit verfolgen, seit Lagerfeld anlässlich einer Burda Gala zu einem Jubiläum in Zusammenhang mit Aenne Burda geladen war und zum ersten öffentlich Mal lobte, wie toll der Konzern, Herr Professor Burda und seine Frau seien. Seither gab es keine Chanel Schau, ohne große Fotos der sehr eleganten Damen Patrizia Riekel und Annette Weber …schließlich gehören die Leserinnen der Burda’schen Yellow Press zu den treuesten Stammkundinnen von Chanel … aber nun besser wieder zurück zu sky …
Viel bleibt nun nicht mehr übrig, das man noch aus der Kiste der Werbeideen rausholen könnte, denn an Stelle des Verfolgens einer stringenten Idee zur Positionierung und Bewerbung des Senders, probiert man anscheinend alle paar Monate was neues. Und nun ist: „Ich guck kein Fernsehen, ich seh(e) was Besseres“ dran. Total daneben, wenn man bedenkt, dass bei anderen Sendern, sogar bei Öffentlich Rechtlichen ja auch gutes Programm läuft, auf das kein Fernsehzuschauer mit Premium-Anspruch verzichten wollte. Und ich vermute, dass ein sehr artifiziell daherkommender, aber im Grunde falscher Denk- und Konzeptansatz auch durch die Imitation des VW Polo Spots mit Lagerfeld nicht wettgemacht werden können. Wie dumm müssten Deutsche Konsumenten sein, wenn der seit Ewigkeiten in Paris lebende Karl Lagerfeld die Initialzündung für einen raketenmäßigen Erfolg von sky gäbe. Am Ende bleibt bei Daisy nur haften, dass sky versucht, sich mit Hilfe von Karl Lagerfeld als besseres Fernsehen zu etablieren. Liebe Werbeagentur und liebe Entscheider bei sky, was besseres Fernsehen ist, entscheiden die Zuseher ganz ohne Propaganda. Angesichts der jüngsten veröffentlichten Zahlen von sky vor etwas mehr als zwei Wochen, die einen Verlust von 407,6 Millionen Euro auswiesen, habt ihr ganz schön viele ballfreie Spielwiesen in eurer Kommunikation. Aber: Immerhin: Im Jahr zuvor hatte der Verlust noch bei 676,5 Millionen Euro gelegen. Und auch der Umsatz verbesserte sich: Er stieg 2010 gegenüber dem Vorjahr um 8,4 Prozent auf rund 978 Millionen Euro.




