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Ausstellungstipp

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Ausstellungstipp: Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger

(Bild: Robert Nippoldt; aus „Es wird Nacht im Berlin der Wilden Zwanziger“; Courtesy of Taschen Verlag)

War früher alles besser? Wohl kaum. Dennoch blickt man oft mit verklärtem Blick in die Vergangenheit. Denke ich zum Beispiel an meinen ersten Besuch der Berliner Loveparade nach, denke ich an den Ku’damm, auf dem – es muss Anfang der 1990er-Jahre gewesen sein – ein Haufen bunter Vögel einer Handvoll Wagen hinterherliefen. In der Realität waren die paar tausend Besucher gar nicht so bunt und die Musik auch gar nicht so ekstatisch, wie ich sie heute beschreiben würde. Continue Reading

Auf Einladung von Louis Vuitton

Unterwegs mit … Louis Vuitton „Time Capsule“

(Louis Vuitton „Time Capsule“; Bild: Louis Vuitton)

Une histoire extraoirdinaire et riche – Während ich die Preview der Ausstellung Time Capsule in Berlin sichte, gehen mir immer wieder die Worte eines Manufakturmitarbeiters von Louis Vuitton durch den Kopf. Ihn und viele andere habe ich letzte Woche in den Ateliers in Asnières-sur-Seine/Frankreich kennenlernen dürfen. Gemeinsam mit einer feinen Truppe an Journalisten und Bloggern habe ich einen Tag vor den Toren Paris verbracht, durfte nicht nur im Privathaus durch Monsieur Louis Vuittons Wohnzimmer schleichen, sondern auch die alteingesessene Manufaktur besichtigen.
Hier werden seit 1859 – fünf Jahre nach Gründung des Unternehmens – direkt ans Privathaus der Familie Vuitton angesiedelt, die exklusiven und bedeutendsten Aufträge angefertigt. Mein Kollege Peter war bereits vor ein paar Jahren für Horstson vor Ort, seinen zeitlos-pointierten Beitrag kann ich an dieser Stelle jedem ans Herz legen (den Artikel mitsamt Fachwissen-Input gibt’s hier zum Nachlesen). Continue Reading

Ausstellung

Die Schaufenster der Träume

Leïla Menchari; Bild: Hermès

Im Grand Palais, Paris, wird vom 8. November bis 3. Dezember 2017 von Hermès eine ganz besondere Frau mit einer Ausstellung geehrt. Leïla Menchari hat über Jahrzehnte das Aushängeschild der Firma gestaltet, nämlich die Schaufenster des an der Ecke der Rue du Faubourg Saint-Honoré und der Rue Boissy-d’Anglas liegenden Stammhauses der legendären Marke. Ihre Arbeit tat sie so fantasievoll, wie kaum ein anderer Schaufensterdekorateur. Continue Reading

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Happy Feet

(Bild: Elmer Batters)

Fetisch – für einige Menschen schwingt bei dem Begriff etwas Anrüchiges mit. Warum eigentlich? Bemüht man Wikipedia, lernt man, dass „Fetisch“ aus dem Französischen (fétiche) entlehnt wurde im Portugiesischen (feitiço) wurzelt, wo es die Bedeutung „Zauber“ oder „Zaubermittel“ hat. Das klingt nicht nur schöner, sondern holt den sexuellen Fetischismus auch aus der Schmuddelecke, in die er oft genug gesteckt wird.
Die Ausstellung „Bizarre Life“ widmet sich in einigen Tagen zwei Pionieren der Fetischkunst: dem Fotografen Elmer Batters und dem amerikanischen Illustrator Eric Stanton. Continue Reading

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Claudia, Claudia

(© Arthur Elgort, Claudia Schiffer on Hood; Valentino Advertising Campaign, 1995)

Heute geht’s um, taddaaa, Claudia Schiffer herself. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich in den letzten Wochen und Monate eher wenig von der deutschen Schönheit gesehen oder gelesen habe. Kein Tratsch, keine Schlagzeilen oder Vergleichbares. Dafür die Vorankündigung der deutschen Vogue mitsamt Cover-Knaller: „30 Jahre Supermodel“ steht unter einer gelockten Fräulein Claudia, zeitlos schön wie eh und je. Ähnlich wie vor ein paar Monaten, als ich einen Fan-Moment vom Feinsten hatte: Da huschte sie vor meinen Augen in Richtung Limousine, schnurstracks aus einer Boutique in Chelsea kommend – wow, was für eine atemraubende Ausstrahlung. Continue Reading

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Tillmans in Riehen

Wolfgang Tillmans, Nite Queen, 2013, Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Cologne, Maureen Paley, London, David Zwirner, New York

Na, für mich steht die (Fotografie-)Ausstellung des Jahres schon fest: Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler. Wer regelmäßig auf Horstson unterwegs ist, weiß, dass ich großer Fan des Museums bin. Nach Riehen, unweit vom Zentrum Basels, zieht es mich von Kindesbeinen an. Damals gezwungenermaßen auf der Durchfahrt Richtung Urlaub und Badespaß, heute voller Vorfreude auf spannende Ausstellungen und Künstler. Vor ein paar Jahren durfte ich beinahe zufällig Marina Abramovic antreffen, manchmal waren es „nur“ die Seerosen von Monet im Einklang mit der umliegenden Gartenanlage. Continue Reading

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Jacquemus-Ausstellung – Marseille je t’aime

(Simon Porte Jacquemus bei der Ausstellungseröffnung im Museum of Contemporary Art Marseille; Bild: Thomas Kuball)

Der französische Selfmade-Designer Simon Porte Jacquemus beweist, dass es auch ohne großen Konzern im Rücken möglich ist, sich international durchzusetzen. Der erst 28-jährige Südfranzose aus der Provence, der eher der Designsprache in der Tradition von Commes des Garçons verhaftet ist und die Achtziger Jahre liebt, hat einen Dreh gefunden, Zeitgeist mit dem zu verbinden, was die Sehnsucht der französischen Mode ausmacht.
Vor einigen Wochen stellten wir schon die Jacquemus-Kollektion „Les Santons de Provence“ vor, die aktuell in den Boutiquen erhältlich ist. Continue Reading

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Hui, Hui, Helmut!

(Mario Testino; Vogue Italia, Paris, 2000 © Mario Testino; www.mariotestino.com)

Wann immer ich in Berlin zugegen bin, versuche ich immer auch einen kurzen Stopp bei der Helmut Newton Stiftung einzulegen. Da muss man einfach gewesen sein, kein Witz. Ich kann mich noch bestens an meinen allerersten Besuch erinnern, damals sind mir fast die Augen aus dem Kopf gekullert: Schöne Körper, Nacktheit, Mode – alles ganz ästhetisch. Fortan sah ich überall potentielle Nachmacherfotografen, studierte die ikonischen Modestrecken Newtons oder war auf Krawall gebürstet à la „na, XYZ hat aber mit Sicherheit abgekupfert“!
Einer, der sein ganz eigenes Ding gemacht hat und von mir bei Ausstellungen mindestens genauso häufig wie bei Newton frequentiert wird, ist der Peruaner Mario Testino. Eben dieser zeigt jetzt in der Berliner Helmut Newton Stiftung, welch Ehre, juhu. Denn: die wenigsten wissen, dass die Stiftung parallel zu den Werken Newtons, auch anderen Fotografen ein Forum bieten – Newton selbst hatte dies bei der Gründung seiner Stiftung im Jahr 2003 verfügt, vielmehr festgelegt. Am 2. Juni eröffnet nun die Ausstellung „Mario Testino. Undressed / Helmut Newton. Unseen / Jean Pigozzi. Pool Party“. Continue Reading

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Enjoy Your Life! Die Juergen Teller Ausstellung

(‚Juergen Teller’s Renegade Eye‘ published online April 2015 (Shot during Kayne West T magazine shoot); Bild: Juergen Teller)

Die Bundeskunsthalle in Berlin widmet jetzt einem der international bekanntesten deutschen Fotografen mit „Enjoy Your Life!“ eine große Werkschau, die zumindest vom Facettenreichtum beispielhaft für die rasante Entwicklung und ästhetischen Wandel steht und dessen Werk ein tolles Zeitdokument ist. Juergen Teller, meist in Sporthose, Turnschuhen und T-Shirt unterwegs, lebt und arbeitet in London. Teller ist dafür verantwortlich, dass heute fränkische Schrankwände und kleinbürgerliche Wohnstuben durchaus mit Luxus-Prêt-à-porter in Verbindung gebracht werden und auch in den angesagtesten Galerien von Los Angeles bis Peking ihren Auftritt haben können. Continue Reading

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„Christian Dior – Couturier du Rêve“ – Die Dior-Ausstellung im Musée des Arts décoratifs Paris

Christian Dior 1957 at Château de la Colle Noire, Tony Armstrong Jones; Bild: ® Christian Dior Museum / Dior Archives; PR

Eigentlich hat man sich schon gefragt, warum es zum 70-jährigen Bestehen von Dior, also eines der bedeutendsten Pariser Modehäuser, keine große Retrospektive gibt – werden doch solche Jubiläen in der Modebranche immer seltener. Doch vor wenigen Tagen kam dann die Meldung rein, dass immerhin ein Staatsmuseum, das Musée des Arts décoratifs, das sich im altehrwürdigen Louvre in Paris befindet, ab dem 05. Juli, also pünktlich zu den Couture Schauen für den nächsten Winter, die größte und umfangreichste Ausstellung, die alle Bereiche des Hauses Dior zeigen wird, eröffnet.
Die Ausstellung wird alles bisher dagewesene in den Schatten stellen. Unter dem Titel „Christian Dior – Couturier du Rêve“, was sich mit „Modemacher der Träume“ übersetzen lässt, wird es, im Gegensatz zur spektakulären Ausstellung 1987, nicht nur um die Jahre 1947 bis 1957 gehen, in denen Christian Dior den Grundstein des Hauses legte. Vielmehr präsentiert „Christian Dior – Couturier du Rêve“ auf der gesamten Fläche des Musée des Arts décoratifs die komplette Kreation des Hauses Dior. Continue Reading