Beauty Interview

Nachgefragt bei … Toni Garrn

Bild: Jil Sander

Wenn man in der Nähe von Hamburg seine Kindheit verbracht hat und nun seit Jahren schon in der Hansestadt lebt, fühlt man sich einigen Menschen und Labels besonders verbunden – Wolfgang Joop ist so ein Fall, nicht zu vergessen Karl Lagerfeld, der in Hamburg das Licht der Welt erblickte. Jil Sander gehört natürlich auch dazu und ganz aktuell eine der schönsten Frauen der Welt: Toni Garrn, die angeblich beim Public Viewing am Jungfernstieg entdeckt wurde, was sich im Interview als Fehlinformation herausstellte. Auch sprachen wir über den neuen Jil-Sander-Duft „SIMPLY“ und über rasierte Brüste …

Kompliment für Dein Aussehen! Wie machst Du es, so gut auszusehen?
Ich habe Glück mit meinem Aussehen. Ich mache aber auch viel Sport und esse weder Milchprodukte noch Fleisch. 4-mal am Tag esse ich Mahlzeiten und kleine Snacks.
Wenn ich in New York bin, gehe ich jeden Tag zum Workout mit so einem Pilates Gerät, was sich überall bewegt und man die ganze Zeit seinen Bauch anspannen muss. Eigentlich müsste man dadurch einen 12-Pack bekommen. Und zusätzlich gehe ich noch zu einer „Barre Class“ – das ist so ähnlich wie Ballett, nur viel schneller. Eigentlich bin ich kein Ballett-Mensch, das ist mir alles viel zu perfekt. Aber da geht das alles so schnell, dass man trotzdem das Gefühl bekommt, sehr viel für seine Koordination getan zu haben…

Machst Du anderen Menschen Komplimente für ihren Duft?
Natürlich! Gerade Männern mache ich gerne Komplimente … die freut es immer. Egal ob sie straight oder nicht so straight sind. Mädels sind sich da sicherer. Frauen haben meist auch mehrere Düfte zur Auswahl, während Männer nur einen oder zwei haben.

Gibt es einen Duft, den Du mit einer Kindheitserinnerung verbindest?
Es ist schwierig zu beschreiben, aber es ist der Garten meiner Oma. Besonders wenn ich eine Zeit in New York war, wo es eigentlich gar keinen Duft gibt – außer vielleicht den der Müllabfuhr. Der Duft meiner Kindheit ist frisch gemähter Rasen.
Meine Tante hat wegen ihrer vier Jungs immer viel gewaschen und im ganzen Haus roch es nach Waschmittel – diesen Duft liebe ich! In New York riecht keiner nach Waschmittel, vielleicht liegt es daran, dass alle ihre Kleidung in die Reinigung geben. Diesen Geruch mag ich nicht.

Du bist das Testimonial des neuen Duftes SIMPLY Jil Sander – warst Du auch am Entstehungsprozess beteiligt?
Leider nein. Aber: Ich habe schon mehrere Kampagnenshootings für Düfte gemacht und diesmal konnte ich erstmals den Duft während des Entstehungsprozesses der Kampagne riechen. Vorher habe ich häufig gefragt, wie der Duft denn riecht und bekam nur die Antwort, dass sie es selber noch nicht wissen, da erstmal nur die Bilder geschossen werden. Bei „Simply“ konnte ich den Duft nicht nur sehen, sondern ihn beim Shooting riechen und mich dadurch richtig in ihn „reinversetzen“, und wußte wie der Flakon aussieht. So hat es für mich viel mehr Sinn gemacht …

Wie würdest Du SIMPLY beschreiben und welche Düfte bevorzugst Du sonst?
SIMPLY unterstreicht für mich eine klare Persönlichkeit und ich liebe Düfte, in den Vanille-Essenzen sind. Ich glaube, dass er deshalb so gut zu mir passt. Grundsätzlich mag ich gerne frische Düfte …
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Bild: Jil Sander

Wie gehst Du mit dem Druck um, immer perfekt aussehen zu müssen – schließlich bist Du immer von Fotografen umgeben …
Ich versuche, mir keinen Druck zu machen und „gut aussehen zu wollen“.

Gibt es rückblickend einen Tipp, den Du gerne bekommen hättest, als Du mit dem Job gestartet hast?
Ja – ich hätte gerne gesagt bekommen, dass ich einfach nur ein Model bin und dass es nichts mit mir zutun hat, wenn mich ein Team aus Fotografen und Stylisten stundenlang anschaut und über mich spricht. Es geht um die Klamotte und nicht um mich.

… was ein großes Selbstbewusstsein voraussetzt …
Zum Glück hatte ich immer ein großes Selbstbewusstsein. Zu Beginn meiner Karriere ging ich ja noch zur Schule und dachte mir bei Castings: Ich mache gerade Abi – wenn ihr mich buchen wollt, dann bucht mich, wenn ihr mich nicht buchen wollt, dann eben nicht. Ich will nicht fliegen und ich will zuhause nicht meine Partys sausen lassen. Wenn ich nicht gebucht werde, kann ich wenigstens Zeit mit meinem Freund verbringen … Doch einmal habe ich es sehr bereut, gerade dann eine Kampagne machen zu müssen, als eine Freundin ihren 16. Geburtstag feierte. Meine Freundin fand das schade, konnte es allerdings verstehen. Vielmehr war es für mich schade – ich wäre gerne bei der Party dabei gewesen …

Der Legende nach wurdest Du beim Public Viewing während der Fußball WM 2006 in Hamburg entdeckt. Stimmt das wirklich?
Nein, ich war auf dem Weg vom Kino zur U-Bahn und wurde auf dem Jungfernstieg von einem Modelscout angesprochen. Es stand auf dem Jungfernstieg zwar eine Leinwand und es haben auch ein paar Leute Fußball geschaut, aber ich war noch nie beim Public Viewing …

Wenn Du nicht Model geworden wärst – was würdest Du jetzt machen?
Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wäre ich jetzt Backpacker in Asien. Das ist schwer zu sagen, da ich noch sehr jung war als ich entdeckt wurde und noch nicht über meinen Berufswunsch nachgedacht habe. Die Zeiten der Schulpraktika habe ich schon in New York als Model verbracht. Als Backpacker möchte ich trotzdem mal reisen.

Sprechen wir über Deine Heimat – Du kommst ursprünglich aus Hamburg und bist jetzt das Gesicht eines Labels, was so eng mit Hamburg verbunden ist …
… ich habe auch eine Wohnung in Hamburg. Wenn ich dort bin, nutze ich die Zeit, um meine Familie und meine Freunde zu sehen, oder ich bleibe einfach zuhause.
Mein „Place to be“ in Hamburg ist übrigens immer noch die Alster.
Für mich ist es eine Premiere mit so einer bekannten internationalen Marke aus Hamburg zusammenzuarbeiten.

… eine andere Freundin von Dir, die nicht in Hamburg lebt, ist Karlie Kloss …
Ja, mit Karlie habe ich mir vor ein paar Minuten noch SMS‘ geschrieben. Wir sehen uns allerdings so selten, weil wir ständig am Arbeiten sind – dieses Jahr erst zwei Mal. Leider arbeiten wir in letzter Zeit wenig zusammen, und es hat sich auch insofern verändert, als dass wir jetzt beide unser eigenes Business haben. Früher war das anders – da konnte man sich schnell mal verabreden und zum Beispiel gemeinsam eine Schau angucken.

Welchen Look findest Du bei Männern toll bzw. gibt es etwas, was bei Männern gar nicht geht?
Eine rasierte Brust finde ich bei Männern ganz furchtbar. Am besten sieht ein Mann in einem frisch gewaschenen T-Shirt aus. Stefano Pilati ist so ein Mann, der einfach nur etwas überwerfen muss und damit gut aussieht. Ich bin kein Fan von Accessoires …

Vielen Dank fürs Interview. Noch Lust auf ein Selfie mit mir?
Klar!

Bildschirmfoto 2014-10-20 um 10.53.10

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  • Julian Gadatsch
    20. Oktober 2014 at 12:19

    Super Interview, spannende Frau und überhaupt, ganz, ganz großartig!!!!

  • Siegmar
    20. Oktober 2014 at 12:33

    schönes Interview mit einer wirklich entspannten, gut aussehenden Toni Garrn.

  • Manfred
    20. Oktober 2014 at 14:40

    Garrn ist eine klasse Frau, ob der Duft auch so ist? Bin mir da nicht so sicher

  • blomquist
    20. Oktober 2014 at 20:11

    Wen interessiert da noch der Duft?
    😉
    Toni Garn ist wirklich grandios.

  • Monsieur_Didier
    21. Oktober 2014 at 10:36

    …supersympathisch, ich bin ganz angetan…
    ich hätte nicht gedacht, dass sie SO sympathisch ist…
    aber: …es gibt im ernst Männer, die sich die Brust rasieren?
    Was für eine Verschwndung *lach*

  • Horst
    21. Oktober 2014 at 14:57

    @all Danke für das Feedback! 🙂
    @Monsieur Ja, sie ist wirklich so nett (und lustig btw. 😉 ) Das mit den Haaren hab ich auch nicht ganz verstanden 😀