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Bored of Brooklyn Beckham for Burberry

(© Copyright Burberry)

Spötter würden sagen, dass ein ganzes Team von Designern, Stylisten, Setdesignern, Make-up-Artists, Assistenten und Retuscheuren ganze Arbeit geleistet hat: Die Fotos, die Brooklyn Beckham für Burberry geschossen hat, nachdem ihm eine Leica in die Hand gedrückt wurde, sind richtig gut geworden. Ben Rees, Lewis Helim, Todd Dorigo, Eliza Thomas, Liv Mason Pearson, Maddie Demaine, Carvell Conduah und Harry Pourdjis sahen selten besser und bewerben perfekt ausgeleuchtet den „Burberry Brit“-Duft. Ein Wunder, dass der Beckham-Spross nicht auch für die Kreation des Duftes verpflichtet wurde, so gut macht er seinen Job, oder?
Brit Fragrances_CLASSIC_DPS
© Copyright Burberry/Brooklyn Beckham

Zumindest zwei von Beckhams „Kollegen“ äußerten sich Anfang des Jahres kritisch über die erste Zusammenarbeit des 17-Jährigen mit Burberry: Chris Floyd sprach im Guardian von „Vetternwirtschaft“ – man zeigt dadurch zu wenig Respekt gegenüber „richtigen“ Fotografen und überhaupt würde die Fotografie durch diese Aktion „abgewertet“ werden.
Ähnlich kritisch äußerte sich Jon Gorrigan, ein Fotograf, der für Esquire, Grazia und den Observer und mit Modellen wie Alexa Chung arbeitete. Gorrigan geht davon aus, dass das Brooklyn nur den Auslöser gedrückt hat. Auch habe er keine Ahnung von den Programmen, den Kameras oder Photoshop.
Brit Fragrances_SPLASH_SHEER_DPS
© Copyright Burberry/Brooklyn Beckham

Dass sich andere Fotografen mit Kritik zurückhalten, verwundert nicht – wer will es sich schon mit Burberry verscherzen?
Warum arbeitet aber trotzdem Burberry ein weiteres Mal mit Brooklyn Beckham zusammen? Die Antwort liefert vermutlich die gewisse Prominenz, die Brooklyn seinen Eltern zu verdanken hat und der Instagramkanal, auf dem sich mittlerweile 7,7 Millionen Fans angesammelt haben. Zwar hat er da noch kein Kampagnenbild veröffentlicht, aber wer weiß – immerhin sei die Fotografie seine Leidenschaft, wie er unter dem Behind-the-Scenes-Foto aus dem Header postete …

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  • andi
    13. Juli 2016 at 11:25

    Warum nicht? wenn die Fotos gut sind. Mit den heutigen Möglichkeiten ist es einfacher schon früher ein „guter“ Fotograf zu sein. Äussern sich Kollegen kritisch, weil sie vielleicht selbst den Job gerne gehabt hätten? Hat er kein
    Anrecht auf eine Karriere, nur weil er der Sohn berühmter Eltern ist?
    Als Fotograf braucht man ein gutes Auge, um den richtigen Moment einzufangen. Man muss nicht die Programme
    können. Das ist lächerlich. Wenn ich kein gutes Auge habe, dann nützt mir alle Programmkenntnis nichts.
    Die Bilder, die ich oben sehe sind nicht besser oder schlechter, als alles andere, was im Moment zu sehen ist.
    Also, warum soll sie nicht der kleine Beckham machen?

  • PeterKempe
    13. Juli 2016 at 11:43

    Super Andi! Genau der Meinung bin ich auch! Das ganze wurde ja genau so gesagt, als seine Mutter angefangen hat, Mode zu machen. Die Sachen von ihr sind übrigens auch richtig gut!

  • Gerold
    13. Juli 2016 at 11:49

    Ich habe gerade letzte Woche einen Vortrag gehalten, wo es um diese Thema ging, in Bezug auf Designer.
    Heute ist es aus meiner Sicht wichtiger die mediale Bekanntheit vorzuweisen, als den Job wirklich zu beherrschen.
    Es gibt ja genügend Helfer die dies können ob sie nun aus Fleisch und Blut sind oder technischer Natur.
    Ich will nun dem Beckham-Spross aber auch neuen Designern wie Justin O’Shea, Nick Wooster, Kanye West oder Pharrell Williams keinerlei Können – Geschmack oder das richtige Gefühl für Zeitgeist absprechen.
    Dies ist halt ganz einfach der Spiegel unsere Zeit und zeigt wie das Business heute läuft.

  • PeterKempe
    13. Juli 2016 at 12:06

    Das wird den Firmen aber langfristig brutal auf die Füße fallen…

  • andi
    13. Juli 2016 at 13:35

    @ Gerold

    Ja, das ist das Problem unserer Zeit. Als designer muss man Überall präsent sein. Es gibt aber auch sehr gute Designer, die sich dem entziehen und trotzdem da sind, bzw. gesehen werden. Es gibt sie in allen Sparten.
    Bei der Kunst haben wir das Phänomen schon lange. Bei guten Leuten, die im Hintergrund arbeiten spricht
    man dann von „Artist Artists“. Ähnliches finden wir heute beim Design. Wir dürfen aber auch nicht vergessen,
    dass nicht alles, was medial verbreitet und wahrgenommen wird, auch wirklich „Design“ ist.
    Nicht alles, was unter „Mode“ läuft, ist auch zwangläufig „Mode“, sondern „nur“ Kleidung. Mode oder Design wird
    nach wie vor in den mehr oder weniger bekannten Ateliers gemacht. Vieles ist wirklich nur Insidern bekannt.
    Das was medial vermarktet wird, das ist Oberfläche. Die neuen Medien und die unersättliche Gier nach immer neuen und schnellen Bildern und natürlich nach Profit ist das geschuldet.
    Aber es ist eine Sache unserer Zeit und es wird, wie PK sagt, den Firmen auf die Füsse fallen. Da hat er ganz recht.

    Ich habe vor kurzem einen Vortrag gehalten und habe Originale gezeigt, so, wie man das früher gemacht hat. Einen
    Vortrag am Objekt. Das heisst keiner mehr verstanden. Es hiess dann, das ich „analog“ präsentiere. Das hat mich amüsiert. Wenn ich nicht eine virtuelle Bilderflut vorweise, dass ist es analog.

    Am Ende wird sich zeigen, wer sein Business beherscht. Viele werden weg sein, aber im Gegensatz zu früher sind
    sie dann reich, wenn sie ihre Halbwertszeit erreicht haben.

  • Gerold
    13. Juli 2016 at 14:10

    Denke ich auch Peter… oder uns… die Masse und die Gehirnlosen rennen da aber leider hinter und finden es chic 🙁

  • Gerold
    13. Juli 2016 at 14:25

    @ Andi
    wir müssen uns nicht gegenseitig überzeugen und stimme Deinen Worten zu.
    Lieder denke ich das die Masse da anders tickt. Über die Wertigkeit, die Güte, das Könne, den Ausdruck usw. müssen wir uns auch nicht unterhalten, denke da sind die Horstson Freund sich einig und deshalb wird auch die Qualität hier so geschätzt. Diese Pseudos werde kommen und gehen, und den Marionettenspielern im Hintergrund wird dies auch egal sein sofern die Kassen klingeln… und die echten Genies bleiben oft auf der Streck oder haben auf dieses Business keine Lust mehr. btw ich stimme da mit Li Edelkoort überein ‚Die Mode ist Tod‘ leider aus dem Zusammenhang gerissen, schockiert und provoziert so das sich doch auch hier wieder Veränderung auf tun. Aber Mode im eigentlich Sinn gibt es aus meiner Sicht leider eh nur selten. Das was wir zu 90% im Strassenbild sehen ist ja keine Mode nur die Notdurft nicht nackt zu sein.
    Zu Deinem Vortrag… genau das zeigt doch schon das es vielen gar nicht mehr möglich is flexibel zu denke und zu folgen.

  • andi
    13. Juli 2016 at 15:11

    Ja, das stimmt. Aber es gibt im Hintergrund noch eine Szene, die intensiv brodelt.
    Ich habe das Glück, mit vielen dieser Leute arbeiten zu können. Nach vorne sieht
    man das nicht. Aber es gibt aktive kreative Leute, die einfach nicht am Hype mitmachen
    wollen.
    Ich denke auch nicht, das Mode tot ist. Es gibt zu viele neue, tolle und inovative Dinge,
    nur die Kanäle sind anders. Und… das ist das gute dabei, es bleibt vieles oder das meiste
    dem Internet verborgen. Die wirklich guten Sachen finden noch immer „analog“ statt.
    Meine Hoffnung ist noch nicht verloren. 🙂

  • PeterKempe
    13. Juli 2016 at 19:37

    Andi super! Genau meine Einstellung. Jeglicher Medienhype und künstliches Aufbauschen täuscht nicht über schlechte Qualität hinweg und die guten Sachen werden in der Tat von ganz anderen Menschen, als sie uns täglich präsentiert werden, „analog“ gesucht und gefunden – weit ab von Marketing und Pushing! Sehe es genau wie Du: Alle konzentrieren sich auf den Kanal ‚Netz‘, dabei gibt es wunderbarer Weise ganz andere Kanäle. Aber die werden nicht nur von Schreihälsen genutzt, sondern von soliden „Fashion Workern“, wie es sie schon immer gab! Deswegen gibt es – genau wie du sagst – viel Hoffnung!

  • Gerold
    13. Juli 2016 at 22:29

    Gott sei Dank ist dem so lieber Peter und Andi – und das macht Hoffnung und ich sehe auch das es da sehr viel Kreativität und Eigenständigkeit gibt, jenseits des Mainstreams.
    Die Mode ist Tod, sollte ja wach rütteln und betrifft den Kommerzbereich wo es Bekleidung gibt wie Du Andi es genannt hast. Dies hat natürlich mit Mode wenig zu tun.

  • Siegmar
    14. Juli 2016 at 11:57

    interessanter Dialog, dem man nur zustimmen kann!

  • thomas
    14. Juli 2016 at 15:59

    Hätte irgendein „großer“ Name die Photos gemacht, würden alle jubeln – warum also kein Wort des Lobes, nur weil der Junge Mann mit einem „großen“ Namen geboren wurde? Dafür kann er ja weiß Gott nix.
    Großes Team oder Photoshop Erfahrungen hin oder her – seine Eltern haben ihm scheinbar von Natur aus oder dank Gottes Gabe ein gutes Auge mitgegeben.

  • Die Woche auf Horstson – KW 28 / 2016 | Horstson
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