Kampagne

Vuitton’sche Parisienne

(Foto: Bruce Weber für Louis Vuitton)

Quelle reve, da wache ich mitten in der Nacht auf und lasse eine Pariser Traumfantasie Revue passieren: Mein Freund, ich und ein sinkendes Auto in der Seine. Große Katastrophe, Drama und ein langes Ausrufezeichen hinter’m „Es-War-Nur-Im-Schlaf“! Ich träume oft, wirres Zeug vom Feinsten. Doch, was war das? Scheinbar hatten mich Recherchen über Isadora Duncan mehr beschäftigt, als ich anfänglich gedacht hatte. Nicht nur ihr eigenes Schicksal erzählt sich furchtbar – Strangulation durch Schal im Cabrio – auch die Kinder der Choreografin ereilte ein schreckliches Schicksal: Ertrunken, im Auto in der (traumbetroffenen) Seine. Auch der Chaffeur und das Kindermädchen sterben bei dem Unfall. Gruselig, schraurig. Ich, plötzlich hellwach und ungläublich auf die Uhr blinzelnd, erkenne die Fünf auf der Uhr. Na, dann stehe ich mal auf und sichte mein Postfach.

Foto: Bruce Weber für Louis Vuitton

Klick, Facebook, Instagram. Dann: Wirklich Mails checken. Ich scrolle mich durch die Ankündigungen für Spring/Summer 2017 und bleibe bei meinen Lieblingsfranzosen hängen, Louis Vuitton gibt die neuen Kampagnenbilder bekannt. Das schaue ich mir natürlich näher an, lade die Dateien herunter und werde starr vor Schreck: Schöne Frauen, tolle Kollektion und…. oh je, die Seine. Nicht nur einmal, Kampagnenkulisse en masse. Mein Traum? Auf einmal präsent! Zum Glück liegt mein Freund schlafend im Bett, nur Duncans Kinder können nicht mehr gerettet werden. Ich schaue zurück auf den Rechner, bestaune abwechselnd Michelle Williams, Jennifer Connely, Adèle Exarchopoulos und Sasha Lane. „Series 6“ kommt daher wie ein Spaziergang der elegant-lässigen Art, gefällt sehr gut!

Foto: Bruce Weber für Louis Vuitton

Bruce Weber hat die Kampagnenbilder geknipst. Nicolas Ghesquière zeigt sich – wie sollte es anders sein – für die künstlerische Leitung/Entwürfe verantwortlich. Immer mit dabei? Model und Muse Rianne Van Rompaey! Ein kurzes Statement zur neuen Kollektion gibt es natürlich auch: „Paris ist die Seele dieser Kollektion, mit seiner charmanten Dualität von Rive Gauche und Rive Droite und seiner Art, sich von künstlerischen Einflüssen zu ernähren. Vor diesem Hintergrund wollte ich der kultivierten, intellektuellen, originellen und freigeistigen Parisienne Tribut zollen.“ Ich schaue mir die Aufnahmen noch mal an, der fiese Traum verschwindet allmählich. Dann lasse ich mir Ghesquières Worte erneut durch den Kopf gehen.

Fotos: Bruce Weber für Louis Vuitton

Fotos: Bruce Weber für Louis Vuitton

Paris, Paris – Jetzt möchte ich am liebsten sofort in die französische Hauptstadt reisen: „Künstlerische Einflüsse“ aufnehmen. Der „freigeistigen Parisienne Tribut“ zollen. Am Ufer des Flusses die Stadt durchstreifen. Wer ist mit von der Partie?! ; )

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  • Vk
    11. Januar 2017 at 17:39

    Herrlich. Im sinkenden auto vom schal stranguliert. Wunderbar. Andere tráeumen nur vom jaemmerlichen versagen in der statistikklausur. Hoffnungslos und ohne schal.
    Starb Colin firths freund nicht auch im auto im wasser im single man. Toller film. Ganz anders als die wirklich brettschlechten nocturnal animals. Und was waren da die erwartungen gross. Hat jemand nocturnal animals gesehen und fand sie ebenso unsaeglich wie ich?

  • PeterKempe
    11. Januar 2017 at 18:44

    @VK auch wenn man es ja kaum im allgemeinen Jubel sagen darf: Ich fand Nocturnal Animals von der ersten bis zur letzten Minute langweilig und grottenschlecht. Hingegen Paris als Kulisse für die Kampagne von Louis Vuitton zu wählen großartig und dem Trend folgend, dass sich die Pariser Luxushäuser wie Chanel – oder jetzt Vuitton – langsam darauf besinnen, sich von exotischen Zielen zu verabschieden. Sie nehmen die Kulisse der Stadt, die die Inspiration und den Kern ihres Schaffens und auch den Grund liefert, warum alle Welt die Sachen aus diesem Synonym für Kreation und Handwerk haben will. Back to the Roots und zurück dahin, wo ihre Authentizität liegt.

  • Julian Gadatsch
    11. Januar 2017 at 19:24

    Hallo ihr Lieben,

    Endlich spricht es mal jemand aus! Wobei, meine Mutter brachte es schon im Rausgehen des Kinos auf den Punkt: „Maßlos überschätzt, da war der andere um Längen anspruchsvoller!“
    Ich kann mich nur anschließen und war, wie ihr, doch sehr enttäuscht von dem letztendlichen Ergebnis des „Nocturnal (Filmmaker) Animal“….
    Da wurde monatelang das Werbefähnchen hochgehalten und alle Interviews mit Adams und co. versprachen einen ansprechend-anspruchvollen Filmausflug – nix da, leider bei mir durchgefallen.

    @Peter: du bringst es auf den Punkt! Bin gespannt was diese Saison kommen mag und ob sich noch weitere Traditionshäuser Chanel und LV anschließen – freue mich jetzt schon auf deine Berichte!

    Beste Grüße und einen schönen Abend,

    Julian

  • Marco
    11. Januar 2017 at 19:48

    Coole Bilder, ich war diesen Winter im Wanderhotel aber eigentlich fände ich einen Aufenthalt in Paris auch ziemlich nice

    Liebe Grüße

  • vk
    12. Januar 2017 at 14:04

    gentlemen, da sind wir, wie frau mutter natuerlich auch, gemeinsam auf der richtigen seite. der volatile kunstbetrieb mit moralisch angeschlagenen haendlercharaktaeren gab schon wesentlich tiefgruendiger den rahmen fuer jeden zweiten oder dritten derrick (und besonders hinreissend selbstverstaendlich in neuneinhalb wochen).
    natuerlich ist es eine beziehungsgeschichte. sie desillusionierte galeristin. er erfolgloser schriftsteller. sie waren mal ein paar.
    die fassadenwelt des LA art-biz durchzieht auf zweiter ebene eine per filmtitel deklarierte ‚dunkle‘ gegenwelt, ein roadmovie von blut und rache, in dem die figur jake gyllenhaals als autor und protagonist bis zur letzten seite aussichtslos das verdikt seiner schwiegermutter durch die texanische oednis schleppt. „er ist und bleibt ein schwaechling!“ schwiegermuetter haben schon manchem das leben versaut, oder aber, so legt der film nahe, manch grosse kuenstlerkarriere gestartet. das manuskript, das fiebrig ueberzeichnete zeugnis seines geschundenen versagenens, wird, man frage nicht wie und warum,in der real world ein grosser finanzieller erfolg.
    innerlich gelaeutert und als publizierter autor gesellschaftlich rehabilitiert wagt sich unser held aus jahrzehntelanger deckung. jetzt endlich kann er seine exfrau wiedersehen. schwiegermutter schweige still! mein buch ist bald auf amazon.
    das date zwischen den liebenden ist gemacht. per sms, es treibt der film ins dramatisches finale. sie wartet im restaurant, auf dass auch in ihrem leben frisch aufgerissene wunden heilen, auf dass ein kreis sich schliessen moege. denkste, puppe! die rache ist mein, spricht der herr. aller schmerz der welt komme ueber dich! warten sollst du oeffentlich bis du schwarz und schimmelig bist! und schoene gruesse an die frau mama!
    er laesst sie sitzen. er laesst sie tatsaechlich sitzen.
    welch diabolischer plan erfuellt sich hier, welch alttestamentarische furor beraubt der menscheit jede hoffnung. kein zeichen. keine sms. er meldet sich nicht.
    wow!
    what a movie.

    p.s.
    verzeih, julian, dass ich deinen beitrag etwas gehijackt habe. ich musste mit dem schund kurz abrechnen.

  • Siegmar
    12. Januar 2017 at 14:30

    vk wow! bin begeistert

  • Siegmar
    12. Januar 2017 at 14:31

    übrigens gefällt mir sehr, Bilder wie Mode!

  • Julian
    12. Januar 2017 at 15:56

    Na hör mal, ich bin begeistert: Erfolgreich gehijacked und chapeau, große klasse!

    Du sprichst mir aus der Seele, habe deinen Kommentar mit absolutem Vergnügen gelesen. Einmal, zwei mal, gleich dreimal. ; )

    Tipp von mir: Das solltest du, wenn du es nicht sowieso schon tust (die Anonymität des Internet verrät es mir nicht), unbedingt ausbauen und weiterführen. Ordentliche Filmkritiken anbringen kann nicht jeder – du solltest dich geschmeichelt fühlen und gehörst meiner Meinung zu denen, die ihr Handwerk beherrschen. Neben zu packst du nonchalant die ein oder andere Pointe in deinen Kommentar, klasse.

    Ich wünsche einen schönen Nachmittag und hoffe natürlich auf weitere Kommentare und Hijjack-Beiträge von euch. ; )

  • Horst
    12. Januar 2017 at 16:13

    Dem schließ ich mich an- und ergänze: Wir sind für Gastbeiträge und Co. – auch zum Thema Film – immer gerne offen 😉

  • Vk
    12. Januar 2017 at 17:49

    Ihr lieben, herzlichen dank! Beim naechsten tom ford movie bin ich dann hier gerne am start. Hab den bursvhen noch nicht ganz aufgegeben.