Ausstellung

„Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ x Grand Palais

Bild: Louis Vuitton

Genau richtig zu Weihnachten – und darüber hinaus – kommt die Ausstellung „Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ ins Grand Palais nach Paris. Wer einen umfangreichen Überblick über die Geschichte des Hauses Louis Vuitton haben und gleichzeitig viel Neues erfahren möchte, denn es sind viele Exponate aus privaten Sammlungen darunter, die das erste Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden, sollte noch bis zum 21. Februar 2016 die Retrospektive „Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ dick auf seinem Kalender anstreichen.
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Bild: Louis Vuitton

Der Ausstellungsort von „Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ hat eine doppelte Bedeutung für das Haus Louis Vuitton. Vom Grand Palais, das extra für die Weltausstellung 1900 gebaut wurde, trug sich der Ruhm der Pariser Koffermacher in alle Welt. Die Weltausstellung zog damals die unglaubliche Zahl von 48 Millionen Besuchern an – in einer Zeit ohne Radio, Fernsehen oder Internet war es die größte Veranstaltung, die die Welt je gesehen hat. Mittendrin gab es damals einen spektakulären Stand der Firma Louis Vuitton, die sich seit 1854 der Kunst des Reisens verschrieben hatte und nun im Grand Palais seine kurz zuvor patentierten Monogramm-Koffer mit byzantinischem Muster präsentierte. Gezeigt wurden damals Handtaschen und Necessaires an einem Stand, der die Form eines gigantischen Kinderkarussells hatte – die Familie Vuitton dachte damals schon sehr avantgardistisch …
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Bild: Louis Vuitton

„Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ ist in neun Bereiche gegliedert, die die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft darstellen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Olivier Saillard, der dafür monatelang die Archive von Louis Vuitton durchstöberte und mit neuen Augen die Stücke fand, die das Herz der Marke und den gesellschaftlichen Stand ihrer Zeit repräsentieren. Saillard, der Superstar unter den Kuratoren textiler Sammlungen, führt das Pariser „Musée Galliera“, das mit seinen Sammlungen in letzter Zeit die besten und innovativsten Modeausstellungen zeigt.
Saillard verfügt nicht nur über einen gigantischen Wissensschatz, sondern auch über umfangreiche Bestände aus Haute Couture, Accessoires und Pariser Mode aus vier Jahrhunderten. Er weiß geschickt die Thematik der Mode in Szene zu setzen. Durch seine modernen Ansätze hat er es geschafft, dass ihm fast alle Modehäuser Kreationen der aktuellen Kollektionen überlassen – plus eine große Foundation des Condé Nast-Verlages, die es Saillard ermöglicht, erhebliche Summen in Neuanschaffungen zu investieren.
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Bild: Louis Vuitton

Olivier Saillard hat die Ausstellung „Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ durch Exponate aus den Sammlungen des Modemuseums der Stadt Paris, dem „Palais Galliera“, logisch ergänzt und dadurch die Welt um Louis Vuitton und den Personen, die es seit jeher schätzen, noch näher und anschaulicher gemacht. Zudem ist seine Sichtweise auf die Modegeschichte immer sehr Contemporary, was sich mit den Ambitionen des Hauses Louis Vuitton, das immer den Dialog zwischen Mode und zeitgenössischer Kunst sucht, bestens verbindet.
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Bild: Louis Vuitton

Die thematische Reise und Konzeption des Settings – von Robert Carsen designt – navigiert den Besucher durch die neun Kapitel. Das Entreé wird von einer Ikone Louis Vuittons, dem historischen Truhenkoffer, der in seiner Einfachheit und seiner Raffinesse wie ein Symbol des Hauses wirkt, gebildet. Mit einem avantgardistischen Design seiner Zeit versinnbildlicht der Koffer den Geist und die Antriebskraft eines Mannes, der den Grundstein für eines der erfolgreichsten Unternehmen der Modebranche legte.
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Bild: Louis Vuitton

Neben den wichtigsten Stücken und Dokumenten aus dem Archiv und der Sammlung des Hauses Louis Vuitton, wie dem Koffer des Modegenies Paul Poiret, dem Reisebett des französischen Marineoffiziers und Afrikareisenden Savorgnan de Brazzas oder dem Schreib-Schrankkoffer des Dirigenten Leopold Stokowski, werden viele Sonderanfertigungen und Projekte präsentiert, die noch nie zuvor der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Dazu die „Classic Trunks“, an denen die verschiedenen Canvasbezüge der Epochen, die Innovation der Schlösser und der Formen erklärt werden. In einzelnen Kapiteln geht es auf die See, in die Luft und über das Land. Die Geschichte der Mobilität und des Reisens in der Entwicklung wird gespiegelt, oder das Reisen wird durch Installationen in einen zeitgenössischen Kunstbezug gesetzt.
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Bild: Louis Vuitton

Die Ausstellung an sich ist schon eine Reise und lädt zum Schluss dazu ein, in das Handwerk und die Materialien einzutauchen, die heute noch immer die Basis des Hauses Louis Vuitton bilden. Bei aller Modernität ist es das, was die Grundlage bei der Herstellung sämtlicher mit Louis Vuitton signierter Produkte beinhaltet.
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Bild: Louis Vuitton

Eine Sektion, die mir besonders gefällt, ist dem Reisen mit dem Zug gewidmet. Besonderen Spaß macht das Hightech des 19. Jahrhunderts, die Reisekleidung aus dem „Palais Galliera“, die exzentrischen Koffer aus der Sammlung von Louis Vuittons Enkel, Gaston-Louis Vuitton und die Koffer für Celebrities und Superstars, die wie das Who-is-who der (fast) letzten zwei Jahrhunderte repräsentieren.
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Bild: Louis Vuitton

Nach einem Besuch von „Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ hat man nicht nur einen Koffer in Paris; man kann sich sicher auch gar nicht mehr entscheiden, welchen dieser Schmuckstücke man gerne hätte. Auf jeden Fall muss er von Louis Vuitton sein – das steht danach fest …

„Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton“ – Opening

Volez, Voguez, Voyagez – Louis Vuitton

GRAND PALAIS
Salon d’Honneur
Entrée Square Jean Perrin, Champs-Elysées,
Avenue du Général Eisenhower,
Paris 8th

Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Februar 2016. Der Eintritt ist frei.

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  • Siegmar
    14. Dezember 2015 at 15:22

    wie toll, es wir höchste Zeit nach Paris zu fahren.

  • Syrus
    14. Dezember 2015 at 17:09

    Wart ihr selbst da? Der Palais allein ist schon eine Reise wert..

  • Monsieur_Didier
    15. Dezember 2015 at 12:49

    …eine tolle Inzenierung, gefällt mir…
    ich würde unglaublich gerne mal die Louis-Vuitton-Werkstätten besuchen…